Sonntag, 23. Februar 2014

Schnee II

Freitag hatte man 7 °C und trockenes Wetter mit Sonnenschein. Der Gedanke Winter- gegen Lederjacke zu tauschen schien nicht all zu abwegig.

Samstag früh fing es an zu schneien, blieb jedoch kaum liegen. Also kein Grund zur Besorgnis. Schließlich ist der Winter für Vancouver ja schon vorbei.


Scheinbar als Anteilnahme an Kanadas Olympiagold im Eishockey hat sich der liebe Petrus allerdings dazu entschieden, es bis zum jetzigen Zeitpunkt durchschneien zu lassen - und es ist keine Veränderung in Sicht.



Wer also zu Beginn Kanada-Klischee-Fotos vermisst hat, könnte in den nächsten Tagen auf seine Kosten kommen. ;)

Donnerstag, 20. Februar 2014

Photograms - Nix da Insta

Hausaufgabe des Fotografiekurses:

Die sehr interessant geschriebene, aber irgendwie etwas deprimierende Kurzgeschichte Time, Again von Tim Maly lesen und mindestens 5 Photogramme zu irgendeiner Idee dazu erstellen. Diese können eine zeitliche Abfolge haben, zusammen ein großes Bild ergeben oder was einem auch immer in den Sinn kommt.

Photogramm heißt hierbei man erstellt mit Formen, Licht und Belichtungszeit ein Bild auf Fotopapier, was dann anschließend entwickelt wird (1:30 min Entwickler-, 10 sec Stopper-, 1 min Fixierlösung, 5 min Wasserbad, trocknen). Wir arbeiten also immernoch ohne Kamera, dürfen aber jederzeit die Dunkelkammer (was hier eher ein großer Klassenraum mit etlichen Gerätschaften und den entsprechenden Bädern fürs Fotopapier ist) benutzen.
Interessant ist, welchen Effekt das orange/gelbe Safe-Light auf die Digitalkamera meines Handys hat. Fokussieren wird nahezu unmöglich und auf dem Bild ist es deutlich röter als in Wirklichkeit.


Weiterer Nebeneffekt (insbesondere wenn man nur SW-Bilder produziert): Es kommt einem langsam alles schwarz-weiß vor.
Den Raum betritt man übrigens über eine Schleuse an deren Außentür man per Riegel kenntlich machen kann, ob jemand im Raum ist - also kein Licht durch die Schleuse in den Raum kommen soll, wenn andere Personen dazu kommen. Zum Glück habe ich den Riegel gesetzt und so stürmt nur kurz vor Schluss ein Mädel beide Türen gleichzeitig aufreißend in den Raum.

Nach ca. 3 h verlasse ich mit 14 Photogrammen die Dunkelkammer und stelle erstaunt fest, dass ich doch noch Farben sehen kann.


6 Motive, die jeweils unterschiedliche Szenarien aus der Geschichte darstellen, bis zu dreimal anders dargestellt. Das an sich wäre ok, der eigentliche Teil meiner Idee kommt jetzt.
Ein bisschen falten..

 ..ein bisschen Scotch (leider von der klebrigen Sorte)...


 ...was soll das werden? So? Oder so?


Nö. Noch ein bisschen Querverstrebung und man kann schon erkennen worauf das hinausläuft.


So. Laptop als Größenvergleich.


Die einzelnen Bilder stellen Szenerien aus der Geschichte dar. Verbunden durch das wiederkehrende Element der Zeitmaschine und zusammengestellt als Würfel. Die Maschine in der Geschichte ermöglicht es, jeden Moment und Ort jederzeit zu erreichen, es gibt keine logische Abfolge mehr, weil es die Möglichkeit gibt sich in alle Richtungen der Raum-Zeit zu bewegen. Der "Szenenwürfel" selbst als Darstellung der Raum-Zeit.

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Nebenbei.
Dirk: Schau dir mal Top Gear Season 19 Episode 01 an, falls du es noch nicht hast. In den News gibt es das richtige Buch für dich.

Dienstag, 18. Februar 2014

Bowen Island, Mt. Gardner

Sonntag, 9. Februar:

Eigentlich für Montag angesetzt, aufgrund des Wetterberichts vorverlegt: Mal wieder eine Wanderung, dieses Mal Mount Gardner auf Bowen Island. Ziel ist die Radiostation auf ca. 750 m über NN. Der Rundtrip über den Berg hat ca. 17 km.
Bowen Island liegt westlich von Nort Van in der Horseshoe Bay und besitzt neben mehreren Naturreservaten und kleinen Dörfern natürlich auch einen Golfclub.



Viele Leute haben zugesagt, aufgrund der Uhrzeit (8:00 morgens am Bus und das nach Samstagabend) kamen wir immerhin auf stolze 4 Leute. Zusammen mit Louise (Dänin), Gloria (Halbargentinierin aus München) und Joakim (Schwede) ging es los.
Nach zwei Busfahrten und der Fähre erreichte man dann gegen 10:20 Snug Cove auf Bowen Island.



Woran man merkt, dass das wirklich nur ein kleines Dorf ist? An der Tankstelle.


Es geht dann erstmal mehr oder weniger flach weiter, durch einen Park, vorbei an einem Feld geknickter Bäume und bis zum Lake Killarney.





Wer es hierher schafft ist schonmal 30-45 min unterwegs und damit bald am Fuße des Bergs. Was Joakim hier zu fotografieren versucht ist ein ca tischtennisballgroßer, kugelrunder Vogel, der sehr interessiert um uns herumhüpfte. Allerdings viel zu schnell für die Kameras und dann schnell in diesem Baumstumpf verschwunden.



Man beachte den riesigen Baumstumpf auf der rechten Seite.

Von links nach rechts: Louise, Gloria, Joakim.

So langsam nähern wir uns dem Berg und der Weg wird deutlich steiler. Kurz vor Ende der öffentlichen Straße kommen uns zwei Leute mit einem großen Labrador entgegen. Ungefähr 30 m weiter hinten folgen ihnen zwei winzige Malteser, für die die Schotterpiste schon eher schwieriges Gelände darstellt.
Das hier ist übrigens kein Agility-Trainingsgelände für Hunde sondern ein Bike-Park für die angehenden MTB-Weltmeister.


Noch immer auf einer straßenähnlichen Piste geht es weiter nach Oben, Gloria lernt von Louise wie man sich die Schuhe bindet, ohne dass sie andauernd wieder aufgehen und mir fällt auf, an wen mich Joakim die ganze Zeit erinnert.




Alex, ich glaube, du solltest deine Eltern mal fragen, wieso du einen schwedischen Zwilling hast. ;) Das dritte Bild war die erste Pause noch immer auf dem Schotterweg, also vor Beginn der eigentlichen Wanderroute. Blickrichtung ist ungefähr Nord-Ost Richtung Vancouver'sche Küste.

Überall plätschern kleine, noch teilweise gefrorene Bächlein und auch zwischen den Kieseln befinden sich fast nur sehr feine Eisnadeln, sodass man manchmal bis zu 20 cm einsinkt, obwohl der Boden fest aussah.



Die eigentlichen Wege sahen dann so aus. Es geht merklich bergauf, ab und zu mal in ein kleines Tal mit sehr klaren zugefrorenen Tümpeln. Alles in allem sehr verwachsen und schön anzuschauen. Nicht so akkurat gepflegt wie z.B. Chief Mountain. Eine angelegte Treppe würde man hier vergebens suchen.




Kurz nach der Kurve im letzten Bild gab es eine freie Stelle direkt am Berghang, die wir kurzzeitig schon für die Spitze hielten, aber noch ca. 200 Höhenmeter vor uns hatten. Trotzdem machten wir kurz halt und konnten dank vierfacher Kamerabestückung (Nikon D5000, Canon Rebel Tx, Canon D7 und Joakims Point and Shoot) auch einem wandernden Pärchen mit ihrem Fotowunsch weiterhelfen.





Zu lange sollte man nicht warten, der Trail soll insgesamt 7 h dauern und wir waren nach 2 noch nicht mal an der Spitze. Also ging es weiter, ziemlich bald zeigte sich auch der erste Schnee und nachdem man die letzten 15 Höhenmeter per Seil an einer fast-Steilwand überwunden hat, ist man auch schon oben.

Während wir uns so unterhalten, dass man kaum wandernde oder etwa auch noch ortsansässige Kanadier trifft, spricht uns ein Pärchen an, was kurz vor uns oben angekommen ist. Sie ist aus Vancouver und er aus Victoria auf Vancouver Island. Geben aber zu, erst zu wandern, seit er aus seinem Auslandsjahr in Europa zurück ist. ;)
Von der Ostseite des Gipfels kann man das UBC-Gelände sehen, was allerdings ein wenig in den angekündigten Regenwolken hängt. Im Prinzip gehören alle Gebäude, die man da auf der Landzunge sieht zur UBC. Alex.. äh, Joakim musste dann noch schnell auf den Turm der Radiostation klettern, wer genau hinschaut, findet ihn.



Die Westaussicht war von halber Höhe aus fast besser.

Danach geht es wieder auf den Rundweg zurück, vorbei an der minimal tiefer gelegenen zweiten Spitze und als wir einmal nicht ganz sicher sind, welche Weggabelung die richtige ist, kommt plötzlich ein Rentner mit Wanderspießen aus dem Wald geschossen und erklärt uns den Weg. So schnell wie er angekommen ist, ist er auch davongewandert. Man hört noch hier und da das aufgespießte Laub schreien, aber das Geräusch wird leiser und leiser..


Es geht abwärts immer weiter und wieder in Snug Cove angekommen schauen wir in der Salmon Hatchery Davies Creek noch einem Vater zu der beinahe sein Kind in den Wasserfall schubst, weil er es an einer Hand hoch- und über den Fluss heben möchte. Leider haben die beiden örtlichen Cafes geschlossen, es ist Sonntag.
Also geht es auf die 17:00 Fähre und dort gönnen wir uns erstmal eine heiße Schokolade.
Auch hier gilt übrigens das ungeschriebene kanadische Gesetz:

Egal wo du dich wann aufhälst und wie kalt es ist, mindestens eine Person trägt Shorts.

Montag, 17. Februar 2014

Hallo, ich heiße Will.

Will arbeitet bei der Bank of Montreal hier in Vancouver.
Die Bank of Montreal verwaltet unter anderem auch mein kanadisches Konto.
Da Überweisungen nach Übersee sehr lange dauern und mit unnötigen Gebühren versehen sind, hebt der normale Austauschstudent kostenlos Geld mit seiner Kreditkarte ab und zahlt dieses auf das Konto ein.

Dazu geht man an den Schalter. 3 Schalter sind geöffnet und 2 Kunden vor mir.
Am dritten Schalter sitzt Will und hat ein Schild vor sich.
Außerdem sind da noch zwei kleine Laptops, je einer zum Kunden und einer zu Will gerichtet.
Auf dem Schild steht:
"Hi, my name is Will.
I am deaf.
Please communicate with me through typing your request."

Wow,  damit habe ich nicht gerechnet. Super Lösung und Will scheint sehr zufrieden damit zu sein.
Ich zahle mein Geld ein und schreibe ihm noch dass mir seine Lösung super gefällt.
Will reckt den Daumen und grinst.
Einen schönen Tag noch.

Sonntag, 16. Februar 2014

Zakk Wylde

Zakk Wylde ist Gitarrist und Leadsänger von Black Label Society, hat bei Black Sabbath gespielt und tritt seit einiger Zeit auch Solo auf. Nebenbei bemerkt einer der großartigsten Gitarristen dieser Zeit.

Zwischen Weihnachten und Neujahr tippte ich bei Google "Rock concerts Vancouver" ein und fand heraus, dass eben dieser Mensch zur Zeit auf Kanadatour ist und am 13.02. im Commodore Ballroom in Vancouver auftritt. 
Der Ballroom befindet sich im ersten Stock eines älteren Gebäudes auf der Granville St in Downtown Vancouver. Wir erinnern uns an Silvester. Die einzige Straße auf der hier etwas passiert. 
Der Main Floor bietet 3 Bars, an jeder Wand die nicht die Bühne ist eine, Seitlich einige feste Sitzplätze und in der Mitte variable Bestuhlung oder Stehplätze. Zusätzlich eine vierte Bar mit Lounge für 40 Personen als Maisonette am Ende des Raumes. Alles rustikal und gemütlich eingerichtet.
Das Ticket kostete $ 46, in Berlin wären es wohl eher 46 € geworden.

Einlass ist 20:00, also steige ich 19:23 aus dem Bus aus, der direkt vor der Tür hält, und reihe mich in die Warteschlange von zu diesem Zeitpunkt ca. 30 Leuten ein.  In der Schlange sind etwa alle Altersgruppen von 20 bis 60 vertreten mit einem arithmetischen Mittel bei 40. Direkt hinter mir stehen zwei Pärchen Mitte 30. Die beiden Typen sind wohl irgendwie schon länger Metalfans, allerdings sehr mit sich und dem Versuch beschäftigt ihre beiden iPhones und das iPad, welches einer dabei hat, zeitgleich zum Abspielen eines Songs zu bewegen. Die Idee sich einzustimmen ist nicht schlecht. Die Umsetzung könnte besser sein. Auf voller Lautstärke und dann auch noch von irgendeiner Youtubeaufnahme erkennt man kaum, was abgespielt werden soll. Immerhin finden sie heraus, dass das neuere iPhone das Video in besserer Qualität abspielt. Vielleicht liegt es aber nur am Provider?...
Auf jeden Fall erklären mir ihre Freundinnen, dass diese eigentlich nur HipHop / Rap hören, aber für ihre Freunde eben auch zu sowas mitkommen. Auf die Frage, ob das denn andersrum auch funktioniert, wird schnell das Thema gewechselt..

Während wir so warten, windet sich die Schlange inzwischen einmal fast um den Häuserblock und wir werden mehrfach von einigen der etlichen Obdachlosen auf der Straße nach Kleingeld gefragt. Direkt neben dem Ballroom sitzen einige jüngere Punks mit einem kleinen Welpen und zwei Okulelen, die sich die ganzen Freaks, die da viel Geld für Musik ausgeben, interessiert anschauen. 
Einer spielt mit einer leeren Plastikflasche mit dem jungen Hund, der immer ausgelassener zu toben anfängt. Von links betritt ein älterer Obdachloser die Szenerie, während eine etwas benommene Taube von rechts auf die Punks zutaumelt.
Der Hund rastet ein bisschen auf der Plastikflasche aus. Bringt sie dann zurück zu seinem Herrchen.
Flasche fliegt, Hund rennt. Das Ganze wiederholt sich ein paarmal.
Währenddessen hat der Ältere die Bühne überquert und hebt die Taube auf.
Der Hund soll sich zu seinem Herrchen setzen ist aber noch sehr aufgeregt und schaut umher, was er denn nun machen könnte.
Mann mit Taube macht sich auf den Rückweg, wobei die Taube plötzlich zu realisieren scheint, wo sie sich befindet und hysterisch wegzufliegen versucht.
Da der Ältere versucht sie festzuhalten, kommt sie nicht richtig in die Luft.
Sie flattert gerade so über die Punks hinweg und landet in der Ecke hinter dem Hund.
Hund folgt seinem Instinkt und springt auf die noch immer verwirrte Taube zu. 
Der Ältere springt ebenfalls und herrscht den jungen Punk an, seine Töle zurückzuziehen.
Das folgende Geschehen lässt sich vom Publikum nur erahnen, da es sich hinter den schützenden Rücken der anderen Punks abspielt. Wieder einmal verhindert der schwarze Block hier die lückenlose Aufklärung ;)
Der Alte taucht wieder auf und verlässt mit einer erschlafften aber ansonsten unversehrt aussehenden Taube in der Hand die Bühne. Man mag nur vermuten, ob diese sich den Weg zum Oscar erspielt und sich tot stellt, oder ob sie die Ereignisse zum Herzkasper geführt haben.
Das Publikum ist sich auch unsicher. Keiner klatscht. Hunderte Gesichter wenden sich wieder ihrem Facebookstatus zu. iPhone, iPhone und iPad sind immernoch nicht synchron.

Schreibt man iPhone am Satzanfang eigentlich IPhone?

Ein afroamerikanischer Mitarbeiter der Security mit Dreadlocks bis zum Arsch kontrolliert schon in der Schlangemal die Ausweise (Eintritt unter 19 Jahren ist verboten) und Tickets und weist darauf hin, dass man drinnen nicht rauchen darf.
Beim Einlass werden nochmal die Tickets kontrolliert, allerdings gibt es keine weitere Alterskontrolle und kein Abtasten. Was hätte ich nur alles mitgebracht, wenn ich das gewusst hätte. Nichts.

Drinnen: Die Jacke an der Garderobe für $ 3 abgegeben, ein Canadian Ale an der Bar gezapft (nur $ 5.70, kein Becherpfand) und dann das: Vor der Bühne sind mit großen Abständen Campingstühle aufgestellt. Was für ein Konzert stellen sich die Veranstalter vor? Naja, wird sich schon ändern, wenn die Show losgeht.
Schnell noch einen Sitzplatz mittig in der sechsten Reihe gesichert. Die Bühne ist mit einigen BLS-Flaggen, einem Piano und zwei Gitarren bestückt.
Meine Sitznachbarn sind aus Vancouver bzw. der Vancouver Area, einer etwas älter als ich und der andere grade so über die Einlassgrenze. Letzterer erklärt mir, dass die Kanadier generell sehr pünktlich (+- 5 Minuten!) sind, was ihre Konzertplanung angeht. Es ist 20:20, laut Ticket beginnt die Show um 21:00, also noch genügend Wartezeit. Ich bezweifle jedoch, dass dieser Künstler sich von Zeitplanung drängen lässt.
So langsam füllt sich der Saal, die zwei Meter zwischen erster Sitzreihe und Absperrung (!) vor der Bühne sowie der Mittelgang bleiben jedoch frei. Sehr komisch.
21:20 (ich hatte recht :D ) - Die beiden Leinwände seitlich der Bühne werden eingerollt und die Rollläden verdunkeln die Fenster zu beiden Seiten. Alle stehen auf, lange wird der Sitzplan nicht mehr halten. Dann ertönt der erste Ton...

..der kanadischen Nationalhymne. Alle stimmen mit ein und danach betreten zwei Männer die Bühne. Der eine Zakk Wylde. Der andere. Vielleicht 17? Wer ist dieser Junge?
Google sagt mir später, es handelt sich um Dario Lorina einen aufstrebenden Gitarristen, der jetzt gerade 24 sein dürfte und seit Januar Black Label Societys neuer Rhytmusgitarrist ist. Sachen gibts.
Gut ist er auf jeden Fall, wenn auch noch etwas aufgeregt, so wie es scheint.

Die Beiden steigen mit The Blessed Hellride ein, alle stehen sowieso und ich sehe fast nix mehr, weil ich in ein Meer von Handys und Tablet schaue. Kurz regt sich Ärger, dann denke ich an diesen Comic.

Quelle: http://imgs.xkcd.com/comics/photos.png
Der Vorteil ist, dass ich jetzt einfach diesen Link einfügen kann und ihr dann alle geposteten Videos der anderen findet, während ich das Konzert genießen konnte.

Sie spielen sich durch einige bekannte BLS Songs, Dario spielt ab und zu auf einem Zwölfsaiter und Zakk wechselt für einige Coversongs (darunter Heart Of Gold und Ain't No Sunshine), sowie In This River, das Tribute an den ermordeten Gitarristen von Pantera Dimebag Darrell, ans Piano. Neben I Thank You Child, den er für seine Tochter Hayley geschrieben hat (Wer das Video bis zum Ende durchält wird mit einer Direktheit belohnt, wie sie nur von Kindern kommt), folgen noch einige weitere Songs und unglaubliche Soli von mehreren Minuten länge. Das Konzert endet mit Stillborn, der in der Akustikversion einfach genial ist.

Die Security hält Zwischengang und vor der Bühne eisern frei (Das mit nur 3 Leuten! Einer davon misst allerdings ungefähr 3 x 2 m hat lange Haare und wirkt, als ob er lieber dem Konzert folgen würde) und schickt die, ca. alle 20 Sekunden nach vorne laufenden Fans jeweils freundlich wieder nach hinten. Der Ablauf ist meist so:

Fan kommt nach vorne.
Sieht sich plötzlich einem Muskelberg gegenüber, findet dessen Gesicht und beugt sich vor, um zu verstehen was dieses sagt.
"Du kannst nicht nach vorne, wir müssen die Fluchtwege frei halten."
"Oh, ok. Kann ich schnell ein Foto machen?" Zeigt auf sein Handy.
"Ja, aber nur eins und nur von hier. Nicht weiter vor."
"Ok"
Fan fotografiert und ab.

Kurz vor Schluss kommt dann doch mal einer, der etwas Abwechslung bringt.
Gleicher Anfang.
"Du kannst nicht nach vorne"
"What the fuck man?"
"Ich kann dich nicht nach vorne lassen, wir müssen die Fluchtwege frei halten"
"Seriously?! What the Fuck!?"
Das Ganze geht noch ca. 2 mal so hin und her.
Der Fan versucht sich vorbeizuschieben und wird kurzerhand hochgehoben und nach hinten getragen. 
Mein Stehnachbar nutzt die Gelegenheit um kurz für ein Foto ganz nach vorne zu huschen.

Etwas irritierend war dann noch ein Technot (nur eine Vermutung. Keine Haare, Basecap, hautenge Jeans und T-Shirt) in der ersten Reihe. Dieser ging zu jedem Song mit bis zu den Zeigefingern ausgestreckten Armen und auf und ab springend total ab. Völlig egal wie schnell der Beat gerade war und welche Stimmung der Song verbreitet. Welche Droge war das? Kann mir jemand weiterhelfen?

Alles in Allem ein sehr cooles Konzert. Spielzeit ohne Pause: 2:20. Respekt.

Die Masse strömt nach draußen, direkt vor dem Eingang parkt ein Ford Pickup mit Grillanhänger der Hot Dogs verkauft, während neben dem Ballroom ein sehr betrunkener Mittvierziger Gitarre spielt. Er kennt ungefähr 3 Akkorde und zwei Schlagrhythmen, die er jedem Passanten entgegenschmettert und diese dann wüst beleidigt, wenn er kein Geld in seinen Hut bekommt. 
Einmal entgeht er nur dank einer Freundin, die ihren ebenso betrunkenen Skinheadfreund weiterzieht, einer größeren Prügelei.


10 Tage Roundup

Die letzte Woche war verdammt viel zu tun, deshalb jetzt hier ein paar Posts hintereinander um euch auf den aktuellen Stand zu bringen.

Donnerstag 6. Februar:
Nachdem mein Mitbewohner die Welt des Müslis entdeckt hat, sind wir abends alle zusammen (das sind Mathias, Liheng, Eric samt Freundin und ich) ca. 1h in die Stadt gefahren, um nahe Stanley Park das laut Liheng beste Ramen-Restaurant der Stadt zu testen.
Mit dieser Ankündigung erwartet man schickes Design, ein großes Gebäude und natürlich gutes Essen.
Vom guten Essen abgesehen - weit gefehlt. Kintaro ist ein kleiner Laden mit einem großen Tisch für ca 8 Personen und ca 4 weiteren 2-Personen-Tischchen am Rand. Der größte Teil des Restaurants wird von der offenen Küche eingenommen. Es gibt eine kleine aber ausreichende Auswahl an Miso Ramen und wenn ich diese Bewertung hier lese, bin ich froh, mich für das magere Fleisch entschieden zu haben (Die Fotos geben jedoch einen sehr guten Eindruck). Man kommt zum Essen hierher und zieht danach weiter, das Platzangebot sorgt dafür, dass immer jemand bereit steht um deinen Platz zu übernehmen, wenn du fertig bist. Dafür ist das Essen sehr gut, preiswert und man wird von den Portionen wirklich satt.

7. Februar:
Eigentlich am 15. Tag nach dem chinesischen Neujahrsfest, feiert die UBC eine ganze Woche zu früh das Lantern Festival. Man kauft diese großen Papierheißluftballon/Laternen, schreibt seine Wünsche fürs neue Jahr darauf und lässt sie dann gemeinsam mit allen anderen steigen.
Treffen 18:30, Start 19:00.
Mathias, Liheng und ich sind dann leider der falschen Information gefolgt und in den Rosengarten der UBC, wo uns gähnende Leere erwartete. Der Ort wurde wegen zu vieler Teilnehmer auf den nahegelegenen Strand Jericho Beach verlegt. Richtig. Da wo ich Dezembers noch wohnte. Also nah, aber trotzdem 20 min Bus von uns aus. Wir konnten also nur noch von etwas weiter weg die Laternen steigen sehen und sind dann stattdessen lecker Fish&Chips essen gegangen. Ganz nett auf dem zweiten Bild: Der Blinkrhythmus des abbiegenden Autos.



Sonntag 09.Feb. sind wir auf Bown Island den Mount Gardner erklommen, was inkl. Hin- und Rückweg ca. 11h in Anspruch genommen hat. Dazu gibt es einen Extrapost.

Montag 10. Februar: Feiertag - Family Day!
Happy family day, liebe Familie im Großen, Kleinen und sehr erweiterten Sinne mit Freundeskreis.
Abends ging es zur Arctic Adventures Show des 9-tägigen Vacouver International Mountain Film Festival, kurz VIMFF, mit Vortrag und einem Film über zwei Australier, die mal eben zu Fuß Victoria Island im Norden Kanadas überqueren wollen und im ersten Versuch grandios scheitern. Sehr amüsant, unglaublich und auch inspirierend. Der Trailer ist übrigens sehr zu empfehlen.
Danach noch auf einen Absacker nach Gastown in die Live-Bar Guilt&Co mit etlichen Biersorten.


Die Woche war dann entsprechend voll mit Meetings und Präsentationen die vorbereitet und gehalten werden wollten. Mittwoch Skypemeeting mit den Profs von hier und Berlin, Donnerstag großes Meeting zwischen den beiden Gruppen, die sich das Brennstoffzellenlabor teilen und bis Freitag sollte eine große Lerneinheit für die TU Vorlesungen am Zweitcampus in Äqypten fertig sein.

Donnerstag 13. Februar gab es aber auch noch Zakk Wylde live im Commodore Ballroom, zu dem es auch einen Extrapost geben wird.
Am Valentinstag kaufte Liheng Abendessen für alle (sprich Mathias, ihn und mich - Eric war mit seiner Freundin unterwegs), was nach 10 h am Schreibtisch eine schöne Erholung war.

Gestern war ich dann abends beim VIMFF Finale und habe mir einige interessante Vorträge und Filme über alle Arten und Abarten von Extremkletterern angesehen/-gehört und auf dem Rückweg mal wieder eine Gruppe von deutschen Austauschschülern getroffen. Manchmal ist es schön, einfach so tun zu können als ob man kein Wort versteht - auch wenn es schwer fällt..

Donnerstag, 6. Februar 2014

Cornflakes-Dichte-Abweichung

Mein Mitbewohner, der seit 4 Jahren jede Mahlzeit außer Haus isst, nicht kochen kann und lernen möchte, weil er später ja eine Freundin hat, die das übernimmt, entwickelt sich weiter.

Er hat Cornflakes gekauft.
Immerhin kann er jetzt inhäusig frühstücken.



Und damit es nicht langweilig wird, natürlich mehrere Sorten. Je nach Nussanteil und weiteren Zutaten variiert dabei logischerweise die Angabe einer Standardportion auf der Verpackung. Warum das Müsli ganz rechts eine 2/3 Tasse statt der 1/2 Tasse als Standard nimmt ist nicht erwähnt.
Auf eine halbe Tasse normiert erhält man so von links nach rechts: 50 g, 60 g, 41,25 g.

Na wenn das nicht reichlich ist.

Mittwoch, 5. Februar 2014

Pferdeparade zum neuen Jahr

Willkommen im Jahr des Pferdes, oder wie die BBC versehentlich in ihren Untertiteln versprach: Welcome to the year of the whores. Nachzulesen hier.

Sonntag gab es die entsprechende Parade im Vancouveraner Chinatown. Überraschenderweise eine sehr kurze Strecke um nur zwei Blöcke aber mit erstaunlich vielen Teilnehmern.

Nahezu jede Organisation und asiatische Nationalität hat etwas beigetragen. Los ging es mit einigen riesigen Flaggen und selbst die lokalen schottischen Vertretungen waren dabei. Ziemlich am Anfang mussten, dem Jahr entsprechend, natürlich auch zwei berittene Polizisten der RCMP teilnehmen, denen direkt ein kleines Wägelchen folgte, in dem dann auch prompt alle Hinterlassenschaften entsorgt werden konnten. Sauber, die Kanadier.




Neben dem Minenräumkommando der Navy, einem monströs gepanzerten SUV des Vancouver Police Departments und einem Jeep der Armee mit Maschinengewehr und fröhlich winkendem Soldaten auf dem Dach marschierten ebenfalls die (teilweise sehr jungen) Kadetten der Luftwaffe und der Landstreitkräfte mit.
Außerdem natürlich von jedem oben genannten und der Feuerwehr das Musikbatallion. Alle fein über die Parade verteilt.

Was auch verteilt wurde, sind diese roten Umschläge mit guten Wünschen, manchmal sogar Geld (frisch gedruckte Banknoten sollen Glück bringen) und oftmals einfach nur Werbung.


Neben dem martialischen Anteil gab es natürlich einige Drachen und Löwentänze sowie sportliche und kulturelle Beiträge aller Beteiligten Nationalitäten zu bestaunen.








Wir standen die ganze Zeit am Millenium Gate, das den Eingang nach Chinatown markiert, da die Parade von hier startete. Im Vordergrund mit der blauen Kapuze übrigens Wolfgang aus München, der auch bei uns im Department ein Austauschsemester macht und den ich zufällig am Anfang der Parade getroffen habe.


Dass die gesamte Straße abgesperrt war und man nur vom Bürgersteig zuschauen konnte, interessierte mit fortschreitender Uhrzeit immer weniger Leute und so kamen die Leute immer dichter an die Parade heran, liefen teilweise sogar mitten rein, um Fotos zu machen. Die Ordner behielten aber immer den Überblick und so konnten einige Kinder ihr besonderes Glück für dieses Jahr abholen, indem sie einen der tanzenden Löwen berührten.



Hinter uns kam dann auf einmal ein Wandersmann vorbei, der sich angesichts seines riesigen Marschrucksacks vor einigen Schwierigkeiten sah an den ganzen Zuschauern vorbeizukommen.
Auch Miss und Mister Vancouver 2013 durften im BMW in der Parade mitfahren, wurden von 4 x Miss World Vancouver (was auch immer dieser Titel zu bedeuten hat) verfolgt und anschließend von Miss Thailand mit besonders schönen selbst gestrickten Handschuhen in den Schatten gestellt.




Kung Fu, bzw Kampfsport generell durfte natürlich auch nicht fehlen - auch wenn einer der Anleiter bei dieser Gruppe doch eher gelangweilt dreinschaute.


Zum Abschluss nochmal Feuerwehrkapelle.