Angekommen im
Crown Plaza Hotel, Zimmer wurde kostenlos auf Falls View upgegraded aber Check-in ist erst um 15:00 Uhr möglich.
Koffer abgegeben
und um die Ecke in der Entertainment Street erstmal zu Mittag gegessen.
Trotz des
Wetterberichts scheint die Sonne und so geht es noch kurz die Niagarafälle
bestaunen, bevor das Zimmer bezogen wird und entgegen aller Konventionen schon
am Tag der Anreise die Vorträge beginnen.
Frühstück und Mittagessen (im
exklusiven Restaurant im 10. Stock) sind inklusive, zum Abendessen gibt es das
Hoteleigene und etliche andere Lokalitäten zur Auswahl. Auch ein Hard Rock
Cafe.
Titel der
Konferenz ist „Interfacial Electrochemistry at Atomic, Molecular and Nanoscale Domains". Thema scheint aber eher der 70. Geburtstag von Prof. Jacek Lipkowski
zu sein, pro Tag wird ihm in mindestens 5-6 Vorträgen gratuliert und beim
Konferenzdinner am Dienstagabend gibt es nochmals Reden und Sahnetorte zu
seinen Ehren.
Sehr großes Lob
an die Veranstalter, die es begriffen haben, dass auch eingeladene Vorträge die
Aufmerksamkeitsspanne eines durchschnittlichen Menschen nicht erhöhen. Die
jeweilige Keynote eines Tages dauert 40 min und alle anderen egal ob Doktorand,
Postdoc oder Prof. sind auf 20 min begrenzt.
Woran sich auch
fast alle halten.
Ab und zu ist man
nach drei chinesischen Vorträgen froh über einen britischen Akzent.
Für Montag ist
nach dem Mittagessen die Tour hinter die Niagarafälle geplant, wird jedoch am
Morgen abgesagt, da der Fahrstuhl kaputt sei.
Die längere
Mittagspause genutzt und näher an die Fälle gewandert, Fotos gemacht, mal bei
der Tour nachgefragt, wann der Fahrstuhl wieder benutzbar sei, damit wir die
Tour dann eben selber machen können.
Antwort: Wovon
wir denn reden würden, es funktioniere alles wunderbar.
Es stellt sich
später heraus, dass die Veranstalter nicht genug Zeit eingeplant hatten und die
Tour deswegen lieber abgesagt haben. Dies aber nur unter der Hand von einem der
Freiwilligen.
Vom Hotelzimmer aus können wir direkt auf die kanadisch-amerikanische Grenze blicken. Stau gibt es meist nur in Richtung USA.
Posterpräsentation
läuft auch gut, abgesehen davon, dass Amins Poster nahezu ohne Text gedruckt
wurde, was uns beim Abholen leider nicht aufgefallen ist, da die Poster
übereinander lagen. Er schreibt den Text per Hand drauf und druckt noch ein
paar A4-Exemplare als Handout dazu.
Gute Unterhaltung
mit Edward Snowden, der auch ein Poster vorgestellt hat und gerade an der McGill
University in Montreal seinen Postdoc in Photoelektrochemie macht.
Die Casinokarten
wurden natürlich auch eingelöst. Glücksspiel ist nichts fürs eigene Geld, aber
wenn man mal die Gelegenheit bekommt ein paar Credits umsonst einsetzen zu
können. Warum nicht? Einmal kann man das ja ausprobieren.
So weit nach Plan
des Casinos.
Der Kredit kann
nicht direkt ausgezahlt werden und darf nur an den einarmigen Banditen und
ähnlichem eingesetzt werden. Das Casino ist eine riesige Halle, voller
Spielautomaten und einiger Pokertische u.ä.
Voll mit hauptsächlich alten, oder
sehr verbraucht aussehenden Menschen, die wie hypnotisiert vor den Maschinen
sitzen und eine Runde nach der anderen spielen. Einmal einarmiger Bandit kostet
$ 0.02. Wie soll man denn dabei seine $ 15 loswerden? Das würde ja ewig dauern und gewinnen werden wir ja eh nichts.
Letztendlich findet sich ein Rouletteautomat, an dem man den Preis pro Chip auf
$ 1 hochschrauben kann. Mal hier mal dort gesetzt und mit den letzten 5 Chips
aufs letzte Drittel 15 Chips gewonnen. Von 15 nicht auszahlbaren Credits also
auf 15 auszahlbare gekommen.
Auszahlung!
Der Automat spuckt eine Quittung aus und Amin schafft es sogar auf 30 Credits.
Ab jetzt nach
unserem Plan.
Wir nehmen unsere
Quittung, gehen zum Bankautomat, erhalten insgesamt $ 45 und verlassen das
Casino. Für immer.
Die Niagarafälle
sind sehr beeindruckend, insbesondere wenn man so nah herankommt wie bei der
Tour hinter die Wasserfälle. Hier stürzen zwischen 80 und 150 Millionen Liter
pro Minute die knapp 60 m Felswand hinunter. Das Wasser wird dabei höher aufgewirbelt
als der speisende Lake Ontario selbst und sorgt für eine ständige Gischtwolke
über dem Hauptfall. Die lässt bei schönem Wetter dann auch komplette Regenbögen
zu.
Allerdings gibt
es an keinem der beiden Enden einen Topf mit Gold.
Nur Möwen und die entsprechenden Hinterlassenschaften.
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| meins? |
Wenigstens verpackt der Touriladen seine Kundschaft wie schillernde Bonbons. Wer aus Zucker ist, muss sich eben vor dem Wasser schützen.
Die Eingangstür zum Souvenirshop hat dabei auch schon bessere Zeiten gesehen und der Titel des Ladens passt nicht ganz zum Aussehen.
Bis auf wenige
Meter von hinten an die Fälle heranzukommen ist unglaublich und das Donnern des
Wassers lässt einen die dort waltenden Kräfte nur erahnen. Man bekommt auch noch ein bisschen was über die Geschichte mit, kann die Erosion anhand von Luftaufnahmen nachvollziehen und nachlesen wieviele Artisten beim Versuch die Fälle zu über- oder durchqueren ums Leben kamen.
Ausgang ist durch
den Souvenirshop, dessen Tür auch schonmal bessere Zeiten gesehen hat. Hier
begreife ich den grandiosen Titel des Banksy-Films Exit through the gift shop
erst.
Dienstag morgen
verkündet der Sprecher der Keynote, dass wir gutes Wetter für die Konferenz
hätten – Es regnet und man möchte gar nicht raus gehen.
Mittwochmorgen
befinden wir uns plötzlich in Niagara Fog, hören die letzten Vorträge und
nehmen nach dem Mittagessen den Bus nach Toronto.
Draußen trifft man noch den hier.
| (c) Amin Nouri |





















