Freitag, 31. Januar 2014

Gladiator! Oder doch ein Bier?

Gestern abend war im Student Recreation Center (also die billigere der beiden Sporthallen) Gladiator-Wettkampf. Es sind 8 studentische Teams in 5 Disziplinen gegeneinander angetreten; darunter auch ein Team der Austauschstudenten.
Also nichts wie hin und zugeschaut. Leider hat das Rec Center keine Tribünen, sodass die Hälfte der Wettkämpfe nicht wirklich ersichtlich waren, aber unser Team hat sich ganz gut geschlagen.

Die Disziplinen:

Hüpfburg-Staffellauf. Eine riesige Jahrmarktshüpfburg mit etlichen Hindernissen musste möglichst schnell durchquert werden. Leider keine Fotos, da zu dunkel. Unser Team erreichte einen Gleichsstand und musste nochmals antreten, wo wir dann mit ca. 1/2 Sekunde vorsprung gewannen.

Tennis-Dodgeball - die mit Abstand härteste Disziplin. Es wusste übrigens keiner der Teilnehmer vorher um was es gehen würde. Es treten zwei Teams auf einem Hallendrittel gegeneinander an. Im Hallendrittel sind einige Hindernisse aufgebaut und überall sind blaue und rote Staffelstäbe verteilt. Ein Team muss versuchen so viele Stäbe wie möglich in einen von zwei Containern zu bringen. Dabei dürfen immer nur 2 Spieler auf dem Feld sein, die mit einem Vollschutzhelm ausgestattet sind. Das zweite Team versucht die Spieler nämlich währenddessen mit einer Ballwurfmaschine voller Tennisbälle abzuschießen. Wer getroffen wird, muss den Stab fallen lassen, zurück zum Start und den Helm an den nächsten weitergeben.


Was bei unserem Team ganz gut klappte, hat bei anderen Durchgängen doch einige Schmerzen verursacht.

Danach gab es noch einen komplett abgedunkelten Raum in dem innerhalb eines Zeitlimits möglichst viele Tischtennisbälle gefunden werden mussten, ein Labyrinth zu durchqueren und zum Schluss mussten sich zwei der beiden konkurrierenden Teams mit großen Gummischlägern von einer Plattform schubsen. Das haben wir uns aber nur erzählen lassen, da es ohne gute Sicht und Licht zum Fotografieren nicht so spannend war wie erhofft.

Stattdessen sind wir zum Koerner's Pub auf dem Campus gelaufen. Bis letztes Jahr noch studentisch geführt, aufgrund eines Missgeschicks zwischenzeitlich ohne Schanklizenz und nun mit neuer Geschäftsführung ein sehr angenehmer Pub mit selbstgebrautem bzw. lokalen Bier, gutem Essen, Billard sowie einer Tischvariante von Curling.
Als wir ankommen läuft über die Monitore an der Decke die Banksy-Doku "Exit through the gift shop" und es sind kaum Plätze frei. Aus einem kleinen Feierabendbier wird dann ein Pitcher Scottish Dark Ale, weil es eben das Bier des Monats ist. Serviert wird in schicken Flaschen und Marmeladengläsern.

Später kommt das Gladiatorteam noch dazu und als ich zuhause bin, zeigt die Uhr 2:00.

Film Camera

Ah du hast also eine Videokamera gekauft?
Nein, eine analoge, 35mm Filmkamera.
Hä?

Na sowas hier:


Sieht aus wie jede andere DSLR, aber man muss sie regelmäßig mit diesen komischen Döschen füttern. Diese Nikon F80 (oder N80 weil die Amerikaner natürlich ein eigenes Produkt brauchen) mit 28-80 mm Objektiv, Tasche, Sonnenblende, 4 ungenutzten und wahrscheinlich viel zu alten Filmen sowie einem kleinen Fotografieratgeber aus einem Land vor meiner Zeit hatte Ron aus Richmond abzugeben. Der gute Mann ist um die 65, zieht mit seiner Frau in ein kleineres Haus, weil die Kinder ausgezogen sind und verkauft nach und nach seinen gesamten Dachboden über Craigslist, was man sich als das hiesige eBay-Kleinanzeigen vorstellen kann. Nur nicht so aufgeräumt und übersichtlich.

Wo ich bei anderen Angeboten $ 80 nur für das Gehäuse ohne Funktionsgarantie gezahlt und für den geringen Aufpreis von $ 150 ein 300 mm Zoomobjektiv dazubekommen hätte, habe ich gestern abend Rons Paket für $ 100 erstanden und bin bisher ganz zufrieden. Alles ist gut gepflegt und funktioniert bisher sehr gut.

Mal sehen was der erste Film dann so bringt.

Warum mache ich das? Habe doch eine gute digitale Kamera?

Wie gesagt, wir brauchen für den Fotokurs eine eigene Filmkamera und man könnte zwar eine einfache, gebrauchte Kamera für $ 20 oder so bekommen, aber die lässt dann auch deutlich an Einstellungen zu wünschen übrig. Nach oben sind wie immer keine Grenzen gesetzt und daher denke ich, habe ich einen ganz guten Fang gemacht.
Die Idee, sich mit analoger Fotografie zu beschäftigen, schwirrt jedenfalls auch schon etwas länger durch meinen Kopf und jetzt gab es die Gelegenheit.
Besonders freue ich mich, die Bilder dann selbst entwickeln zu können, weil wir den Darkroom des Fotostudios jederzeit benutzen dürfen.

Montag, 27. Januar 2014

Freizeitsport

Gestern auf dem Rückweg vom Karate habe ich übrigens das Quidditch-Team der UBC beim trainieren gesehen.
 

Sonntag, 26. Januar 2014

Lynn Canyon und mehr

Nachdem es sich schon seit Mittwoch immer wieder in Auszügen angekündigt hatte,

 
war heute (Sa. 25.01.) extrem gutes Wetter. Keine Wolke am Himmel, ca. 12 (gefühlte 16) °C. Perfekt also um wieder wandern zu gehen. Doch dazu gleich.

Diese Woche wechselten sich Labor- und Schreibtischarbeit ab - endlich wieder experimentieren! Zuerst mal alle Systeme checken und die Grundlagen vorbereiten. Beim Kalibrieren der Elektroden fällt auf, dass gerade die Neue zu starke Abweichungen hat und man sich erstmal mit dem Hersteller auseinandersetzen muss.
Das Labor ist sehr gut organisiert und mit einem einzigen - dafür 8-Kanal-fähigen - Potentiostaten ausgestattet, der die gesamte Laborbank mit Messplätzen versorgt. Sehr gut durchdacht. Leider versagt das gute Stück seit Donnerstag Abend den Dienst mit einer unbekannten Fehlermeldung. Aber der Support arbeitet schon dran.
Büroarbeit war vor allem Vorbereitung einer Präsentation über Deutschland, mein Stipendium (10 min) und meine Masterarbeit (20 min), die ich diesen Freitag im Zuge des ersten Gruppenmeetings des Jahres halten durfte.
Dank diesem Gruppenmeeting, habe ich dann wenigstens auch mal die andere Hälfte der Gruppe kennen gelernt, die hauptsächlich in anderen Laboren und an anderen Projekten arbeitet. Der Vortrag kam gut an und meine Schlussfolgerungen erscheinen auch anderen Leuten logisch - Yay! Anschließend ging es gemeinsam zum Group Lunch ins campuseigene Restaurant Mahoneys. Als Geschäftsessen natürlich. Auf zwei Tische aufgeteilt warteten alle gespannt auf die Bestellung des Chefs, um herauszufinden, ob man sich ein Bier gönnen darf oder nicht. Schließlich zahlt er ja.
Vom 17. Januar bis 02. Februar ist übrigens "Vancouver Dine Out Festival", wo viele Restaurants spezielle Menüs zu kleinen Preisen anbieten. Ein wenig ähnlich dem Berliner Hotelwochenende. Daher gab es ein Drei Gänge Menü mit Kürbissuppe, Shepherd's Pie und geröstetem Brot sowie einem Apfelkuchen mit Eis als Nachtisch für $ 18.00. Da kann sich keiner beschweren. Lecker war's dann auch noch. Sowas.

Auf dem Rückweg hat mir neu kennengelerntes Gruppenmitglied Isaac die Labore und das Equipment im nebenan gelegenen "Advanced Materials and Process Engineering Laboratory" (AMPEL) Gebäude gezeigt. Das, was die da drüben haben, ist "amazing" wie Arman jetzt sagen würde. Alles ist amazing oder awesome.
Aber durch das zweite Labor wird die Arbeit hier erst richtig spannend. Rasterkraftmikroskope mit angeschlossener Elektrochemie erlauben das Beobachten von Oberflächenveränderungen während der Elektrochemie. Die dringend benötigte Poliermaschine für die Iridiumelektrode steht da schon bereit und wird so gut wie nie benutzt, ich kann also einfach hingehen und loslegen. Grandios!
Es gibt sämtliche Formen der Spektroskopie und mehr. Eine weitere E-Chemie-Station, falls der Ausfall bei uns drüben länger dauern sollte. Und. Es wird nämlich noch besser. Jahaa!
Für die Elektronenmikroskope gibt es kostenlose Trainings, sodass ich dann selber mikroskopieren darf.
Das wird alles deutlich entspannter gehandhabt als in Deutschland. :) Ich freue mich auf die nächsten Wochen.

Zurück zum Wandern.

Nach meinem Einstieg mit Chief Mountain sollte es etwas entspannter weiter gehen und ein Treffen mit Kollege Sean (macht gerade seinen Master in der Gruppe) wurde für 13:00 verabredet. Ziel ist Lynn Canyon am nord-östlichen Ende von North Vancouver. Ziemlich nah am Wohnhaus vom Prof. (David). 
Seans Freundin Maja und sein Highschoolkumpel Danner haben sich noch spontan dazu entschieden mitzukommen. 
Da es von der UBC aus ein etwas weiterer Weg ist, holt Sean mich mit dem Auto an der Seabus-Station in North Van ab. Bis dahin nehme ich den Bus nach Downtown und dann eben den, alle 15 min verkehrenden, Seabus. Sehr komfortabel, sehr schnell und bei diesem Wetter eine wunderbare Aussicht auf Vancouver. Auf dem Weg zum Dock begrüßt einen übrigens der indianische Panflötenspieler aus der Altstadt Spandau. Da ist der also, wenns in Berlin zu kalt ist.
Neben der Seabushaltestelle ist an beiden Ufern auch ein Heliport, der zu meinem Erstaunen stark frequentiert wird. Auf Hin- und Rückweg kann ich an beiden Seiten jeweils Helikopter beim Starten oder Landen beobachten.



Direkt von der Seabus-Haltestelle aus hat man einen grandiosen Blick auf die Skyline von Downtown und die östlich liegenden Docks. Man sieht noch den Seabus zurückfahren, der mich hier ausgespuckt hat.



Selbst hier in der von Frachtschiffen genutzen Bucht des Burrard Inlets ist das Wasser extrem klar.



Wer etwas mehr Zeit mitbringt, sollte an dieser Stelle auch den Lonsdale Quay Market besuchen, der neben einer großen Bäckerei, frischem Fischverkauf (z.B. 2 Meter Heilbutt am Stück o.ä.) und einem großen Teeladen noch mehrere andere Spezialitäten beherbergt. Ich werde auf jeden Fall nochmal wiederkommen. 



Erstmal schreibt Sean, dass er am Taxistand wartet und nachdem auch seine Freundin mit dem nächsten Seabus angekommen ist, starten wir Richtung Lynn Valley, wo dann auch der Canyon liegt. Kurz vorher zieht noch eine Trachtengruppe an uns vorbei in den Quay Market ein, um dort aufzuspielen.

Nachdem wir Danner eingesammelt und einen Parkplatz gefunden haben geht es los auf einen der vielen Trails im Lynn Canyon Park. Zuerst mal über die Hängebrücke und dann weiter. Auch hier wieder klares Wasser.



V.l.n.r Danner, Sean, Maja und was wird beobachtet?


 Viele sehr alte Bäume, die entsprechend hoch gewachsen sind.


Der gesamte Park ist extrem gut gepflegt (kaum jemand schmeißt seinen Müll in die Gegend usw) und der Tag wirkt perfekt, um hier zu sein. Wir laufen ca. 1 h einen kürzeren Trail, kommen wieder am Parkplatz an und entscheiden noch einen Trail auszuprobieren. 
Leider kommt es immer wieder vor, dass sich hier Leute zu Tode stürzen, weil sie die Wassertiefe beim Sprung in den Fluß überschätzen. Man sollte hier überhaupt nicht ins Wasser springen.  Deswegen hängen überall entsprechende Hinweisschilder, wobei das vor dem Hinweisschild angebrachte Stahltor an dieser Stelle offen stand. Beunruhigender Weise liefen auch gerade ein paar Jugendliche vorbei, die überlegten ob sie den Pfad hier verlassen sollten, um dort zu chillen. . .



Auf dem zweiten Trail kommen wir noch an eine flachere Stelle mit einer kleinen Lagune und vielen rundgewaschenen Steinen zum Flippen. 





Als wir dann ca. gegen 16:30 wieder zurück sind, wird es auch schon dunkel. Ich kaufe auf dem Rückweg noch 8x10 inch Schwarz-Weiß Photopapier für den Photokurs, was auch nur läppische $ 35.00 kostet. 
Gegen Abend gibt es noch eine spontane Runde Billard mit Anne und Luise aus Dänemark im Wohnheimscafe und nun sitze ich hier und schreibe.

Als Abschluss noch ein paar Eindrücke vom Lynn Canyon. Mehr wenn wir uns sehen.


Aus Alt wächst Neu


Zwergenhaus oder böse Maske?




Einzelner Sitzplatz auf dem ersten Pfad

Die Einschnitte im Baumstumpf sind von den Baumkletterern, die den Baum nach und nach gefällt haben. Dafür werden richtige Stufen in den Stamm geschnitten.







Mittwoch, 22. Januar 2014

Auf nach Niagara Falls!

Mein Abstract "Comparative exploration of the surface electrochemistry of Ir-IrO2 (111 / 110) and Ru-RuO2 (0001) single crystal model catalysts for the oxygen evolution reaction (OER)" für die ISE-Konferenz an den Niagarafällen wurde angenommen!

Sonntag, 19. Januar 2014

Darf ich Ihnen meine Karate geben?

Aikido hat sich endgültig disqualifiziert, dafür war ich heute Mittag beim Nihon Goju Karate einer sehr ans Kung Fu angelehnten Form von Karate, was mir dann naturgemäß gefallen hat. Einiges wird anders gemacht, ist aber doch immer sehr ähnlich und vertraut. Jetzt nur noch die $ 220.00 bezahlen und dann ist jeden Donnerstag Abend und Sonntag Mittag Training.
Trainiert wird im selben Raum wie beim Aikido, nur dass wir ca. doppelt so viele Teilnehmer hatten. Es ist also etwas kuschelig. Der Trainer hat während der deutschen Besatzung mit seinen Eltern für drei Jahre in Soest gelebt, weil sein Vater beim kanadischen Militär war und macht einen sehr netten Eindruck. Eigentlich braucht man fürs Karate auch einen speziellen Trainingsanzug, den ich aber für ein einziges Semester nicht kaufen brauche.

Samstag wurde das angesetzte Wandern mal wieder abgesagt, aber irgendwann bekommen wir das auch noch hin. Dafür war ich mit ein paar Kollegen (Chinesen, Iraner und Kanadier) und Israa, Informatikerin aus London, in einem von einer asiatischen Familie geführten, französischen Teehaus, das von der Einrichtung sehr englisch wirkte. So viel zur multikulturellen Identität Vancouvers.
Abends bin ich dann noch alleine durch Gastown spaziert, um nicht gleich wieder am Schreibtisch zu versacken. Gastown wirkt etwas europäischer als der Rest der Stadt und bietet einige Ecken, die ich mir noch genauer anschauen muss. Beispielsweise die Steambrew Brauerei direkt am Ufer, in deren Restaurant/Bar man sich entweder gemütlich hinsetzen kann, oder nebenan im Direktverkauf allerlei gute Getränke für den Hausgebrauch bekommt. Es gibt viele kleine Geschäfte, eine Eis- und Schokoladenfabrik und alles wirkt durch die Klinkerbauten sehr urig. Das ganze Viertel ist mit älteren Straßenlaternen beleuchtet und an diesem Samstagabend unglaublich gut besucht. Taxi reiht sich an Taxi.
Da ich meine Kamera nicht dabei habe, gibt es nur kurze Eindrücke per Handycam. Beim Fotografieren der Steam Clock (die nicht mehr wirklich mit Dampf betrieben wird) halte ich unfreiwillig auch fest, wie ein junges Pärchen seine halbe Pizza bei einem an der Ecke schlafenden Obdachlosen abstellt.


Gastown ist am östlichen Ende von Downtown und grenzt weiter im Osten direkt an den berüchtigten Stadtteil East Hastings, von dem ich glaube ich schonmal erzählt habe. Auf meiner Busfahrt vom Cafe nach Gastown habe ich auf jeden Fall einiges gesehen, was eher an stark verarmte Vororte erinnert und nicht den direkten Nachbarbezirk der großen Shopping Malls. . .

Auf meinem Rückweg mittels Skytrain treffe ich am Bahnsteig noch auf einen kollabierenden jungen Chinesen, der scheinbar mit zu viel Alkohol seinen Abschluss gefeiert hat. Glücklicherweise sind schon mehrere Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe vor Ort um zu helfen, auch wenn diese eher überfordert wirken. Die Ambulanz ist zum Glück nicht weit und so steige ich in den nächsten Geisterzug ein (an das Fahren ohne Fahrer, habe ich mich immernoch nicht ganz gewöhnt - zumindest nicht, wenn man ganz vorne steht und vorn aus der Bahn heraus gucken kann).

Morgen ist ein Elektrochemie-Seminar an der SFU (Simon Frazer University), der anderen großen Universität in Vancouver. Da diese aber am anderen Ende der Stadt ist, muss ich hier um 6:00 los, damit ich rechtzeitig um 9:00 den Seminarraum gefunden habe. Heißt auch, dass der Fotokurs dieses mal ausfällt.

Freitag ist das ungefähr monatliche Gruppenseminar, bei dem ich dann auch einen etwas ausführlicheren Vortrag über meine Masterarbeit halten darf. Bis dahin sollte ich sie also wieder verstanden haben ;)

Donnerstag früh, nach besagter Geburtstagsparty zeigten übrigens einige Überbleibsel auf dem Gehweg, dass man auch im Hause Lancelot (der arme Junge, was hat die Eltern nur geritten?) gut feiern kann.


Mittwoch, 15. Januar 2014

Wohnheimparties

Luisa aus Dänemark hat heute Geburtstag und zu sich ins Wohnheim eingeladen. Ab 19:00 ist eröffnet, es gibt Kuchen, Wein und Bier. Also alles im Rahmen.
Die Zahl der Gäste steigt und steigt, aber man kann immerhin noch einen Weg zum Kühlschrank oder Badezimmer finden, wenn eines von beiden nötig ist. Abgesehen von 2 Kanadiern treffe ich Australier, Neuseeländer, Schotten, Iren, Italiener und wahrscheinlich noch mehr von deren Herkunft ich nichts erfahre.
Die Kanadier sind etwas neidisch, als sie erfahren wie man in Europa so Silvester feiert.
Gegen 21:00 sind ca. 50 Leute in der Wohnung und es ist mollig warm. Noch ist Bier da, aber die meisten wollen eh in den Pit, den UBC-eigenen Club, der nur Mittwochs geöffnet ist. Genauer gesagt ist, das der Essensraum der Burgerbude im Student Union Building, wo man normalerweise sein Mittagessen findet, aber die Idee beide Nutzungen zuzulassen finde ich gut. Die Meisten wollen sich gegen 22:00 auf den Weg machen.

Um 21:30 steht ein Mitarbeiter der Wohnheimsverwaltung, der von Alter und Kleidung unter den Partygästen nicht auffallen würde, vor der Tür und spricht mit der Gastgeberin.
Partys sind im Wohnheim grundsätzlich zwar erlaubt, allerdings muss man diese am Wochenende anmelden. Gut. Ist ja Mittwoch.
Ja, aber unter der Woche darf das nicht länger als bis 22:00 gehen. Kein Problem, ist ja noch ne halbe Stunde und dann gehen eh alle zum Pit.
Naja, aber es dürfen auch nicht mehr als 30 sein. Also bitte, macht euch jetzt schon auf den Weg.

Effekt der ganzen Sache: 50 Leute stehen nun auf der Straße vor dem Haus und machen weitaus mehr Krach als vorher, weil irgendwie Wände und Dach als Schallisolierung fehlen. Ein Kanadier der in einer WG ca. 200 m weiter wohnt, erzählt noch, dass die Polizei hier, wenn sie denn kommen würde, einen nur ermahnt ab jetzt bitte ein bisschen leiser zu sein.

Klingt gut.

Aikido oder Aikidon't

Habe es geschafft um 6:00 aus dem Bett in die Trainingsklamotten zu fallen und zum Dojo am anderen Ende des Campus zu wanken. Leider ist es um 6:00 noch zu früh und nach Ende des Trainings um 9:00 schon zu spät um gute Fotos vom Sonnenaufgang zu machen.

Beim Aikido angekommen sollen alle ihre Schuhe ausziehen, weil man den Dojoboden nicht beschmutzen darf. So weit, so bekannt. Leider ist auch das Training in Socken verboten, na gut.
Die erste Stunde verbringen wir mit Lockerung und Dehnung, vieles davon direkt auf den Knien sitzend mit den Füßen nach hinten. Sieht so aus wie man es sich aus asiatischen Filmen o.ä. vorstellen kann. Der Trainer ist auch ein Japaner in traditionellem Gewand, der mit dem Englischen so seine Probleme hat, sich aber augenscheinlich viel Mühe gibt.
Das Problem an der Sitzposition sind auf Dauer sehr unangenehme Schmerzen im Knie - und damit meine ich keinen Dehnungsschmerz. Naja, drauf geschissen, am ersten Trainingstag mag ja vieles noch weh tun, was später kein Problem mehr ist. (Es wird allerdings nicht wirklich besser)

In der verbleibenden letzten Stunde üben wir mit wechselnden Partnern ganze 3 Techniken, bei denen ich jedesmal so meine Zweifel über die Anwendung habe. Aber das ist egal, diese Kampfkunst verfolgt ja vielleicht einen anderen Ansatz und dafür bin ich offen. Alle 8 Mittrainierenden sind sehr freundlich, aufgeschlossen und versuchen mir und den anderen Neuzugängen möglichst viel zu erklären, während der Trainer selbst nicht viel sagt.

Am Ende des Trainings bin ich an so mancher Stelle (vor allem aber während der Dehnungen) an meine Grenzen gekommen, habe mir die größte Mühe gegeben und dank der freundlichen Aufnahme auch Spaß gehabt. Die Frage des Trainers, ob es mir gefallen hat, kann ich also mit einem deutlichen JA beantworten.
Dennoch. Irgendetwas fehlt. Ich bin während des Trainings nur kurzzeitig ins Schwitzen gekommen (nicht etwa weil ich die letzten 1,5 Monate wirklich viel trainiert hätte) und vor allem fehlt mir nach diesem Training die Erleichterung, die Befriedigung, die ich sonst nach 2 Stunden Training erfahre. Dieses Gefühl wirklich etwas geschafft zu haben, das zusätzlich freigesetzte Serotonin.
Ich will nicht behaupten, dass ich nicht geschafft wäre, auch werde ich morgen sicherlich Muskelkater haben, aber ich denke, dass man mit etwas mehr Übung, das Training komplett ohne zu schwitzen absolvieren könnte. Das ist zwar schön, um dann direkt in die Vorlesungen oder die Arbeit zu starten, aber nicht das, was ich vom Training erwarte.
Sport soll ja vor allem körperlicher Ausgleich sein zum alltäglichen Rumgesitze vorm Bildschirm (z.B. jetzt, Blogposts schreiben - wer macht denn sowas? Danke übrigens Dirk, für die Crossreferenz vom 2. Januar - gestern erst gelesen. Wer Iberty noch nicht kennt, findet dort Miss Piggy beim Traktorpulling.).

Um nicht vorzeitig das Handtuch zu werfen, werde ich mir die zweite kostenlose Probestunde am Freitagmorgen auch nochmal geben, bin mir aber eigentlich schon sicher, dass ich den Kurs nicht buchen werde. Dafür geht es morgen von 18:00 bis 19:30 zum Karate (Diese Woche sind alle Kurse kostenlos).

Montag, 13. Januar 2014

Einführung in die Photographie und anderes

Heute war der erste Kurs "Einführung in die Photographie" zu der unser Kursleiter entspannte 30 min zu spät kam, weil er den Kursbeginn verlegt hatte ohne die entsprechende Mail zu verschicken. Manuel Pina sitzt dann mit kurz geschnittenen Rasterlocken an einem Ende des Raumes und schiebt per Beamer seine Mindmap zur Unterrichtsgestaltung auf der Wand am anderen Ende hin und her, während er uns erzählt, welchen Einfluss die Erfindung der Photographie damals hatte. Als wäre er dabei gewesen. Sehr eindrucksvoll und spannend zuzuhören, allerdings beschränkte sich die Teilnahme am Unterricht heute auch darauf.
Manuel geht das Ganze sehr künstlerisch/philosophisch (Licht war schon immer ein Symbol, eine Metapher für Gott, für das Mystische. Daran sollen wir in allen Hausaufgaben, die wir bekommen z.B. immer denken) an. Irgendwann während des Kurses werden wir auch mal Fotos machen und entwickeln, aber das ist nebensächlich. Ach ja, es braucht natürlich jeder eine analoge Kamera.
Der Ansatz gefällt mir, es macht Spaß sich einem Thema von anderer Seite zu nähern.
Hausaufgabe zu nächster Woche ist es ein kleines Etwas zu basteln, mit dem sich Licht verändern, beeinflussen lässt und es mitzubringen.

Am Wochenende war ich mit einigen anderen Austauschstudenten im Mahoney's Pub auf dem Campus. Eine mehr oder weniger irische Kneipe mit Live-Musik und sehr gutem kanadischen Fassbier. Sehr gut heißt dann aber auch $ 7,25 pro Glas + Service. Dennoch sehr schön dort. Nur halt nicht für jeden Tag.

Ansonsten war ich noch wasserfeste Schuhe kaufen und habe dabei die Einwegkamera zum Entwickeln abgegeben, die mir Sebo beim Abflug mitgegeben hat. :)
Auf dem Rückweg gab es endlich mal wieder etwas freien Himmel und eine Druckerei, deren Werbung mich komischerweise angesprochen hat ;)



So weit so gut. Mittwoch früh geht's zum Aikido. Hoffe ich.

Freitag, 10. Januar 2014

Nachtrag: Autos und ihre Kanadier

Nachdem ich gestern mit Jason zuerst in der "Old Spaghetti Factory" essen und danach Billard spielen war, kann ich noch ein bisschen mehr zum Thema Autos mitteilen.

Meine Vermutung bezgl. Rechtsabbiegen war richtig. Man kann an jeder roten Ampel rechts abbiegen, wenn der Weg frei ist.

Die Zivilstreifen, die hier rumfahren sind vergebene Liebesmüh, weil dafür exakt das gleiche Modell verwendet wird wie bei den normalen Streifenwagen. So weit noch kein Fehler. Es fährt nur sonst niemand dieses Modell, was es dann doch eher einfach macht, diejenigen zu erkennen.
Das FBI oder wie auch immer die kanadische Abteilung davon dann heißt (Royal Canadian Mountain Bureau of Investigation?) fährt entsprechend der Erwartungen große, schwarz verspiegelte SUVs.

Da das Studium hier generell teurer ist als man es z.B. aus Deutschland gewöhnt ist, tummeln sich hier auch deutlich mehr eindeutig überversorgte Kinder. Zumindest ist das eine möglich klingende Erklärung. Läuft man z.B. eine der Hauptstraßen auf dem Campus entlang sieht man die Autos im Bereich 60.000 - 150.000 € hintereinander aufgereiht. Natürlich immer die Top-Versionen. Da parken Porsche Panamera GTS, Maserati Quattroporte, Mercedes SLS in der AMG-Version, BMW M5 usw alles nebeneinander. Dazwischen vielleicht mal nur ein M3 oder so, aber alle mit einem roten L oder grünen N hinten drauf.
Jason vermutet eher, dass es gerade aus China jedoch auch eine Menge Leute gibt, die Schwarzgeld unterbringen wollen und dass das nichts mit den Studiengebühren zu tun hat.
Jetzt erklärt sich auf jeden Fall auch der "Student Sportscar Club" der ebenfalls unter den zig Studentenclubs hier auftaucht und Fahrten zu verschiedenen Rennen bzw auch die Teilnahme daran organisiert.

Zum Abschluss noch zwei, drei Bilder vom erhöht liegenden Universitätsgelände auf die tiefer liegende Stadt und Bucht geschossen. Das war vorgestern nur spontan auf dem Rückweg vom Einkaufen. Wenn es weniger regnet, muss ich da auf jeden fall nochmal Nachts losziehen und das Stativ mitnehmen.



Donnerstag, 9. Januar 2014

Wenn der Verwalter mit dem Prof und so..

Noch bevor ich nach Vancouver flog, habe ich mal bei der Suche nach Kursen einen Kursverwalter aus der Kunstfakultät angeschrieben, ob es die Möglichkeit gäbe, den Kurs "Introduction to Photography" auch ohne die vorgeschriebenen anderen Kurse zu belegen. Ich brauche ja einen Kurs, damit ich das Semesterticket hier bekomme.

Damals hieß es, dass das wohl nicht möglich sei. Damit habe ich dort nicht weiter nachgehakt und mich nach weiteren Kursen umgeschaut. Bin aber nicht so recht fündig geworden. Weswegen ich gerade mit der Univerwaltung in Kontakt war, ob man nicht doch irgendwie das Semesterticket bekommen könnte.

Gestern bekomme ich eine eMail vom Kursbuchungssystem der UBC, dass ich gerade von der Warteliste in den o.g. Fotografiekurs eingeschrieben worden bin. Kann mich zwar nicht erinnern, mich auf die Warteliste gesetzt zu haben, aber immerhin. Habe jetzt also Montags von 9-12:00 Einführung in die (analoge) Fotografie. Binnen Sekunden nach der ersten eMail, bekomme ich Nachricht vom Finanzverwaltungsystem, dass ich doch bitte meine überfälligen $ 170  für das Semesterticket bezahlen soll, was ich promt per Onlinebanking tue. Ungefähr eine halbe Stunde später kann ich mir auf dem Weg zum Mittagessen dann schon mein Semesterticket aus dem Automaten ziehen. Erstaunlich gut vernetzt das System hier. Jetzt muss ich nur hoffen, dass das mit dem Kurs kein Versehen war, dann kann ich mir jeden Monat das Ticket ziehen und spare einiges. Eine Monatskarte für nicht-Studenten kostet fast so viel wie das Semesterticket für ein ganzes Semester.


Das Foto auf dem "unclassified" Studentenausweis ist an meinem ersten Tag hier entstanden, ich war also einigermaßen müde.

Nächste Woche will ich Aikido ausprobieren, allerdings sind die Kurse morgens früh um 7:00. Mal sehen, ob ich mich aufraffe.

Mittwoch, 8. Januar 2014

Andere Länder, andere Tüten

Es gibt hier ja wirklich alles in den verschiedensten Formen und vor allem Packungsgrößen.
Das hier hab ich allerdings nicht erwartet. (War dann übrigens auch der Kaufgrund, genau wie bei den "Vollkornchips")

Dienstag, 7. Januar 2014

Studentenwohnung III

Gestern Abend gegen 22:00 kam dann doch noch Liheng aus China an und wir haben uns ganz gut unterhalten. Er ist im letzten Bachelorsemester seines Landschaftsarchitektur/-planungsstudium.
Gegen 0:00 ins Bett und gegen 1:00 wieder aufgewacht, weil Liheng und Mathias diskutieren, wie er wieder in sein Zimmer kommt, aus dem er sich gerade ausgeschlossen hat.
Von der Wohnheimsverwaltung bekommt Liheng einen Ersatzschlüssel, der leider zu meinem Zimmer gehört. Also muss er nochmal vorbei gehen und bekommt dann endlich den richtigen Schlüssel. Inzwischen ist es 2:00 und ich versuche wieder einzuschlafen.

Beim Frühstück treffe ich noch kurz Joe, der irgendwann in der Nacht aufgetaucht ist und gerade sein Taxi zum Flughafen besteigt, und Mathias der sich auf den Weg zum Unterricht macht. Da es hier keinen Wasserkocher gibt und ich alle Töpfe nach ihrem Aussehen dem Geschirrspüler zugeordnet habe, heute Frühstück ohne Tee.

Einiges im Labor organisiert und es geht voran; Ein gutes Gefühl nach so vielen, zwar auch schönen, aber unproduktiven Tagen. Zum Mittagessen treffe ich die anderen Deutschen am Institut, Wolfgang, Luisa, Sebastian und Sebastian. Wolfgang und Sebastian sind nur noch knapp 3 Monate hier, während Luisa ihren Post-Doc hier macht und Sebastian 2 gerade seinen Master hier anfängt. Wir finden eine fast an deutsche Mensen erinnernde Küche in einem der Wohnheime und haben ein sehr angenehmes Mittagsmahl.
Es regnet übrigens seit gestern Nacht und soll sich die nächsten 5 Tage auch nicht ändern. Man vergleiche Berlin und Vancouver:



Nachdem ich Einkäufe und Wunderlich'sches Pake (vielen Dank! :) ) aus der Stadt geholt habe, treffe ich zuhause Eric, der gerade ankommt. Eric studiert Informatik, ist Koreaner und auch nur noch diesen Term hier. Danach gehts zurück. Ich habe Geschirrspülmittel gekauft und den Spüler angeworfen, da bekomme ich von Eric zu hören, dass das seit er hier wohnt noch nie passiert ist. Genau so sah es auch aus, möchte man antworten, aber das verkneife ich mir dann doch. Eric kocht gerne und freut sich schon ab und zu mit anderen zusammen zu kochen.

Weder Liheng noch Mathias habe ich heute Abend zu Gesicht bekommen. Draußen wird gekifft. Bonnie erklärte mir bei meinem Umzug, dass das in Kanada wohl verboten ist, es aber keine Strafen gibt und deswegen Konsum und Besitz durchweg toleriert werden. Es gibt am 20. Juli auch soetwas wie eine Hanfparade.

Naja, da bin ich ja nicht hier ;)

Montag, 6. Januar 2014

Studentenwohnung II / International Student Welcome

Mathias beim Frühstück kurz gesehen, während er aus dem Bad wieder in sein Zimmer ging.

Ins Labor, Planung gemacht, Chemikalien bestellt, Lieferung abgeholt. Beim Mittagessen versucht den zuständigen Mitarbeiter fürs Semesterticket zu bekommen. Leider in einem Meeting, aber ich kann ihm ja eine Mail schreiben. Mehrere Mails erledigt die eh anstanden.

Um 15:30 war International Student Welcome im Asia Center am anderen Ende vom Campus. Super Gelegenheit sich mal etwas genauer auf dem Campus umzusehen und das Asia Center klingt sowieso interessant. Jeder bekommt beim Eingang einen UBC-Stick (siehe Bild) mit wichtigen Informationen und Erklärbärvideos.



Erwartet werden 240 Studenten; es kommen ca. 120. Nachdem wir eine halbe Stunde gewartet haben, geht es auch schon los. Wie man einen Kurs bucht, was man mit der Krankenversicherung alles bekommt, warum man betrunken keinen Sex haben darf. All so wichtige Sachen. (Kanadisches Recht sieht vor, dass vor dem Sex eine Einwilligung bestehen muss und diese kann man betrunken nicht geben.)

Bis die ganze Show startete habe ich schon zwei Holländer (Namen schon wieder vergessen), David (Chinese), Victoria (Australierin) und Günther den Spanier kennen gelernt.

Wir bekommen den sehr mütterlichen Hinweis, dass wir während unseres Aufenthalts zwar auch die Gegend erleben und Spaß haben sollen, darunter aber auf keinen Fall unsere Studienleistungen leiden sollten. Wir sollten schließlich daran denken, warum wir hier sind...

Am Ende gibt es auch einen kleinen von Studenten organisierten Teil der die Leute ein bisschen durcheinander mischt und zum kennen lernen anregt. Im Anschluss ist Pizza angekündigt.
Leider sind es so viele Namen, dass man viele gleich wieder vergisst. Ich sehe einen weiteren Holländer wieder, den ich gestern schon beim Schlüssel abholen getroffen habe. Ansonsten noch 6 Italiener, die alle von der selben Uni kommen, sich aber größtenteils erst hier kennen gelernt haben, 3 Däninnen (komisches Wort) und eine Französin. Bis auf die Australierin wohnen eigentlich alle im selben Wohnheim wie ich. Scheint die Austauschstudentenablage zu sein ;)

Es gibt allerdings von 120 nur ca. 10-20 Studenten, die 6 Monate oder länger bleiben. Die meisten kommen nur für diesen Term, also 4 Monate.

Die Gesprächsrunden werden beendet, die Pizzen sind in Wirklichkeit Sandwiches von Subway. Dazu gibt es Wasser. Gegen 19:00 gehen alle nach Hause.
Meine Erkenntnis aus den Gesprächen: Ich bin verdammt froh, keine Kurse mehr belegen zu müssen.

Zuhause angekommen, scheint nur Mathias da zu sein. Seine Jacke hängt im Flur, aber das ganze Haus ist dunkel. Kein Neuzugang und auch Joe, der auf der Couch pennen wollte, ist nicht da.

Immerhin soll am Mittwoch Eric, der informatikstudierende Chinese, mit dem Router kommen..

Zum Abschluss Eindrücke aus der WG: Komisches Duschgel, meine scheinbar wütende Zimmertür und sachdienliche Hinweise der Wohnheimleitung am frisch geputzten Zimmer.




Sonntag, 5. Januar 2014

Studentenwohnung

Bin heute also umgezogen. Ins "Wohnheim", besser bekannt als Reihenhaussiedlung.
Im Commonsblock der Siedlung habe ich meine Schlüssel, Waschkarte und gegen $ 1.00 Gebühr ein Netzwerkkabel bekommen. Wlan gibt es in den Wohnungen nicht, aber wir setzen bestimmt noch eins auf.

Zurück in der alten Wohnung wurde der Koffer immer voller, obwohl noch längst nicht alles gepackt war, hat dann aber doch irgendwie gepasst. War ja extra für den Umzug noch bei Ikea Bettdecke, Kissen und Bezüge kaufen, eine Zusatztasche gab es also schon und ich wollte nicht noch mehr schleppen. Bonnie hat mich netterweise rübergefahren, sodass ich mich nicht durch den Bus quälen musste.

Bei Ankunft war die Wohnung leer. Mein Zimmer ist ca. 3 mal so groß wie das bei Bonnie, bietet aber erstaunlich weniger Stauraum aufgrund fehlender Möbel. 4 Regalbretter, ein kleiner Nachttisch und der Schreibtisch mit 3 Schubladen. Das wars. Eine Kleiderschranknische mit Garderobe aber ohne Kleiderbügel. Der Schreibtisch stand zuerst in der Ecke neben der Tür, was angenehmer aussah, aber da die Netzwerkdose am Fenster ist, habe ich erstmal umgeräumt.


Inzwischen ist Mathias angekommen, hat 10 L Bier für nächsten Monat angesetzt und sich schlafen gelegt. Eric kommt erst am Mittwoch, weil der Flug dann billiger war und was mit dem 4. Mitbewohner ist, weiß keiner.

Die Wohnung erstreckt sich über zwei Geschosse mit je einem Bad. Dusche gibt es jedoch nur oben. Unten sind Küche/Wohnzimmer und Mathias' Zimmer, wohingegen oben die anderen drei einigermaßen gleich großen Zimmer sind. Die gesamte Wohnung ist sehr kalt eingerichtet, aber das werden wir schon noch ändern. In der Küche gibt es alles, was man braucht und mein vorheriger Zimmerbewohner hat einige Tees übrig gelassen, die er nicht mitnehmen wollte.

Gerade sehe ich von meinem Fenster aus einen sehr schönen Sonnenuntergang, für Meerblick sind wir allerdings nicht hoch genug.

Mal sehen was heute abend noch geplant ist, ich werde jetzt mal kochen.

Donnerstag, 2. Januar 2014

Hui Buuh

Wir haben  Windgeschwindigkeiten von 55 km/h und bei heftigen Böen schwankt das Haus. Fühlt sich nicht gefährlich an, war aber gerade eine unerwartete Erfahrung.

Vancouver - Land unter

Heute hat eine neue Regenperiode mit "echtem" Vancouver Wetter begonnen. In den nächsten 10 Tagen soll es abgesehen von Sa und So nur regnen.

Dazu habe ich heute gleich mal die Regen abweisenden Eigenschaften meiner Jacke testen können. Funktioniert tadellos. Leider auch umgekehrt. Wer also eine halbe Stunde im Regen herumläuft und danach entscheidet, doch die Kapuze aufzusetzen, bekommt - so wie ich - einen ziemlichen Schwall Wasser in den Nacken. Zum Glück war ich schon fast zuhause.

Mittwoch, 1. Januar 2014

Wandern auf Chief Mountain

Wurde gefragt, ob ich gerne mit Wandern komme. Klar wieso nicht, ein bisschen Natur fotografieren und mal raus kommen. Die Uhrzeit mit 9:00 Uhr früh am Neujahrstag war zwar etwas unchristlich, hat aber doch noch geklappt. An der Kreuzung an der ich eingesammelt wurde, gab es vor einem Kaufhaus neben den Fahrradständern auch kostenlose Druckluft und Montagewerkzeuge.


Mit Proviant und Kamera geht es los in Richtung Chief Mountain im Squamish-Gebiet, einem der Landstriche, die an die Ureinwohner zurückgegeben wurden. Chief Mountain liegt ca. 45 min Autofahrt nördlich von Vancouver und bietet drei Spitzen, die erklommen werden möchten. Also machen sich Arman, Amin und ich auf den Weg. Die Mülltonnen am Parkplatz sind alle mit Bärensicherung und man wird mit mehreren Schildern darauf hingewiesen seinen Müll zu entsorgen, die Eimer zu schließen und keinen Müll irgendwo liegen zu lassen. Glücklicherweise sollen wir heute aber keinem Bären begegnen. Um diese Zeit sind die Bären in höher gelegenen Gebieten.
Unser Ziel ist die zweite Spitze des Berges, die die erste Spitze überragt und durch ihre Position einen besseren Blick als die nur unwesentlich höhere dritte Spitze bietet. Es gilt von ca. 70 m Höhe auf ca. 670 m zu kommen.
Amin war hier schon mehrfach und mimt den Guide. Es geht direkt los, anfangs noch mit Holztreppen mit gefühlten 780 ° Steigung. Diese verabschieden sich aber schon kurz nachdem man an dem kleinen Wasserlauf vorbei auf etwas höhere Ebenen vorstößt. Auch hier alles i.O. man kraxelt irgendwie über Wurzeln und Steine die mehr oder weniger eine Treppe bilden. Frage mich, wieso ich eine Jacke dabei habe. Amin legt ein gutes Tempo vor und trägt als einziger von uns richtige Bergwanderschuhe. Arman kommt in seinem Tempo hinterher und ich wechsle immer zwischen Atemnot und Schweißausbrüchen und dem Versuch mit Amin Schritt zu halten. Die teilweise mehrere tausend Jahre alten Bäume um uns herum und die von Gletschern glatt geschliffenen Felsen sind wahnsinnig beeindruckend, aber ich komme kaum dazu die Kamera auszupacken.

Es gibt immer wieder tolle Felsformationen bzw Einschnitte in den Fels und die Bäume finden in der kleinsten Spalte einen Weg etliche Meter in den Himmel zu wachsen. So schlägt Papier also Stein.



Beim Photomerge haben die Bilder irgendwie verschiedene Farben bekommen, aber ihr seht, um was es geht.
 

Während wir mehr oder weniger mühsam eine Stufe nach der anderen erklimmen passieren uns doch tatsächlich zwei Jogger... Oder was auch immer die trainieren, wozu sie einen so steilen Pfad hochrennen müssen.

Spätestens weiter oben haben aber auch die beiden hoffentlich Vorsicht walten lassen. Nach einem kleinen Hinweisschild, dass der Trail, dem man hier folgt, nicht immer voll gepflegt sein muss und "kein Spaziergang im Park" ist, kommt die Abzweigung zur ersten Spitze die wir winkender Weise hinter uns lassen und immer steilere Stufen erklimmen. Amin setzt uns in Kenntnis, dass wir jetzt unsere Handschuhe anziehen sollten, weil das jetzt eher in Richtung Klettern geht. Wollten wir nicht wandern?
Und tatsächlich: Der Weg kann noch steiler werden. In die Felswand oder den Boden, je nachdem was greifbar ist, sind Stahlketten gebohrt worden, damit man sich an den schwierigeren Stellen irgendwo festhalten kann. Ich muss meine Jacke trotz des Schweißes wieder anziehen, weil ich beide Hände brauche.

Aus diesem Weg wurde dann...


...dieser. Und ja, direkt dahinter geht es steil hinab oder an einer kleinen Kette nach rechts etwas weniger Steil weiter.


Dass der Weg von Menschen gepflegt wird, merkt man wirklich nur noch an den Ketten und der, an einer zu steilen Stelle auftauchenden, Leiter. Kurz vorher musste man aber schon an der o.g. schmalen Stelle nur mit Hilfe der Kette und abstützen an den Schluchtwänden einen ca. mannsgroßen Felsbrocken überwinden.


Teilweise laufen wir wenige Meter am Abgrund entfernt. Aber es macht Spaß und wenn man sich für jeden Schritt die nötige Zeit nimmt, alle Griffe vor Belastung testet und sich gegenseitig Hinweise gibt, funktioniert es wunderbar. Oben angekommen entschädigt die Aussicht für die geschätzten 10 Liter Schweiß (2 für den Aufstieg und 8 zusätzlich an den steilsten Stellen).

Die kleinen Menschen da drüben sind auf Spitze 1 und die Bucht führt bis ins Meer. Man könnte auch mit dem Boot zurück nach Vancouver fahren.


 Ja. Von da unten sind wir gekommen.


Auch hier, die Natur findet ihre Wege. Links im Bild, Arman.


Noch zwei missglückte Panoramen, aber man bekommt einen kleinen Eindruck. 



Hätte ich vorher gewusst, was mich erwartet, hätte ich wahrscheinlich Zweifel gehabt, aber ich habe nichts bereut. Es hat Spaß gemacht und die Gegend ist einfach wunderschön.
Wir sind dann natürlich den gleichen Weg wieder runter, es gibt keinen anderen. Glitschige, steile Wege rückwärts runterhangeln ist auch eine Erfahrung.
Auf dem Weg nach unten sind wir immer mehr Leuten begegnet und haben unter anderem auch mehrfach Leute mit Hund und Kleinkindern gesehen, die es immerhin zur 1. Spitze schaffen wollten. Ich war beeindruckt, weiß aber nicht, ob all die Kinder (ab gerade Laufen gelernt) so glücklich mit dem Hobby ihrer Eltern waren (Ob die Eltern beim Tragen nach den ersten 20 min ebenfalls noch glücklich waren, wage ich auch nicht zu sagen). Alles in allem ein toller Tag und heute werde ich mit Sicherheit verdammt gut schlafen.

Falls ihr irgendwann die Gelegenheit bekommt so eine Tour zu machen. Nutzt sie.