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Montag, 18. August 2014

Zeit-Entgleisung in bewegten Bildern

Das bekommt man zumindest wenn man Time-Lapse übersetzt und jeweils die erste angebotene Bedeutung nimmt.

Ein erster Versuch von unserem Balkon im 15. Stock. Alle 5 Sekunden ein Bild, 999 Wiederholungen. Zum Glück per Kameraeinstellung und nicht manuell.
Danach nur noch in Photoshop schmeißen und Konvertieren.

Genießt euren vancouver'schen Sonnenuntergang.


Bald mehr vom High Falls Creek Trail.

Dienstag, 15. April 2014

The Rolling Stones feat. Der Mann im Mond - Paint it red.


Die Wolken schieben sich langsam über den Himmel und während der Wind die Baumwipfel in den Schlaf wiegt, gibt ein Loch in der Wolkendecke plötzlich einen blutroten Mond frei..
Unvorbereitet gestern abend darauf gestoßen worden, dass eine totale Mondfinsternis ansteht.



Dank gefühlten 3 Mio. Lichtquellen gestaltet sich die Fotografie schwierig und scharf stellen ist Nachts eine besondere Freude. Umso schöner, wenn dann doch ein, zwei gute Fotos bei raus kommen.




Natürlich nichts gegen die Profis von Reuters.

Nächstes Mal (Nacht vom 8. auf den 9. Oktober 2014) wird mit mehr Vorbereitung ein besserer Ort (auf-)gesucht.

Montag, 31. März 2014

Whitehorse IV - Nordlichter!

Sonntag tagsüber auf die nächsthöhere Ebene, wo sich auch der Flughafen befindet, gewandert.
Wie schon die beiden Tage zuvor: Keine Wolke am Himmel, die Sonne knallt. Hier kann man sich auch locker bei -20 °C einen Sonnenbrand holen.

Hat man die Klippen erstmal erklommen, steht man direkt vor dem Absperrzaun des Flughafens wo gerade im Minutentakt Cessnas landen.
Zwischendurch dann auch mal eine Turboprop-Maschine von Yukon Airlines. Der Hauptstadtflughafen besitzt genau eine Lande-/Startbahn.


Entlang des Zauns geht es weiter zum Ende des Rollfeldes und dann die Klippen entlang einmal halb um Downtown.



Die Pfeilspitze markiert meine Unterkunft

Rückweg über die weniger steilen und enteisten Treppen. Jemand hat ein Gedicht o.ä. an den Stufen angebracht, also nochmal hoch und die Zeilen mitschreiben. Es scheint allerdings möglich, dass einige Schilder schon fehlen.


She arrived on a boat / after the war / She constructed a world / in her mind / She said she always liked / a man in uniform / Dancing to Nat King Cole / She raised eyebrows with her / bleach blonde hair / She married a jealous man / and his mother / She knew better than / to ask for help / She was too smart / for her own good / She loved lemon crepes / but hated moths / She lived on





Abends ging es dann wieder los. Raus aus der Stadt zu den 4 Hütten der Northern Tales Veranstalter. 2 von 3 Chefs der Organisation sind übrigens ausgewanderte Deutsche und auch unter den Guides finden sich neben Japanern mehrere Deutsche.

Beide Tage verliefen ähnlich.
21:30 Treffen vor dem Best Wester Gold Rush Inn, Zusammenfinden von Gruppen und Guides. Einsteigen in die kleinen Busse (10-Personen) und ab zur entsprechenden Hütte. Am Samstag waren es so viele Leute, dass ein Klein- gegen einen Schulbus getauscht wurde.
Jap, so ein gelber.

Die Hütten liegen alle fußläufig beieinander und sind mit Gaskocher, Holzofen, Keksen, Tee, heißer Schokolade und Kaffee ausgestattet. Man nähert sich ja schon mit großen Schritten dem Sommer, deshalb ist es trotz untergegangener Sonne um 22:00 noch relativ hell dort draußen.


Es sind schon einige Sterne zu sehen, allerdings noch wenig im Vergleich zu später in der Nacht.

Wer kein Stativ besitzt kann eines von etlichen selbstgebauten Stativen aus der Hütte nehmen und die Zeit, bis die ersten Nordlichter zu sehen sind, wird von den Guides genutzt, um den Leuten ihre Kameras zu erklären. Es gibt auch mehrere Leute, die mit ihrer kleinen Point-and-Shoot Digicam dabei sind. Bei den meisten sind es glücklicherweise Geräte, die die entsprechenden Einstellungen zulassen. Am zweiten Tag ist leider jemand dabei, dessen Kamera keine ausreichend langen Belichtungszeiten zulässt, also legt er sich zwei Stunden in den Schnee und genießt einfach die Show.

Die Nordlichter.
Es gibt einige Faktoren, die die Polarlichter oder auch Aurora Borealis/Australis (je nach Nord- oder Südpol) beeinflussen. Dabei spielen das Magnetfeld der Erde, insbesondere die aktuelle Feldstärke, die Flussrichtung, sowie die Stärke der auf die Erde treffenden Sonnenstürme eine Rolle. Bei letzterem zählen sowohl Geschwindigkeit der ausgestoßenen Partikel als auch die Partikeldichte. Nahe den magnetischen Polen verläuft das Magnetfeld senkrecht zur Erde und ermöglicht so das Eindringen der Partikel in die oberen Schichten der Erdatmosphäre (Wikipedia hat hierzu ein nettes Bild) wo die Partikel mit Sauerstoff und Stickstoff kollidieren. Durch die Kollision wird Energie von den Parikeln (Elektronen oder Protonen) des Sonnenwindes auf die Atome in der Atmosphäre übertragen, wobei diese angeregt werden. Kehren die angeregten Atome in ihren Normalzustand zurück, erfolgt das unter Abgabe der überschüssigen Energie in Form von Licht.
Grün und Rot kommen dabei vom Sauerstoff, Violett und Blau vom Stickstoff.

Samstag gegen 23:00 und Sonntag etwas später zeigten sich die ersten Nordlichter in Form eines mit bloßem Auge kaum sichtbaren Bandes knapp über den nördlichen Baumwipfeln. Die Farben kann man erst auf dem Foto erkennen.



Mit fortschreitender Dunkelheit, sind die Nordlichter besser zu sehen. Verschwinden allerdings zwischendurch auch mal wieder komplett. Sind sowieso immer in Bewegung, mit wechselnder Intensität und vor allem atemberaubend.



Die schwache Aktivität erfordert hier noch Belichtungszeiten von 30 oder mehr Sekunden und Lichtempfindlichkeiten von ISO 1600 oder höher, was für relativ körnige Fotos und verschwommene Sterne sorgt.
Als die Aktivität zunimmt, fangen die Guides an Fotos von den Teilnehmern vor den Nordlichtern zu schießen, was durch lange Belichtung mit abschließendem Blitz geschieht.
Hat von einer der anderen Hütten den ganzen Abend über wütende "No FLASH!!!!"-Rufe zur Folge und ruiniert leider wirklich einige Fotos.
Dafür ist es eben eine solche Tour und keine eigene Expedition




Dabei kann man auch ohne Blitz im Bilde sein.


Sonntagnacht ist die Aktivität trotz späterem Beginn zwischenzeitlich sogar stärker als Samstag. Das führt in Verbindung mit dem zweiten, lichtstärkeren Objektiv, zu Belichtungszeiten von 13 Sekunden bei ISO 800.




Selbst ohne Nordlichter gibt es hier aber viel zu sehen.

Unser Bus vor der Hütte. Rechts das kleine Lagerfeuer, an dem man Marshmallows rösten konnte.

Groß, hell, gelb - Mars.

Groß, hell, nicht gelb - Jupiter

Ein Teil der Milchstraße
Gegen 02:00 geht es dann zurück in den Bus und zurück in die Stadt. Auch der etwas grummelige ("They'll better be there and good. We've come quite a long way to see them.") Australier, der mit seiner Frau gerade zu seinem 40. diese Reise macht, ist zufrieden.


Montagvormittag standen dann noch ein Spaziergang zum Staudamm, oder der Besuch eines der beiden städtischen Museen zur Auswahl, aber man kann es ja auch mal einen Tag ruhig angehen lassen. Stattdessen hat Lily ein Vorabfoto der Nordlichter ergattert. ;)

Zu 13:50 ein Taxi zum Flughafen bei "Grizzly Cabs" bestellt.
Um 14:02 erscheint ein "Premium Cabs"-Taxi mit quietschenden Bremsen und klapperndem Motor.
Ich will ja nur die kurze Strecke zum Flughafen.
Im Fahrzeug fällt der dezente Riss in der Frontscheibe auf. Vom linken zum rechten Außenspiegel mit einem kleinen Arm, der sich in der rechten Hälfte der Scheibe nach oben frisst.
Premium.

Bei der Gepäckaufgabe nach dem Gate gefragt, da auf der Boardkarte keines angegeben ist.
Es gibt nur eins. Nach Securitycheck, warten wir direkt am Gate auf das Flugzeug.


Dieses landet, die ankommenden Passagiere laufen zwischen uns hindurch, wir dürfen einsteigen und dann geht es über ein Meer von schneebedeckten Bergen zurück gen Vancouver.


American Hustle ist auch nicht mein Film. Also wieder Rock-Kanal.

Freitag, 28. März 2014

Whitehorse I

Es geht los.

Jason spielt Chauffeur, Koffer abgegeben, durch den Sicherheitscheck und vorbei am "Flying Traveler"


Immernoch eine Stunde bis Abflug.


Donnerstag, 20. März 2014


Soeben endlich gebucht.
28.-31. März Nordlichtgucken in Whitehorse, Yukon.
Bus wäre nur halb so teuer gewesen wie fliegen. Dauert aber alleine auf dem Hinweg von Freitag 7:45 bis Sonntag 4:30 Uhr. Da ist dann nicht mehr viel mit Wochenende und Fotos machen.. Sorry Umwelt, sorry Geldbeutel.

Ausführlicher Bericht kommt dann in ca. 12 Tagen.


Heute um 10:00 Uhr kanadischer Zeit war übrigens persisches Neujahrsfest, Nouruz oder auch Frühlingsanfang.
Logischerweise gibt es hier eine große iranische Community, die dann auf der Main Mall auf dem Campus mit 3 Zelten, Musik, Tee, einem weiteren typischen Getränk, klassischer Tanzvorführung und viel guter Laune gefeiert hat. Jeder der vorbei kam, war herzlich eingeladen dazuzukommen und sich an Tee und Keksen zu bedienen.


Wichtigster Brauch ist der/die/das Haft Sin, eine Zusammenstellung von Sieben Dingen, deren Bezeichnung mit dem persischen S beginnt und die jeweils eine Bedeutung für das neue Jahr haben. Der persische Kalender geht nicht nach dem Mond sondern nach der Sonne und man ist gerade irgendwo im Jahre 1300-irgendwas. Es gibt wie im chinesischen Mondkalender 12 Tiere, die größtenteils mit den Chinesischen übereinstimmen. Wir befinden uns im Jahr des Pferdes.
Zu den Neujahrsfestivitäten gehören noch viele weitere Bräuche, dazu verweise ich aber einfach mal auf Wikipedia oder den nächsten Iraner, Afghanen oder Pakistani in eurer Nähe.

Während das Fest voll im Gange war, wurde der große Brunnen 2 Meter daneben abgeschaltet und von einem ziemlich unbeeindruckt herüber blickenden Mann im gelben Ölzeug per Kärcher gereinigt. Ein skurriles, aber sehr komisches Bild.



Gegen Abend ging es noch mit Sean durch den südlich des Campus' gelegenen Pacific Spirit National Park (so'n Waldstück da neben meinem Wohnheim ;) ) bis runter zum Strand und wieder zurück. Auf dem Weg zeigten sich auch zwei Adler und einige kleinere Vögel kamen im Wald bis auf einen Meter an uns heran. Ob die Fotos was geworden sind, wird sich allerdings erst nach der nächsten Session in der Dunkelkammer zeigen.

Dienstag, 4. März 2014

Jug Island Beach

Jug Island ist eine winzige Insel im Indian Arm östlich von North Vancouver. Die Insel selbst ist ziemlich klein und unbegehbar. Es gibt aber eine nette Strecke durch den nördlichsten Teil des Belcarra Regional Park, die an einem kleinen Strand mit Blick auf Jug Island endet.

Da man ca. 2,5 h mit drei oder mehr Bussen dorthin unterwegs ist, dezimiert sich die Teilnehmerzahl dann schnell auf 2 Personen. Immerhin müssen Anne und ich uns so nicht hetzen lassen, weil die Nichtfotografen schneller sind.
Wir fahren Samstag um 8:30 von der Uni aus los und können so die Stadt beim Aufwachen beobachten. Auf dem Rückweg werden die Straßen und Busse belebt sein, im Moment ist alles ruhig und friedlich.
Auf dem Weg fährt man unter anderem auch mal wieder durch East Hastings und wird dank der vielen Obdachlosen daran erinnert, dass Downtown nur einen kleinen Ausschnitt von Vancouver zeigt. Diese Busfahrt endet in Port Moody, was irgendwie noch zur Greater Vancouver Area gehört, sodass unsere Semestertickets hier noch gelten. Eigentlich ist es aber schon eher ein eigenes kleines Nest und wirkt ziemlich verschlafen und langweilig.
Die letzte Strecke wird mit einer C-Linie zurückgelegt, was kleinere Busse, so in etwa dem N35 entsprechend, sind. Dafür bekommt man die volle Dröhnung Superhits aus dem Busradio und einen sehr fröhlichen Busfahrer mit Irokesen.

Auf den ersten 2,5 km des Weges begegnet uns niemand und der dichte, völlig sich selbst überlassene Wald bietet einige sehr schöne Motive. Alles ist mit Generationen von Moos und Farn bewachsen und immer wieder sieht man neue Bäume aus Alten wachsen, sowie faszinierende Formen.









Völlig sich selbst überlassen ist vielleicht übertrieben, der Weg wird gepflegt und es gibt an schwierigen Stellen auch Treppen, aber links und rechts vom Weg darf sich die Natur noch selbst zwischen Autobahn und Kleingartenkolonie entscheiden.




Nach ca. 1,5 Stunden erreichet man den Strand mit Blick auf das winzige Jug Island. Es gibt eine Toilette und bärensichere Mülleimer, etliche Muscheln und Seetang. Direkt vor der Insel ist eine Familie Enten unterwegs, während aus dem Wald eine Familie Menschen mit zwei Hunden (Schäferhund und Labrador. Der Labrador überquert den Strand innerhalb einer Millisekunde und lässt sich erstmal nicht mehr aus dem Wasser bringen) bricht. Ganz alleine ist man hier also doch nicht unterwegs.






Nach einer Mittagspause am Strand machen wir uns wieder auf den Weg Richtung Bus, während über uns, aber leider zu weit Weg, ein Adler kreist.
Ungefähr auf der Hälfte des Rückwegs begegnet uns eine asiatische Busreisegruppe mit ca. 30 Personen und 95 Kameras, die unsere Pause am Strand sicherlich weniger idyllisch gemacht hätten. Timing ist manchmal alles.