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Sonntag, 26. Januar 2014

Lynn Canyon und mehr

Nachdem es sich schon seit Mittwoch immer wieder in Auszügen angekündigt hatte,

 
war heute (Sa. 25.01.) extrem gutes Wetter. Keine Wolke am Himmel, ca. 12 (gefühlte 16) °C. Perfekt also um wieder wandern zu gehen. Doch dazu gleich.

Diese Woche wechselten sich Labor- und Schreibtischarbeit ab - endlich wieder experimentieren! Zuerst mal alle Systeme checken und die Grundlagen vorbereiten. Beim Kalibrieren der Elektroden fällt auf, dass gerade die Neue zu starke Abweichungen hat und man sich erstmal mit dem Hersteller auseinandersetzen muss.
Das Labor ist sehr gut organisiert und mit einem einzigen - dafür 8-Kanal-fähigen - Potentiostaten ausgestattet, der die gesamte Laborbank mit Messplätzen versorgt. Sehr gut durchdacht. Leider versagt das gute Stück seit Donnerstag Abend den Dienst mit einer unbekannten Fehlermeldung. Aber der Support arbeitet schon dran.
Büroarbeit war vor allem Vorbereitung einer Präsentation über Deutschland, mein Stipendium (10 min) und meine Masterarbeit (20 min), die ich diesen Freitag im Zuge des ersten Gruppenmeetings des Jahres halten durfte.
Dank diesem Gruppenmeeting, habe ich dann wenigstens auch mal die andere Hälfte der Gruppe kennen gelernt, die hauptsächlich in anderen Laboren und an anderen Projekten arbeitet. Der Vortrag kam gut an und meine Schlussfolgerungen erscheinen auch anderen Leuten logisch - Yay! Anschließend ging es gemeinsam zum Group Lunch ins campuseigene Restaurant Mahoneys. Als Geschäftsessen natürlich. Auf zwei Tische aufgeteilt warteten alle gespannt auf die Bestellung des Chefs, um herauszufinden, ob man sich ein Bier gönnen darf oder nicht. Schließlich zahlt er ja.
Vom 17. Januar bis 02. Februar ist übrigens "Vancouver Dine Out Festival", wo viele Restaurants spezielle Menüs zu kleinen Preisen anbieten. Ein wenig ähnlich dem Berliner Hotelwochenende. Daher gab es ein Drei Gänge Menü mit Kürbissuppe, Shepherd's Pie und geröstetem Brot sowie einem Apfelkuchen mit Eis als Nachtisch für $ 18.00. Da kann sich keiner beschweren. Lecker war's dann auch noch. Sowas.

Auf dem Rückweg hat mir neu kennengelerntes Gruppenmitglied Isaac die Labore und das Equipment im nebenan gelegenen "Advanced Materials and Process Engineering Laboratory" (AMPEL) Gebäude gezeigt. Das, was die da drüben haben, ist "amazing" wie Arman jetzt sagen würde. Alles ist amazing oder awesome.
Aber durch das zweite Labor wird die Arbeit hier erst richtig spannend. Rasterkraftmikroskope mit angeschlossener Elektrochemie erlauben das Beobachten von Oberflächenveränderungen während der Elektrochemie. Die dringend benötigte Poliermaschine für die Iridiumelektrode steht da schon bereit und wird so gut wie nie benutzt, ich kann also einfach hingehen und loslegen. Grandios!
Es gibt sämtliche Formen der Spektroskopie und mehr. Eine weitere E-Chemie-Station, falls der Ausfall bei uns drüben länger dauern sollte. Und. Es wird nämlich noch besser. Jahaa!
Für die Elektronenmikroskope gibt es kostenlose Trainings, sodass ich dann selber mikroskopieren darf.
Das wird alles deutlich entspannter gehandhabt als in Deutschland. :) Ich freue mich auf die nächsten Wochen.

Zurück zum Wandern.

Nach meinem Einstieg mit Chief Mountain sollte es etwas entspannter weiter gehen und ein Treffen mit Kollege Sean (macht gerade seinen Master in der Gruppe) wurde für 13:00 verabredet. Ziel ist Lynn Canyon am nord-östlichen Ende von North Vancouver. Ziemlich nah am Wohnhaus vom Prof. (David). 
Seans Freundin Maja und sein Highschoolkumpel Danner haben sich noch spontan dazu entschieden mitzukommen. 
Da es von der UBC aus ein etwas weiterer Weg ist, holt Sean mich mit dem Auto an der Seabus-Station in North Van ab. Bis dahin nehme ich den Bus nach Downtown und dann eben den, alle 15 min verkehrenden, Seabus. Sehr komfortabel, sehr schnell und bei diesem Wetter eine wunderbare Aussicht auf Vancouver. Auf dem Weg zum Dock begrüßt einen übrigens der indianische Panflötenspieler aus der Altstadt Spandau. Da ist der also, wenns in Berlin zu kalt ist.
Neben der Seabushaltestelle ist an beiden Ufern auch ein Heliport, der zu meinem Erstaunen stark frequentiert wird. Auf Hin- und Rückweg kann ich an beiden Seiten jeweils Helikopter beim Starten oder Landen beobachten.



Direkt von der Seabus-Haltestelle aus hat man einen grandiosen Blick auf die Skyline von Downtown und die östlich liegenden Docks. Man sieht noch den Seabus zurückfahren, der mich hier ausgespuckt hat.



Selbst hier in der von Frachtschiffen genutzen Bucht des Burrard Inlets ist das Wasser extrem klar.



Wer etwas mehr Zeit mitbringt, sollte an dieser Stelle auch den Lonsdale Quay Market besuchen, der neben einer großen Bäckerei, frischem Fischverkauf (z.B. 2 Meter Heilbutt am Stück o.ä.) und einem großen Teeladen noch mehrere andere Spezialitäten beherbergt. Ich werde auf jeden Fall nochmal wiederkommen. 



Erstmal schreibt Sean, dass er am Taxistand wartet und nachdem auch seine Freundin mit dem nächsten Seabus angekommen ist, starten wir Richtung Lynn Valley, wo dann auch der Canyon liegt. Kurz vorher zieht noch eine Trachtengruppe an uns vorbei in den Quay Market ein, um dort aufzuspielen.

Nachdem wir Danner eingesammelt und einen Parkplatz gefunden haben geht es los auf einen der vielen Trails im Lynn Canyon Park. Zuerst mal über die Hängebrücke und dann weiter. Auch hier wieder klares Wasser.



V.l.n.r Danner, Sean, Maja und was wird beobachtet?


 Viele sehr alte Bäume, die entsprechend hoch gewachsen sind.


Der gesamte Park ist extrem gut gepflegt (kaum jemand schmeißt seinen Müll in die Gegend usw) und der Tag wirkt perfekt, um hier zu sein. Wir laufen ca. 1 h einen kürzeren Trail, kommen wieder am Parkplatz an und entscheiden noch einen Trail auszuprobieren. 
Leider kommt es immer wieder vor, dass sich hier Leute zu Tode stürzen, weil sie die Wassertiefe beim Sprung in den Fluß überschätzen. Man sollte hier überhaupt nicht ins Wasser springen.  Deswegen hängen überall entsprechende Hinweisschilder, wobei das vor dem Hinweisschild angebrachte Stahltor an dieser Stelle offen stand. Beunruhigender Weise liefen auch gerade ein paar Jugendliche vorbei, die überlegten ob sie den Pfad hier verlassen sollten, um dort zu chillen. . .



Auf dem zweiten Trail kommen wir noch an eine flachere Stelle mit einer kleinen Lagune und vielen rundgewaschenen Steinen zum Flippen. 





Als wir dann ca. gegen 16:30 wieder zurück sind, wird es auch schon dunkel. Ich kaufe auf dem Rückweg noch 8x10 inch Schwarz-Weiß Photopapier für den Photokurs, was auch nur läppische $ 35.00 kostet. 
Gegen Abend gibt es noch eine spontane Runde Billard mit Anne und Luise aus Dänemark im Wohnheimscafe und nun sitze ich hier und schreibe.

Als Abschluss noch ein paar Eindrücke vom Lynn Canyon. Mehr wenn wir uns sehen.


Aus Alt wächst Neu


Zwergenhaus oder böse Maske?




Einzelner Sitzplatz auf dem ersten Pfad

Die Einschnitte im Baumstumpf sind von den Baumkletterern, die den Baum nach und nach gefällt haben. Dafür werden richtige Stufen in den Stamm geschnitten.







Mittwoch, 22. Januar 2014

Auf nach Niagara Falls!

Mein Abstract "Comparative exploration of the surface electrochemistry of Ir-IrO2 (111 / 110) and Ru-RuO2 (0001) single crystal model catalysts for the oxygen evolution reaction (OER)" für die ISE-Konferenz an den Niagarafällen wurde angenommen!