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Montag, 14. April 2014

All die kleinen Dinge,

die in den letzten zwei Wochen so passiert sind. Zwischendurch viel Regen aber insgesamt wird es wärmer.

Prüfungszeit.
Meine Mitbewohner sitzen noch mehr als sonst nur in ihren Zimmern und die Ruhezeiten im Wohnheim wurden auf 18:00 bis 7:00 ausgedehnt.
Mehr Fastfoodabfälle in der Küche und mehr Energydrinks im Kühlschrank.

Prüfung bzw. finale Hausaufgabe des Fotokurses waren 5 Abzüge von Fotos/Bildern zu einem Thema unserer Wahl. Werden nachgereicht sobald von Manuel unserem Prof zurückgegeben.
Dieser hat letzten Mittwoch zu einem Vortrag eingeladen, den er vor der versammelten Professorenschaft des "Art History and Visual Arts" Instituts gehalten hat.
Wer früh erscheint, bekommt gute Plätze und kann den anderen Profs dabei zuhören, wie sie sich über "die Studenten" beschweren.
Vortragsthema: Wie Kunstgedanke und Fotografie in den Kursen besser vermittelt werden können; wie sich die Lehre neu definieren kann.
Sehr interessant. Leider zerfleischen sich die anderen anwesenden Profs gegenseitig an der Diskussion was eigentlich in der modernen Fotografie/Videografie (Stichworte Selfies, Twitter, Instagram usw) als Kunst gesehen werden kann und ob Fotografie sich überhaupt neu definieren muss. Dadurch wird das eigentliche Thema gar nicht beachtet, was Manuel natürlich etwas enttäuscht, wie er mir im kurzen Gespräch nach dem Vortrag bestätigt.
Da sind noch viele Diskussionen notwendig, sagt er.
Schade.
Immerhin geht einer das Thema an. Sollte in allen Instituten Pflicht sein.

Zurück zum Wohnheim.
Für Mai und die folgenden Monate hat man mir eine Ein-Zimmer-Wohnung im neusten Wohnheim auf dem Campus angeboten. Bei lächerlichen $ 991.86 pro Monat habe ich dann aber doch dankend abgelehnt und bleibe hier in der Reihenhaussiedlung.

Vögel.
Auf dem Rückweg vom Vortrag sitzt mitten auf der Straße ein kleiner Vogel, der sich kaum bewegt. Kurzerhand ins Beet am Straßenrand gesetzt und 2 Stunden später beim Weg zum Mittagessen nicht mehr wiedergesehen. Auch nicht als Straßenbelag.

Diesen Samstag auf dem Weg zum nördlichsten der UBC Strände auf eine der vielen Krähen getroffen, die, überrascht von meinem Erscheinen, stehen bleibt und dann erst bei sehr geringem Abstand um mich herum hüpft.


Schilder.
Street Art in Form von Straßenschildverbesserungen ist hier wie in Berlin auch sehr populär.
Auf dem Weg zum Student Union Building mit all seinen Imbissen und Restaurants bewachen zwei RedBull-Engel den Zebrastreifen.


Und auch dieses Hinweisschild sieht mit Geschwindigkeitsstreifen doch gleich viel eindringlicher aus.


Andernorts erinnert der Aufdruck eines Papiers an die Vergesslichkeit des vorherigen Besitzers.



Himmel.
Mal ein paar andere Perspektiven von meinem Büro aus.





Wandern und Party.
Gestern feierten zwei Kollegen ihren Geburtstag zusammen, was dank der Einladung "Bringt ein Bier mit, das wir noch nicht kennen." mit sehr vielen interessanten Biersorten und typisch kanadischer Poutine in allen Geschmacksrichtungen ausartete.
Dank Frankie nun Profi-Lachsfischer und Experte in Sachen Schrittzählarmbänder mit Internetverbindung.

Die Party fand ungefähr dort statt, wo meine Dezember'sche Wohnung lag, daher klang es nach einer guten Idee zum UBC Nordstrand zu laufen und dann den Strand entlang bis zur Party.

Auf dem Weg runter zum Strand. Schön geschwungene Wege, alles friedlich.


Bis auf Herbert. Herbert wurde scheinbar mal vom Blitz getroffen und liegt seitdem etwas neben sich quer überm Weg.



Bald kann man schon das Wasser sehen und hinter der nächsten Biegung kommt auch das obligatorische "This is an clothing optional beach"-Schild.



Dort wo die Treppe endet trifft man auf einen Wachtturm aus dem zweiten Weltkrieg mit standesgemäßer Besprühung. Gruselig, dass soetwas hier stehen musste.



Weiter den Strand entlang sonnt sich dieser Holzkopf von Triceratops wohl schon etwas zu lange.


An dieser Stelle sind etwa 1/3 des Weges bewältigt und ca. 1,5 h um. Also umgekehrt und doch einen Bus genommen.


Samstag, 1. Februar 2014

UCB Strand I

Samstag früh. Um 5:30 klingelt der Wecker, ich steige aus dem Bett, schnappe mir den Rucksack mit Digital-, sowie Filmkamera und Stativ und mache mich auf den Weg an den UBC-eigenen Strand direkt hinter dem Botanischen Garten. Noch ist es dunkel, aber bald geht die Sonne auf und den Moment möchte ich nicht verpassen...

... als ich aufwache ist es 7:58 Uhr und der Himmel so verhangen, dass jegliche Chance auf Sonne eh vertan scheint. Also erstmal in Ruhe duschen und dann trotzdem los. Vllt ergibt sich ja das ein oder andere Foto.

Laut Karte kann man vom Parkplatz des Botanischen Gartens direkt auf die dahintergelegene Straße und von dort über einen kleinen Pfad an die Küste. 
Wenn da nicht dieses Gittertor wäre. Der nächste Pfad ist ein ganzes Stück weiter nördlich, aber gut also dahin.



Auf dem Weg entdecke ich aber doch noch einen Zugang zu besagter Straße und komme schließlich am Pfad an. Das ist übrigens alles noch Universitätsgelände.



Über den sehr gut gepflegten Pfad geht es an einen Strand mit kleinem Steinbächlein und vielen angespülten Holzresten, die scheinbar regelmäßig zu neuen Konstrukten zusammengenagelt werden. Dabei gibt es viele alte Ketten, Schiffsnägel oder ähnliches, die eine schöne Atmosphäre schaffen, aber nicht gerade dazu einladen barfuss an den Strand zu gehen.





 Ob hier mal der Bademeister saß, den es laut hinreichend platzierten Hinweisschildern nicht mehr gibt?


Viele interessante von Wasser und Mensch geformte Gebilde.





Auf dem Rückweg gab es in der Bäckerei sogar noch ein richtiges "Old World Bread" mit mehr als Weißmehl und Luft.


Montag, 9. Dezember 2013

Vorortleben III

Nachdem ich gestern endlich los bin, war ich dann geschätzte 3,5 h unterwegs. Vergleicht man die Routen von Samstag und Sonntag war ich Sonntag doch deutlich aktiver. Was auch an den etwas milderen Temperaturen gelegen haben mag. Jedenfalls bin ich statt ca. 3 km am Samstag 6,5 km gewandert.
Vorortspaziergang Samstag

Vorortspaziergang Sonntag

Musste dabei festellen, dass die Häuser am Samstag noch nichts gegen das, was in Richtung Downtown gelegen auf der Wasserseite steht, waren. Dabei giebt es ein natürliches Gefälle von der Stadt- zur Wasserseite. Die Häuser auf der Stadtseite sind meist alle eher schmal bzw. schmaler als auf der gegenüberliegenden Seite. So kommt es vor, dass in einer Wasser-Einfahrt Hummer, S-Klasse und Audi Q5 einem Golf IV auf der Stadtseite gegenüberstehen, der auf der Straße parken muss.
Aber auch auf der Wasserseite gibt es wirklich schöne, nicht aufdringliche Häuschen.




An praktisch jeder Kreuzung ist ein kleiner Park angelegt, von dem aus man bis zum Strand hinuntergehen kann. Der Blick auf die Bucht ist unverändert schön, immernoch Hochseefrachter, immernoch Skyline und Berge. Laut Infotafel leben hier direkt am Rand der Stadt sogar Weißkopfseeadler. Habe keinen gesehen. Kann also nicht stimmen.


Theoretisch kann man auch am Strand entlang bis runter zum Museum laufen, allerdings nur wenn Ebbe ist und ich wollte mir ja auch die Straßen oben anschauen. Habe bisher 35 Jogger gezählt.
Kurz hinter dem Kitsiliano Yacht Club liegt - ja genau - der Kitsiliano Pool. Ein Schwimmbad am Strand. Direkt davor, mit Blick auf Pool und Bucht ist eine der Bühnen, die ich jetzt mal für die Sommertournee des JE vorschlage. Oder Karo, Philipp?


Von dort aus geht es weiter den Strand entlang, vorbei an Spielplätzen, Basketball courts, Grillstationen und dem Boathouse, einem bestimmt minimal touristischen Restaurant in dem natürlich gerade Eishockey über die Flachbildschirme flimmert.



Bis ich schließlich am Hayden Park und dem Vancouver Museum (was am Sonntag um 18:00 Uhr natürlich schon geschlossen ist) ankomme. Hayden Park ist eines der wenigen off-leash Gebiete, wo man seine Hunde ohne Leine laufen lassen darf. Dementsprechend sehe ich dort noch mehr Hunde und etwas weniger Jogger. Das Planetarium ist auch irgendwo dort, aber es wird doch langsam kalt und verdammt dunkel, sodass ich nur noch ein paar Fotos mache und dann zurück laufe.

Auf dem Rückweg begegnen mir dann noch eine winterlich geschmückte Parkbank, die Installation "Photograph und Pylone" und eine wild aufgehängte Schaukel.




Zuhause lese ich noch einen halben Terry Pratchett und gehe dann schlafen.

Samstag, 7. Dezember 2013

Vorortleben II

Stehe am Küchenfenster und koche mir einen Tee zum Aufwärmen. In den 2:30 min, die mein Tee zieht, zähle ich 372 Jogger.
Der Strandspaziergang mit anschließender Einkaufstour war schön, aber doch ziemlich kalt ohne windschützende Häuser. Direkt hinter der nächsten Kreuzung liegt Hastings Mill, inzwischen ein Museum und nicht mehr am ursprünglichen Ort, aber eines der wenigen Gebäude, die das große Feuer überstanden haben.


Auf dem Weg zum Strand kommt man am Jericho Tennis Club und dem Royal Vancouver Yacht Club mit ebenfalls imposantem Gebäude vorbei. Direkt dahinter liegt Brock House, nach langjährigen Bewohnern benannt und inzwischen öffentlich als Seniorenclub und Restaurant genutzt.


Am Strand angekommen streiten ein paar Möwen um ein großes Stück Brot (fast ein halber Laib) während sich eine Krähe einfach das kleinere (immernoch krähenkopfgroße) Stück daneben schnappt und davon wackelt.
Mitten in der Bucht manövrieren ein paar Hochseefrachter, links ist der Yachtclub zu sehen und im Hintergrund die Berge.


Man könnte jetzt den Strand entlang bis zum Univiertel laufen. Ca 30 min sagt das Vancouver Book of Everything aus dem Regal in meinem Zimmer. Dafür ist es aber doch etwas zu kalt. Ich kehre bei den in ausreichendem Abstand gelegenen Public Tennis Courts des Jericho Clubs um und lauf quer durch den Jericho Beach Park zurück. Der Blick den Strand entlang (im Hintergrund Vancouver Downtown):



Hier wimmelt es von Tieren, die so regelmäßig von den Besuchern gefüttert werden müssen, dass sie nicht nur an Besucher gewöhnt sind, sondern die Hasen z.B. bis auf einen Meter an mich herangehüpft kommen, um zu sehen ob aus meiner Kamera Futter fällt. Das gleiche gilt für alle möglichen Vögel, die quer durch die Brombeersträucher schießen und das Laub durchsuchen.

3 x 1 Meister Lampe

Weiter hinten auf etwas kleineren Pfaden treffe ich dann doch noch ein normal schreckhaftes schwarzes Eichhörnchen, das ich deswegen auch nicht vor die Linse bekomme. Bin wieder etwas beruhigt.
Eine Biegung weiter macht ein Baumkletterer Selbstportraits im Baum mittels Fernauslöser und Stativ. Vielleicht für seine neuen Visitenkarten. Sieht auf jeden Fall lustig aus.

In den umliegenden Straßen stehen einige beeindruckende Häuschen.



Hoffentlich sind die nicht alle so gebaut, wie die beiden, die gerade gegenüber meiner Unterkunft entstehen. Immerhin feste Wände im Erdgeschoss, aber oben hat man dann nur noch ein Holzgerüst mit Isolierung und bessere Sperrholzplatten auf beiden Seiten.

An der Kreuzung, wo ich einkaufen gehe, fährt auch immer mein Bus zur UBC ab. (Siehe Bild im aktualisierten Post zu Unterschieden). Dort ist eine Filiale der BMO, wo ich mein Konto eröffnet habe, und gegenüber ist neben der Biobäckerei ein Muffincafé, das ich unbedingt ausprobieren muss. Neben der Bank ist "The Cove", die einzige Bar hier in der Nähe. Bonnie erzählte von einem Typ, der sich 3 Monate bei ihr eingemietet hat und immer dort hingegangen ist. Sein Hobby war es, sich mit den alten Männern am Tresen, die von 12:00 bis 24:00 Uhr dort sind, zu unterhalten. Das mache er in jeder Stadt so. Na mal sehen, ob ich den Schritt hier wage..

Morgen geht es dann in die andere Richtung den Strand entlang, dort soll es ein historisches Museum und ein Planetarium geben.