Dennoch ein Full-Size Car gebucht - Enterprise lässt beim Abholen die Auswahl zwischen VW Jetta oder Dodge Charger.
Schwierig, schwierig.
Der nette Mitarbeiter versucht ein Upgrade auf Ford Mustang zu verkaufen - für nur $ 200 Aufpreis.
Bei einem Gesamtpreis von $ 89 für zwei Tage Charger natürlich ein echtes Schnäppchen.
Jason einsammeln, Frühstücken, Geld umtauschen. Um 9:30 steht man in der Schlange an der Grenze.
Für die Einreise per Landweg ist das ESTA-Verfahren, dass die Einreise per Flugzeug oder Schiff deutlich vereinfacht, leider nicht gültig. Man bittet also zur secondary investigation zum Ausfüllen des I-94 Formulars.
Der Grenzer ist streng, unfreundlich und versucht möglichst tough zu wirken. Woher wir kommen, wieso wir nach Seattle wollen, wo wir dort unterkommen, was denn die Adresse des Motels wäre und woher wir beide uns überhaupt kennen würden. Fingerabdrücke aller 10 Finger und ein biometrisches Bild kommen auch noch dazu.
Spontane Gemütsänderung im Moment in dem der Stempel in meinem Pass sitzt: Seattle wäre bestimmt toll dieses Wochenende und ob wir schonmal da waren. Viel Spaß jedenfalls und gute Fahrt.
Es ist 11:30 und noch 2 Stunden Fahrt zu bewältigen. Das erste Stück erlaubt immerhin 70 MPH (ca. 120 km/h) aber der Großteil der Strecke ist auf 60 MPH (ca. 100 km/h) abgeregelt.
Die große Kunst der amerikanischen Verkehrserziehung bei sehr geringen Kosten ist oft auch in osteuropäischen Ländern zu finden und evtl. von dort mitgebracht worden: Der Straßenzustand erlaubt einfach keine höheren Geschwindigkeiten :) Lässt den Verbrauch des 3,6 L V6 dann immerhin auch auf fast 10 L / 100 km sinken. Das Auto ist auch schwer genug, dass die 292 PS nicht wirklich auffallen.
Hier und da entlang der Strecke werden kurze Stops eingelegt, unter anderem in Bellevue (was hier aber Belle View ausgesprochen wird).
Gegen 15:30 erreichen wir Seattle.
Man sieht die Skyline immer größer werden, kann die Space Needle und das Stadion erkennen.
Dann fährt man durch die ersten Vororte, erreicht die Stadt, fährt hinein.
Welcome to Downtown Seattle!
Aus Downtown wieder raus?
Irgendwie sieht es hier nach Industrie aus.
Über eine Brücke, man kann plötzlich wieder die Skyline im Rückspiegel erkennen.
Stimmt was mit dem Navi nicht?
Doch hinter der nächsten Kurve liegt dann wirklich das La Hacienda Motel. Online wird die Lage mit "Downtown" beschrieben. Die Straße ist auch wirklich noch dieselbe, die bis nach Downtown führt, aber im Hinterhof des Motels ist ein eher schäbiger Tattoo-Shop, links und rechts sind Lkw-Umschlagplätze und in nicht all zu weiter Ferne hört man die Frachtzüge.
Interessant.
Blick vom Zimmer auf den Parkplatz des Tattoo-Shops. Der Beetle wurde wohl schon länger nicht mehr bewegt.
Straße vor dem Motel
Motelpanorama, mal wieder mit nettem Photoshopfehler.
Die Zimmer sind allerdings extrem geräumig und gemütlich ausgestattet und mit dem Auto sind es wirklich nur fünf Minuten bis nach Downtown - wird's halt nur nichts mit dem Feierabendbier.
Abends ins EMP-Museum neben der Space Needle. Sehr zu empfehlen! Tolle Ausstellungen über Rockmusik, Gitarren, aber auch Science Fiction und Fantasy mit allerlei Exponaten aus bekannten Filmen.
Parkraumbewirtschaftung wird hier übrigens groß geschrieben. Die Preise reichen von $ 6 - 12 pro Stunde.
Nach dem Abendessen eine kleine Hafenwanderung, Jason kauft für $ 10 ein Plastiklaserschwert bei einem Straßenhändler..
Sonntag gibt es kein Frühstück - wer zu spät kommt, den bestraft das Leben und Frühstück ist nunmal um 9:00 rum.
Ich wusste nicht, dass Kohlrabi aufblühen kann ;)
Pike Place Market ist ein sehr großer und lebhafter Markt auf mehreren Etagen direkt am Hafen, mit dem allerersten Starbucks der Welt (wohoo... die Amis stehen jedenfalls Schlange ;) ), mehreren Fischhändlern, Omas hausgemachten Marmeladen und einem mäßig guten Zauberladen.
Gegen 11:00 treibt der Hunger, also gibt es - laut Jason - die weltbeste Jakobsmuschelsuppe in einem kleinen Restaurant in einer Seitenstraße. Wirklich sehr gut und sättigend.
Zurück in den Markt, der Fischhändler direkt am Eingang hat einen besonderen Marketinggag. Immer wenn ein Kunde etwas kauft, fängt die gesamte Belegschaft an zu singen/brüllen und auf drei wird Fisch/Krebs/Krabbe quer durch den Markt zum Kassierer geschmissen. Sehr eindrucksvoll.
Davon gibt's hier viel zu viele. Einbahnstraßen.
Später wird noch Downtown erkundet, am Grab von Bruce Lee vorbei geschaut und gegen 16:00 Uhr gen Heimat aufgebrochen. Zwei Stunden Zwischenstop in Tulalip beim "Seattle Premium Outlet Center" - dank Memorial Day gibt es 70 % Rabatt auf die schon gesenkten Outletpreise.
Bei der Ausreise aus den USA will man wieder wissen wo wir waren, wo wir wohnen usw. Aber auch ob, einer von uns ein Auto besitzt.
Jason bejaht.
Grenzer runzelt die Stirn.
Wieso wir denn dann mit einem Mietwagen fahren?
"Weil ich fahren wollte" ist glücklicherweise aber eine legitime Antwort.



































