Luisa aus Dänemark hat heute Geburtstag und zu sich ins Wohnheim eingeladen. Ab 19:00 ist eröffnet, es gibt Kuchen, Wein und Bier. Also alles im Rahmen.
Die Zahl der Gäste steigt und steigt, aber man kann immerhin noch einen Weg zum Kühlschrank oder Badezimmer finden, wenn eines von beiden nötig ist. Abgesehen von 2 Kanadiern treffe ich Australier, Neuseeländer, Schotten, Iren, Italiener und wahrscheinlich noch mehr von deren Herkunft ich nichts erfahre.
Die Kanadier sind etwas neidisch, als sie erfahren wie man in Europa so Silvester feiert.
Gegen 21:00 sind ca. 50 Leute in der Wohnung und es ist mollig warm. Noch ist Bier da, aber die meisten wollen eh in den Pit, den UBC-eigenen Club, der nur Mittwochs geöffnet ist. Genauer gesagt ist, das der Essensraum der Burgerbude im Student Union Building, wo man normalerweise sein Mittagessen findet, aber die Idee beide Nutzungen zuzulassen finde ich gut. Die Meisten wollen sich gegen 22:00 auf den Weg machen.
Um 21:30 steht ein Mitarbeiter der Wohnheimsverwaltung, der von Alter und Kleidung unter den Partygästen nicht auffallen würde, vor der Tür und spricht mit der Gastgeberin.
Partys sind im Wohnheim grundsätzlich zwar erlaubt, allerdings muss man diese am Wochenende anmelden. Gut. Ist ja Mittwoch.
Ja, aber unter der Woche darf das nicht länger als bis 22:00 gehen. Kein Problem, ist ja noch ne halbe Stunde und dann gehen eh alle zum Pit.
Naja, aber es dürfen auch nicht mehr als 30 sein. Also bitte, macht euch jetzt schon auf den Weg.
Effekt der ganzen Sache: 50 Leute stehen nun auf der Straße vor dem Haus und machen weitaus mehr Krach als vorher, weil irgendwie Wände und Dach als Schallisolierung fehlen. Ein Kanadier der in einer WG ca. 200 m weiter wohnt, erzählt noch, dass die Polizei hier, wenn sie denn kommen würde, einen nur ermahnt ab jetzt bitte ein bisschen leiser zu sein.
Klingt gut.
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