Eigentlich für Montag angesetzt, aufgrund des Wetterberichts vorverlegt: Mal wieder eine Wanderung, dieses Mal Mount Gardner auf Bowen Island. Ziel ist die Radiostation auf ca. 750 m über NN. Der Rundtrip über den Berg hat ca. 17 km.
Bowen Island liegt westlich von Nort Van in der Horseshoe Bay und besitzt neben mehreren Naturreservaten und kleinen Dörfern natürlich auch einen Golfclub.
Viele Leute haben zugesagt, aufgrund der Uhrzeit (8:00 morgens am Bus und das nach Samstagabend) kamen wir immerhin auf stolze 4 Leute. Zusammen mit Louise (Dänin), Gloria (Halbargentinierin aus München) und Joakim (Schwede) ging es los.
Nach zwei Busfahrten und der Fähre erreichte man dann gegen 10:20 Snug Cove auf Bowen Island.
Woran man merkt, dass das wirklich nur ein kleines Dorf ist? An der Tankstelle.
Es geht dann erstmal mehr oder weniger flach weiter, durch einen Park, vorbei an einem Feld geknickter Bäume und bis zum Lake Killarney.
Wer es hierher schafft ist schonmal 30-45 min unterwegs und damit bald am Fuße des Bergs. Was Joakim hier zu fotografieren versucht ist ein ca tischtennisballgroßer, kugelrunder Vogel, der sehr interessiert um uns herumhüpfte. Allerdings viel zu schnell für die Kameras und dann schnell in diesem Baumstumpf verschwunden.
Man beachte den riesigen Baumstumpf auf der rechten Seite.
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| Von links nach rechts: Louise, Gloria, Joakim. |
So langsam nähern wir uns dem Berg und der Weg wird deutlich steiler. Kurz vor Ende der öffentlichen Straße kommen uns zwei Leute mit einem großen Labrador entgegen. Ungefähr 30 m weiter hinten folgen ihnen zwei winzige Malteser, für die die Schotterpiste schon eher schwieriges Gelände darstellt.
Das hier ist übrigens kein Agility-Trainingsgelände für Hunde sondern ein Bike-Park für die angehenden MTB-Weltmeister.
Noch immer auf einer straßenähnlichen Piste geht es weiter nach Oben, Gloria lernt von Louise wie man sich die Schuhe bindet, ohne dass sie andauernd wieder aufgehen und mir fällt auf, an wen mich Joakim die ganze Zeit erinnert.
Alex, ich glaube, du solltest deine Eltern mal fragen, wieso du einen schwedischen Zwilling hast. ;) Das dritte Bild war die erste Pause noch immer auf dem Schotterweg, also vor Beginn der eigentlichen Wanderroute. Blickrichtung ist ungefähr Nord-Ost Richtung Vancouver'sche Küste.
Überall plätschern kleine, noch teilweise gefrorene Bächlein und auch zwischen den Kieseln befinden sich fast nur sehr feine Eisnadeln, sodass man manchmal bis zu 20 cm einsinkt, obwohl der Boden fest aussah.
Die eigentlichen Wege sahen dann so aus. Es geht merklich bergauf, ab und zu mal in ein kleines Tal mit sehr klaren zugefrorenen Tümpeln. Alles in allem sehr verwachsen und schön anzuschauen. Nicht so akkurat gepflegt wie z.B. Chief Mountain. Eine angelegte Treppe würde man hier vergebens suchen.
Kurz nach der Kurve im letzten Bild gab es eine freie Stelle direkt am Berghang, die wir kurzzeitig schon für die Spitze hielten, aber noch ca. 200 Höhenmeter vor uns hatten. Trotzdem machten wir kurz halt und konnten dank vierfacher Kamerabestückung (Nikon D5000, Canon Rebel Tx, Canon D7 und Joakims Point and Shoot) auch einem wandernden Pärchen mit ihrem Fotowunsch weiterhelfen.
Zu lange sollte man nicht warten, der Trail soll insgesamt 7 h dauern und wir waren nach 2 noch nicht mal an der Spitze. Also ging es weiter, ziemlich bald zeigte sich auch der erste Schnee und nachdem man die letzten 15 Höhenmeter per Seil an einer fast-Steilwand überwunden hat, ist man auch schon oben.
Während wir uns so unterhalten, dass man kaum wandernde oder etwa auch noch ortsansässige Kanadier trifft, spricht uns ein Pärchen an, was kurz vor uns oben angekommen ist. Sie ist aus Vancouver und er aus Victoria auf Vancouver Island. Geben aber zu, erst zu wandern, seit er aus seinem Auslandsjahr in Europa zurück ist. ;)
Von der Ostseite des Gipfels kann man das UBC-Gelände sehen, was allerdings ein wenig in den angekündigten Regenwolken hängt. Im Prinzip gehören alle Gebäude, die man da auf der Landzunge sieht zur UBC. Alex.. äh, Joakim musste dann noch schnell auf den Turm der Radiostation klettern, wer genau hinschaut, findet ihn.
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| Die Westaussicht war von halber Höhe aus fast besser. |
Danach geht es wieder auf den Rundweg zurück, vorbei an der minimal tiefer gelegenen zweiten Spitze und als wir einmal nicht ganz sicher sind, welche Weggabelung die richtige ist, kommt plötzlich ein Rentner mit Wanderspießen aus dem Wald geschossen und erklärt uns den Weg. So schnell wie er angekommen ist, ist er auch davongewandert. Man hört noch hier und da das aufgespießte Laub schreien, aber das Geräusch wird leiser und leiser..
Es geht abwärts immer weiter und wieder in Snug Cove angekommen schauen wir in der Salmon Hatchery Davies Creek noch einem Vater zu der beinahe sein Kind in den Wasserfall schubst, weil er es an einer Hand hoch- und über den Fluss heben möchte. Leider haben die beiden örtlichen Cafes geschlossen, es ist Sonntag.
Also geht es auf die 17:00 Fähre und dort gönnen wir uns erstmal eine heiße Schokolade.
Auch hier gilt übrigens das ungeschriebene kanadische Gesetz:
Egal wo du dich wann aufhälst und wie kalt es ist, mindestens eine Person trägt Shorts.

























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