Montag, 28. April 2014

Montreal

Dank der unerschöpflichen Güte des Residence Managements darf weiterhin im selben Wohnheim gewohnt werden.
Da das jetzige Apartment allerdings renoviert werden solle (gute Idee), darf umgezogen werden.
Da der jetzige Vertrag bis Ende April lief, muss auch genau Ende April umgezogen werden und nicht erst ein paar Tage später (doofe Idee).
Da der Umzugstermin genau in der Woche der Konferenz liegt, muss das Zimmer also schon am Freitag den 25. sauber abgegeben werden und man darf dann bei Rückkehr ins neue Zimmer einziehen. Wo man das eigene Hab und Gut in der Zeit unterstellt? Zum Glück gibt es Arbeitskollegen.

2/3 Mitbewohnern wünschen viel Erfolg und alles Gute, Nr. 3 stellt zwei Tage später fest, dass man ja ausgezogen ist.

Schlüssel abgeben um 21 h, dann Bus und Skytrain zum Flughafen.
Wetter?
Es regnet. Was sonst?

Flug AC 182 nach Montreal.

Ein Airbus A320 - aber scheinbar in Luxusausstattung. Bequeme Sitze in der Economy Class und mehr Beinfreiheit als beim Flug von London nach Vancouver? Wo gibts denn sowas?

Mein Sitznachbar kontrolliert beim Einsteigen alles auf Funktion (Sonnenblende hoch, Sonnenblende runter; Tisch runter, Tisch hoch; Sitz vor, Sitz zurück, Gurt anlegen, Gurt öffnen...) und studiert eingehend den Evakuierungsplan. Stellt dabei fest, dass er doch nicht wie gewünscht direkt am Notausgang sitzt.
Flugangst?
Vielleicht.
Auf jeden Fall Verschwörungstheoretiker.
Erklärt seinem Freund eine Reihe weiter hinten, dass man die Flugnummer des verschwundenen Flugzeuges durch die Flugzeit in Stunden teilen solle. Damit erhält man "ungefähr" 51 und das sei der Hinweis darauf, dass sie das Flugzeug in Area 51 versteckt halten. Ich mutmaße nur, dass es um das Malaysische Flugzeug geht.
Bin versucht, ihm kurz nach dem Start "Es ist zu spät, sie haben dich gefunden" ins Ohr zu flüstern. Da er sich allerdings sofort seine Mütze bis ans Kinn über den Kopf zieht und einschläft, sowie seine Reaktion auf solch einen Spruch ungewiss ist, bleibt der Gedanke unausgeführt.

Schlafe ungefähr zwei Stunden, dann gibt es noch einen Schwarztee und später eine Cola (irgendwer muss dem Tomatensaftkonsum an Bord dieses Fluges ja Einhalt gebieten. Wieso schläft der Typ, wenn man ihn braucht? Das ist bestimmt die Genmaismafia..) bevor das Flugzeug sicher und unentführt in Montreal aufschlä.. äh -setzt.

Für $ 25 gibt es einen Mazda 3 von Enterprise, der zwar fünf Sitze bietet, dessen Kofferraum aber nur für unsere beiden Koffer geplant wurde.

Frühstück im Eggspectations mit Omlette und rustikaler Atmosphäre - sehr zu empfehlen!

Montreal zeigt sich mit Vancouver solidarisch und trägt den gesamten Tag Grau mit Wind und Regen. Wir besuchen Notre Dame und das historische Museum (nicht das Archäologische, da gibt es auch eine Ausstellung zur Geschichte Montreals) mit Zusatzausstellung "verruchtes Montreal" (frei übersetzt).



Trotz Regen sind die Statuen vor der Kirche so interessant, dass der Fahrer eines amerikanischen Reisebusses kurzerhand vor der Kirche die Straße blockiert, um aus dem Fenster heraus mit seinem Handy ein Foto zu schießen.

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Amin nebst Gangster in der Sonderausstellung.


Außerdem geht es zum Hafen mit interessantem Schachtelhaus und Badeschiff und auf den Stadtberg Mt. Royal, der sich leider in Nebel hüllt.




Blickt man dann nach unten, erkennt man, dass das hier Quebec und nicht mehr  - wie die Nummernschilder so schön verkünden - "Super Natural British Columbia" ist. Müll wohin man blickt. Das ist in Vancouver echt anders.


Abends treffen wir noch einen Freund von Amin, der hier studiert, fahren ein bisschen durch die Partymeile und bringen gegen 22:00 das Auto zurück zum Flughafen. Dann gehts zur Busstation von Megabus.
Abfahrt 0:15, Fahrtzeit 6 h.
Im Bus riecht es dauerhaft stark nach Marzipan, will sich hier jemand mit Bittermandeln vergiften?
Ca. 3 h Schlaf auf den knapp bemessenen Sitzen. Keine Getränke. Dann sind wir in Toronto.

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