Montag, 3. November 2014

Philip, ein Berliner in British Columbia II

Südwestliches British Columbia. Im Fraser Valley nördlich von Vancouver zwischen Squamish und Whistler erstreckt sich auf knapp 2000 km² der Garibaldi Provincial Park.
Etwa auf halber Strecke liegt der Garibaldi Lake. Ein Gletschersee von ca. 10 km² Fläche der auf 1500 m Höhe über dem Meeresspiegel von den beiden, den Garibaldi Mountain flankierenden, Gletschern Sphinx und Sentinel Glacier gespeist wird. Der See ist umgeben von mehreren Bergkuppen, die besonders auf der Ostseite vulkanischen Ursprungs sind.
Weitere 819 m über dem See befindet sich die Spitze des Black Tusk, ein weiterer Vulkan im Ruhestand und eine der herausstechendsten Landmarken der Region.

Der gesamte Park ist durchzogen von Wanderwegen und etlichen ebenso interessanten Ausflugszielen. Es gibt mehrere Campingplätze, da es sich durchaus lohnt ein Basislager aufzuschlagen und von dort weitere Trails zu erkunden.

Für die geplante Zweitagestour wird ausreichend Trockenproviant beim lokalen Globetrotterabklatsch MEC (von Studenten gegründet und 1 % des Umsatzes gehen in den Erhalt der kanadischen Nationalparks) gekauft und ausgerüstet mit Schlafsack, Isomatte, Zelt und Sonnenbrille geht es los.

Geplant ist, die 29 km (hin und zurück) lange Strecke mit ca. 1800 m Höhenunterschied, die manch verrückter Mensch hier in einem Tag läuft, auf zwei Tage aufzuteilen und auf dem kleineren Zeltplatz direkt am Garibaldi Lake zu campen. Dazu füllt man am Parkplatz ein Zettelchen aus und schmeißt es mit $ 20 in den Briefkasten, um sich der Campinggebühren zu entledigen, lässt alle Fächer im Auto offen, damit mutmaßliche Diebe von außen sehen können, dass es nichts zu holen gibt und wandert los. (Nur so nebenbei: Das Foto auf Wikipedia mit der Unterschrift "Teil des Weges von Garibaldi zum Black Tusk" ist nicht falsch. Aber sehr irreführend ;) )


Die Trailmarker sind überall zu finden und auf einem beliebten Weg wie diesem auch nicht zwingend nötig. Der Pfad ist breit ausgebaut und gut erhalten. Dennoch interessant zu sehen, wie manch ein Marker befestigt wurde und langsam von der Vegetation vereinnahmt wird.


Mit dem passenden Equipment..


 ..vorbei an Bächen und kleineren Wasserfällen..


findet man sich plötzlich in Mittelerde wieder.


In den Pausen gibt es schon mal ein Fotoduell..


 ..oder man bekommt Besuch von verschiedenen Waldbewohnern.





Dann erreicht man plötzlich das 1 km Schild und macht sich doch erste Sorgen, ob man die 9 km bis zum See doch unterschätzt hat. Die ersten 6 km geht es stetig über etwa 28 Serpentinen von 580 m bis 1360 m bergauf. Die restlichen 120 Höhenmeter erstrecken sich dann über die nächsten 3 km und erlauben etwas Erholung.
Der größte Teil der Strecke befindet sich im Schutz der Bäume, sodass es trotz des warmen Wetters nicht zu unangenehm wird. Man begegnet immer wieder anderen Wandergruppen aller Altersgruppen und ist stolz, wenn man mal nicht überholt wird.

Am ersten Plateau nach den erwähnten 6 km wird zusammen mit einem weiteren Eichhörnchen Pause gemacht und die südlichere Route entlang Barrier sowie Lesser Garibaldi Lake zum Garibaldi Lake eingeschlagen. Dabei passiert man auch The Barrier, den großen Damm aus erstarrter Lava, der den Garibaldi Lake erst aufgestaut hat. Hier gibt es immer wieder größere Steinschläge und das ganze Gebiet scheint in Bewegung zu sein. Dennoch ein sehr schöner Aussichtsspunkt.




Schließlich geht es weiter über Stock und Stein. Wobei der Barrier Lake noch sehr nach Algenwachstum aussieht..


..verspricht der Lesser Garibaldi Lake doch schon einiges. 


 Dieser wird wieder von einem kleinen Wasserlauf gespeist, wo man prima Pause machen kann.



Dann geht es zum Seeufer hinunter und man bekommt so langsam die Weite dieses Sees zu spüren.


Wir haben uns genügend Zeit gelassen und kommen nach fast einer Tageswanderung am See an, um einen der letzten Zeltplätze zu erwischen. Aufschlagen darf man sein Zelt nämlich nur auf den dafür vorgesehenen Holzplanken. Dies soll den Park vor all zu großer Veränderung durch den Menschen schützen und hält das Zelt auch von unten einigermaßen sauber. Leider schafft es auch prima Platz für den Wind, wodurch das Nachtlager auch von unten gekühlt wird.


Im letzten Licht des Tages wird die Gegend noch etwas erkundet und dann in einem der Shelter zu abend gegessen. Das Essen bleibt wegen möglicher Bärenbesuche dort und nicht im Zelt.


Neben Battleship Islands sieht man auch von hier schon..

 

..weit über den Baumwipfeln das eigentliche Ziel warten. Die markante, namensgebende Form des Black Tusk.



Nach einer wie bereits angedeuteten sehr kalten Nacht - das Wasser ist Gletscherwarm, es war sowohl Tag als auch Nacht klarster Himmel und der Zeltplatz schon einige Stunden im Schatten - wird nach einem Frühstück ohne Tee und Kaffee nochmals fotografiert und dann der Aufstieg angetreten.





Nochmals über die Brücke ein Stückchen zurück zur letzten Weggabelung.


Vor allem weiter bergauf.


Hier ist dann das kurze Stück Ebene, was auch im Wiki-Artikel gezeigt wird.



Immer wieder blitzt der zu erklimmende Gipfel durch die Bäume.



Jede erreichte Landmarke wird gefeiert. Ein weiteres Stück geschafft. Ab hier geht es wieder bergauf...


Zwischendurch ein Ausblick aus der Comicserie Heidi.


 Natürlich mit entsprechenden Pausen..


..sowie Rückblicken auf den Campingplatz..


..geht es über den unwirtlicher werdenden Weg..


..stets bergauf.


Immer beeindruckendere Augen- und Ausblicke, lassen einen plötzlich..



..vor diesen beiden Schildern stehen. 



Dann guckt man nach oben und da ist er. Der Black Tusk. Wer genau hinschaut, kann auf diesem Foto auch Wanderer auf dem Weg ganz auf die Spitze entdecken. Dies wurde hier jedoch aus Zeit- und Sicherheitsgründen unterlassen. Man muss ja noch den ganzen Weg zurück und bis um 19:00 Uhr Sebastian seinen Schlafsack zurückbringen.




Also abwärts.

Dabei wird nun der andere Arm des zu Anfang verlinkten Wanderweges gewählt, der eine längere Strecke durch die flacheren Taylor Meadows führt und andere Motive bietet.



Nach einem weiteren Abschiedspanorama geht's wieder ein Stück den selben Weg entlang und dann weiter in die Felder.


Inzwischen ist auch die Fauna wieder auf den Beinen.





Bevor es auf den endgültigen Abstieg geht, gibt es noch einen Blick zurück und dann verschlingt uns der Wald.


Dank Verkehr und Mißverständnissen schaffen wir es gerade noch rechtzeitig zu Sebastian und sind dann sehr froh mal einen Abend nichts zu tun. Leider ist der Whirlpool im Apartmenthaus schon abgeschlossen als wir endlich da sind. Dennoch: Unglaublich schön war's gewesen!

Sonntag, 2. November 2014

Philip, ein Berliner in Vancouver I

Da die meisten Deutschen hier ja doch eher aus dem südlichen Raum Deutschlands (Freiburg, München, Stuttgart) stammen, habe ich mir für eine Woche etwas Unterstützung geholt.

Am (kanadischen) Tag der Arbeit gab es Importware am Flughafen. Ein großes Paket Fleisch und Kameras. Oder auch Philip.

Mit dem Enterprise entliehenen Ford Fusion geht es die ersten Tage in Vancouver hin und her. Man hofft nur, der stürzt nicht mitten während der Fahrt ab.


Gleich am ersten Abend wird mit Jason und Sean der Richmond Night Market - angeblich eine Taiwanesische/Chinesische Besonderheit und ganz ganz toll - besucht und die Jetlagfestigkeit getestet.

Zuerst der Ausblick von English Bay direkt vor Philips Unterkunft.


Die Skytrain auf dem Weg zum Nightmarket..


 ..interessante Figuren auf den Zelten..


 ..beim Essen fassen gibt es einen kurzen Kampf mit dem frittierten Tintenfisch..


..und etwas später Taschentuchspender für den modebewussten Fotografen.


Die Nächsten zwei Tage besucht man den neuen Fotokurs (Resultate der Hausaufgaben können hier photocaspor.tumblr.com eingesehen werden und auf flickr.com/photos/caspor gibt es auch eine Auswahl) und bewandert den Grouse Mountain. Diesmal über den obligatorischen Grouse Grind. So als Einstimmung auf das, was hier Wandern genannt wird.

Bilder vom Balkon



Am Fuße des Grouse Grinds sieht es erstmal noch gut aus..


 ..im Wald ist jedoch schnell Schluss mit der Kamera.


Was einem dann so übern Weg läuft,..


 ..sieht man manchmal erst auf den zweiten Blick.


Viele Windungen und Treppen..


..sowie wohlverdiente Pausen später..


..erreicht man den belohnenden Ausblick von der Spitze.


Das Touristenzentrum am Gipfel verspricht Wärme, Essen und..


..noch bessere Sicht.


Am nächsten Tag geht es auf zweitägige Wandertour. Wandern bis Garibaldi Lake, Zelten und dann weiter auf den 2200 m hohen Black Tusk. Aber das hat einen eigenen Post verdient.

Sonntag, 12. Oktober 2014

Kurzupdate

Die Zeit vergeht. Berliner sind inzwischen allesamt wieder in Deutschland und die Arbeit hier wartet nicht. So bleibt nicht viel Zeit zum schreiben.

Mit dem Sortieren und Bearbeiten von Fotos ist man inzwischen immerhin vom August in den September vorgedrungen (bringt dem Jungen mal einer bei ausgewählter abzudrücken?) und gestern wurde erfolgreich beim "World Wide Photo Walk" teilgenommen.

Es war unglaublich schön Besuch aus der Heimat hier zu haben und gemeinsam Neues zu entdecken.
Im Moment liegt der Fokus stark auf der Konferenz in zwei Wochen. Da geht es dann auf in die nördlichen Berge ins Skigebiet um einen Vortrag zu halten.

Die letzten Wochen? Die Mondfinsternis leider verpasst (4:00 morgens war einfach nicht machbar). Der Fotokurs ist super interessant und eine gute Abwechslung zur vielen Laborarbeit. Die letzten zwei Wochenende wurde das gute Wetter noch genutzt, um nochmal klettern zu gehen und ein bisschen beim Erhalt der Wanderwege zu helfen.

Die nächsten Wochen? Bis zur Konferenz nicht sehr viel. Am 23. Oktober gibt es eine partielle Sonnenfinsternis, die nach Fotos ruft. Anfang November soll dann noch Vancouver Island heimgesucht werden, Top Gear dreht eine Folge in Vancouver (!) und um den 15. November herum ist nochmal das International Mountain Film Festival.

Einblicke in die bisher bearbeiteten Fotos:

Joffrey Lakes sind drei verbundene Gletscherseen etwa 20 min nördlich von Pemberton (etwa 2h nördlich von Vanvouver), wo Freunde eine kleine Hütte am See haben. Dort kann man super das Wochenende verbringen und dann eben mal die Lakes hinaufwandern.

Diese Firma hat für Wald- und Abbrucharbeiten auf jeden Fall den richtigen Namen gewählt.


Erste Einblicke an den mittleren Joffrey Lake


 Der Trail wird gerade überarbeitet, deswegen trifft man überall auf Baugerät und Schubkarren. Außerdem auf jede Menge gefüllte Benzinkanister. Wie z.B. hier direkt neben dem "Feuer machen verboten"-Schild.


 Manch einer wagt sich auch ins arschkalte Gletscherwasser


Eh man sich's versieht, schaut man nach oben und ist mitten im Gletscher.


Blick in die Röhre.


Oberer Joffrey Lake



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EIn Wochenende nach dem Ausflug nach Pemberton gab es einen Gruppenausflug auf den nahegelegenen Cypress Mountain, um den St. Mark's Summit Trail zu wandern.


Nach den einfachsten 20 min (was für den ein oder anderen schon genug gewesen wäre) gibt's das erste Gruppenfoto, weil man die Aussicht genießen kann. (oder so..)


Es klart dann allerdings wirklich zwischendurch auf.


Neben Drainagen auf dem Weg, die komischen Inhalt zu haben scheinen..


 ..gibt es auch hier wieder Baugerät zum Herumspielen.


Neblig bleibt es jedoch.


Nachdem Jason gestürzt ist und dadurch deutlich verlangsamt wurde, freut sich manch anderer, endlich am Gipfel angekommen zu sein. ;)


Der Blick nach unten sieht mit Nebel allerdings nicht einladender aus.


Während der Mittagspause auf dem Berg trifft man dann auch den ein oder anderen Vertreter der örtlichen Fauna. Im Busch..


..oder sehr direkt auf Futtersuche zwischen den Rucksäcken.


Auf dem Weg nach unten wird dann noch das neue alte Nikkor 50 mm f/1.8 getestet. Komplett mit ohne Autofokus und leider auch ohne funktionierende Belichtungsmessung.


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Einen Tag später war hier Tag der Arbeit und damit Feiertag. Gebührend, denn Philip kam an.
Mehr dazu?
Beim nächsten Mal.

Und jetzt: abschalten.

Mittwoch, 10. September 2014

Kinder, wie die Zeit vergeht.

So viel passiert, so wenig Zeit.

Nahe des Flughafens gibt es den "Hans Radiator - Air Conditioner Service", in Surrey "My Gym - Workout for kids" und der Gerichtssaal Vancouvers ist in der Smithe Street, da ist die Ähnlichkeit zum "to smite" bestimmt nur zufällig.

Philip war eine Woche zu Besuch. Grandios!

Die alten Spöris treiben sich außerdem auch hier rum. ;)

Seit letzter Woche wird ein neuer Fotokurs besucht und in den nächsten Tagen bekommt ihr Updates zu:

  • Wochenende in Pemberton am See inklusive Wanderung zu den Joffrey Lakes 
  • Arbeitsgruppenwanderung zum St. Marks Summit auf Cypress Mountain
  • Philip - ein Berliner in Vancouver
  • Grouse Mountain
  • Garibaldi Lake und Black Tusk
  • Das Blue Moon Cafe und "Angeln" in Chilliwack
Bis dahin!


Kleiner Vorgeschmack auf Joffrey Lakes...