Mittwoch, 1. Januar 2014

Ein frohes neues Jahr - Feuerwerk is hier nich

Gestern war Neujahr. Überraschend, aber war.
Zuerst war ich bei meinem Kollegen Sean bzw bei einer Hausparty einer Freundin von ihm, die auch gleich lustig startete und bei der ich wohl geblieben wäre, wenn ich mich nicht noch mit Arman, der mich bei meiner Ankunft betreut hat, und Freunden von ihm verabredet hätte.

Also haben wir uns in Downtown getroffen, noch ein Bier getrunken und sind dann zur Granville Street gelaufen. Granville Street ist Vancouvers Partymeilchen mit immerhin 3-4 Clubs die dann sogar bis 4:00 Uhr geöffnet haben. Hier trifft man sich am Silvesterabend zum Countdown, weil dort an einem der Gebäude eine große Uhr hängt. So banal wie nützlich.
Dementsprechend war es extrem voll auf der Straße und lustigerweise haben kurz vorher alle leute angefangen die Uhr (ohne Sekundenzeiger wohlgemerkt) bzw den großen Werbebildschirm darunter zu filmen. Ich hab hier mal ein schlechtes Handyfoto davon, weil es einfach zu unglaublich war. Man hatte ein bisschen den Eindruck die Leute wissen nicht so recht, was sie tun sollen. Ganz links im Bild vorne ist übrigens Arman.


Um Null Uhr gibt es dann großes Gejubel und das wars. Feuerwerk gibt es nicht. Ist a) nicht üblich und b) gab es vor zwei Jahren beim großen Hockey-Endspiel, das Vancouver verloren hat, so schlimme Krawalle in der Innenstadt, dass sie diese mehrere Tage dicht machen mussten. Dementsprechend viel Polizei sieht man hier. 0:20 war Granville schon wieder fast menschenleer - zumindest wenn man das mit dem Zustand vorher vergleicht. Immerhin sind die meisten wohl in die Clubs und nicht nach Hause gegangen.
Nachdem wir noch eine halbe Stunde mit den verbleibenden Leuten auf der Straße gefeiert haben, sind wir auch nach Hause, weil wir uns dann für heute zum "Wandern" verabredet haben. Warum das Wandern in Anführungszeichen steht, erfahrt ihr - nach der nächsten Maus.
Ein gesundes, vor allem mit Freude gefülltes und erfolgreiches neues Jahr wünsche ich euch.

Quelle: http://www.muenster.de/~tomtom/mausgifs.htm

Montag, 30. Dezember 2013

Die Kanadier und ihr Verhältnis zum Auto

Konnte einiges neues über das Verhältnis der Kanadier zum Auto erfahren, nachdem ich mich heute ca. 2,5 Stunden mit meinem baldigen Mitbewohner Mathias unterhalten habe. Mathias macht in diesem Semester seine Bachelors in Physik und Mathematik (ja, er hat dann zwei Abschlüsse) und hat sich, was hier durchaus möglich ist, direkt für die Promotion in Physikalischen Ingenieurswissenschaften an einer amerikanischen Uni beworben. Wird man zur Aufnahmeprüfung zugelassen, kann man nur noch gewinnen. Bestehst du die Prüfung, kannst du direkt nach deinem Bachelor promovieren. Fällst du durch, verleiht dir die prüfende Uni den Master. Wird dich zwar sicherlich nicht mehr im selben Fach für die Promotion zulassen, aber man kann sich dann ja im folgenden Semester woanders bewerben.

Egal. Autos.

Möchte man hier den Führerschein machen, sollte man ein paar Fahrstunden nehmen, eine theoretische Prüfung (wohl sehr einfach) bestehen und bekommt dann seinen "Lernführerschein" mit dem man im Beisein einer mindestens 25-jährigen, mit Führerschein qualifizierten Personen Auto fahren darf. Außerdem muss man ein großes rotes L auf sein Auto kleben. Nach 12 Monaten darf man die erste praktische Prüfung machen, erhält bei bestandener Prüfung einen vorläufigen Führerschein, was bedeutet man darf maximal eine weitere Person mitnehmen, solange nicht mindestens ein Führerschein über 25 auf dem Beifahrersitz sitzt. Auf dem Auto muss ein grünes N angebracht sein. Nach weiteren zwei (!) Jahren und erneuter praktischer Prüfung wandelt sich der vorläufige in einen "echten" Führerschein. Dafür bekommt man mit dem Lernführerschein schon gleich die Erlaubnis Roller zu fahren. Mit Null Fahrerfahrung und ohne je auf einem gesessen zu haben.
Dementsprechend wartet Mathias, bis er nächstes Jahr in den Staaten ist und dort innerhalb weniger Wochen seinen Führerschein machen kann. ;)

In Vancouver fährt eine gute Mischung aus Europa, Asien und Amerika. Autos meine ich natürlich. Deutlich mehr asiatische Wagen als in Deutschland aber kaum Franzosen z.B. Extrem viele Pickups/SUVs. Wer kein SUV hat, hat einen Fahrradträger für mindestens vier Fahrräder (auch am Mini..).
Der klassische amerikanische Pickup mit Platz für sieben Personen & 3 Pferde und Auspuffrohren, die locker in die DIN EN 1856-2 für Ofenrohre passen, ist an nahezu jeder Kreuzung anzutreffen.

Deutsche Autos sind beliebt, aber wenn dann ab 5er BMW aufwärts. Eher selten sieht man mal einen Jetta.

Man darf scheinbar an jeder Kreuzung auch bei Rot rechts abbiegen, wenn der Verkehr es zulässt. Ampeln hängen an der gegenüberliegenden Seite der Kreuzung. Einfacher zu sehen, auch wenn man ganz vorne steht.

Busse haben generell Vorrechte und setzen diese hupender Weise durch. Der aktuelle Bürgermeister ist jedoch großer Fahrradfan, was zu mehr und mehr Fahrradspuren führt. Außerdem gibt es auf stark befahrenen Straßen "High Occupancy Vehicle"-Lanes. Also Spuren für stärker besetzte Fahrzeuge, was meistens mindestens 3 Leute meint. So sollen die Leute dazu gebracht werden, sich Mitfahrer zu suchen und Fahrzeuge zu teilen, um den Verkehr zu reduzieren.

Noch kurz nebenbei: Starbucks erinnert seine Mitarbeiter nicht nur daran, die Hände nach dem Toilettengang zu waschen, sondern liefert auch gleich eine akribische Anleitung.


Amerika liegt übrigens mit 6 Zugriffen vorn..

Sonntag, 29. Dezember 2013

Festival of Lights - Hier und Da

Nachdem ich in den letzten Tagen vor allem gefaulenzt, Theorie gewälzt und das erste Paket mit Keksen aus Deutschland entgegen genommen habe (Der Postweg funktioniert in beide Richtungen - Juhuu!), stand heute etwas Bewegung auf dem Plan.

Es gab ja noch Weihnachtsgeschenke, die mir - zweckgebunden - überwiesen wurden. Hatte vor zum Kamerafachgeschäft Lens & Shutter um die Ecke zu gehen, da hier auch am Sonntag fast alle Läden ganztägig offen haben und ich dachte, es wäre bestimmt besser soetwas nicht im Kaufhaus zu kaufen. Ein Vorabanruf brachte jedoch zu Tage, dass das gewünschte Objektiv nicht auf Lager und in der nächsten Woche auch nicht zu erwarten wäre.
Verdammt.
Ich wollte doch unbedingt noch zum Festival of Lights im VanDusen Botanical Garden (bis 4. Januar) damit fotografieren. Also eben doch die netten Herren von Future Shop besucht. Hier kann man alles kaufen, was irgendwo einen Stecker oder annähernd mit einem entsprechenden Gerät zu tun hat. Und man kann online reservieren bevor man hingeht. Umgeht damit auch gleich die Schlange an der Kasse, weil das komischerweise kaum jemand macht und es eine Extrakasse dafür gibt. Schnell wieder nach Hause und auspacken. Achja, UV-Filter natürlich auch dabei.
Damit habe ich nun also endlich auch das Privileg mehrere Objektive mit mir rumzutragen und doch nur eines zu benutzen!

Neues Objektiv (Nikon 35 mm/f1.8) mit dem alten 28-200mm Tamron geknipst und umgekehrt.



Das viel größere Zoomobjektiv passt sogar gerade noch in die schmucke Tasche vom Neuen.

Auf dem Rückweg sehe ich wieder eine Truppe von 3 Männern, die mit einem alten Mercedes (W 123) durch die Gassen ziehen und die Pfandflaschen einsammeln, die die Leute hier für die Obdachlosen nach draußen stellen. Laut Bonnie bringt hier niemand das Pfand zurück. Alles wird hinters Haus gestellt.

Hat es am Vormittag noch geregnet, klart es gegen 15:00 Uhr auf und meinem Vorhaben scheint nichts mehr im Weg zu stehen. Stativ und Kamera im Rucksack laufe ich ein paar Blocks bis zum 99er Bus, fahre quer durch die Stadt, steige in den 017er und dann immer die Oak Street nach Süden. Die Haltestellen heißen jetzt eine Viertelstunde lang immer nur "Oak Street at W 4th", ".. W 6th", "..W 22nd", "..W 37th" Oh, ich muss raus.
Leider so wie der Rest des Busses.

Es ist 16:25 und um 16:30 wird das Festival of Lights jeden Abend eröffnet. Ist halt doch anders als in Berlin und soll es ja auch sein. ABER, müssen das so viele Leute sein? Da das Festival auf den einen Ort konzentriert ist, drängen sich alle Formen und Farben von Leuchten, Lampen und Lichtern aneinander bzw. es kommt einem vor wie eine einzige Installation. Oder etwas amerikanisch übertrieben.
Ich zähle ca. 10 weitere Leute mit Kameras, hunderte Handykameras und war fast versucht absichtlich in Leute hereinzulaufen, die gerade mit ihrem iPad versuchen ein Foto im Dunkeln zu machen. Für Jogger ist hier drin übrigens gerade kein Platz.

Punkt 16:30 startet die (sich leider jede halbe Stunde identisch wiederholende) Vorführung der "Singing Lights". Sprich das gesamte Gelände wird mit lieblicher Weihnachtsmusik wie "You're such a mean one Mr. Grinch" beschallt und die Lichter auf einer Insel in der Mitte werden im Rhythmus dazu ein- und ausgeschaltet. Erstaunlicherweise bleibt fast der Gesamte Besucherstrom stehen, um sich das komplett anzuschauen.
Zeit für mich, ein paar Ecken zu finden, die noch nicht überlaufen sind. Und die gibt es tatsächlich. Nachdem ich direkt nach dem Einlass etwas enttäuscht war, finde ich doch noch ein paar schöne Motive und kann ein bisschen das neue Objektiv ausprobieren.


Etwas Abseits finden sich sogar ein paar ausgefallenere Formen.







Rechts im Bild: Besucher, die die singenden Lichter links außerhalb des Bildes bestaunen.

Die Idee: Aus alten PET-Flaschen Blüten zu schneiden und in ein großes Tulpenbeet zu verwandeln. Sehr gelungen.


Was die hölzernen Tintenfische mit dem Tulpenbeet zu tun haben, ist mir unklar, aber vllt. gibt es da ja einen Zusammenhang.


Dank dem Regen am Vormittag gab es auch dieses Motiv zu finden.



Suchbild
Nicht nur die singenden Lichter waren mit wechselnder Beleuchtung ausgestattet.


In der Gingerbread Road für Kinder hingen mitten zwischen den Lebkuchenmännern und -frauen vor einem der Häuser mehrere Diskokugeln. In Einer Ecke hatte es sich dagegen ein einsamer Lampion gemütlich gemacht und verschiedenste (sicherlich halluzinogene) Pilze gab es auch zu bestaunen.




Der völlig im Dunkeln gelassenen Wasserfall ließ sich mit voller Blende und 30 s Belichtungszeit doch noch ablichten.


Nach ca. drei (gefühlten 70) Wiederholungen der singenden Lichter, ging ich diese Alle entlang, vorbei am Schattenpuppentheater, wo inzwischen die meisten Kinder abgeladen worden waren, zum Hotdogstand. Für nur $ 5.00 bekam ich also eine Wurst im Brötchen ohne Ketchup und Zwiebeln, aber immerhin warm. :)

Während diesem Foto werde ich von einem asiatischen Pärchen angesprochen, ob ich die beiden vor dem großen Weihnachtsbaum fotografieren kann und bekomme so zum ersten Mal ein gefaktes iPhone in die Hand.


Hier also auch nochmal ein Bild besagten Weihnachtsbaums ohne das Pärchen.


Auf dem Rückweg versucht eine ältere, vermutlich Obdachlose Frau in den Bus zu steigen und bittet, ob sie ausnahmsweise ohne Ticket mitfahren kann. Weil Weihnachten war. Der ansonsten sehr freundliche Busfahrer fährt sie an, was ihr einfalle, die Geschichte würde sie ihm jetzt seit fünf Jahren erzählen und sowieso nie ein Ticket bezahlen. Ich fühle mich ein bisschen Zuhause, obwohl die Dame den Bus dann verlassen muss.

Ich glaube, das Festival of Lights in Berlin gefällt mir besser. Man muss nicht dafür bezahlen, es ist nicht so überlaufen und nicht so überfrachtet. Trotzdem gute Motive gefunden und es hat Spaß gemacht. Der Botanische Garten lohnt sich bei Tageslicht bestimmt mehr, da dann auch das gesamte Gelände zugänglich ist.

Morgen treffe ich mich mit Mathias zum Kaffee. Einer von meinen drei baldigen Mitbewohnern, von dem ich mal hören will, was ich dringend noch besorgen muss und wie deren Wohnungsorganisation so läuft. Ein weiterer Mitbewohner ist Eric, den ich dann wohl am 05. Januar kennen lernen werde. Mitbewohner No. 4, zieht wie ich neu ein und hat der Weitergabe seiner Kontaktdaten nicht zugestimmt.

So viel von hier. Viele Grüße und vielen Dank für die Geschenke!

NACHTRAG:
Deadman's Island heißt laut Wikipedia so, weil es ursprünglich mal ein Friedhof der kanadischen Ureinwohner war.

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Frohe Weihnachten!

Habe den hiesigen Weihnachtsabend bei chinesischen Kollegen aus dem Institut und deren Freunden verbracht. Dabei gleich gelernt wie man Baozi [bau-tze] macht. So eine Art chinesische Teigtasche mit entweder herzhafter Fleisch- oder süßer Bohnenfüllung. Sehr lustig fand ich auch das Hinweisschild am Fahrstuhl des Wohnheims.


War ein sehr netter Abend, aber wie die meisten Abende hier schon um 21:00 zu Ende. Ich frage mich, woran das liegt.

Auf dem Weg dahin habe ich noch ein bisschen Bier im Liquor Store gekauft. Es gibt ein riesiges Regal alleine mit kanadischem bzw. sogar British Columbia Bier, von denen ich auf jeden Fall eines noch probieren muss. Könnte allerdings ein ziemlicher Fehlgriff werden, mal sehen ;) Deutsches Bier gab es nur Becks und Warsteiner.


Die Chinesen sind alle schon sehr früh verheiratet und viele von ihnen haben Kinder. Beispiel James (die meisten Chinesen haben einen englischen Namen, damit es für uns einfacher ist):  Er ist 27, für ein Jahr hier an der Sauder Business School of Mathematics und hat seinen fünfjährigen Sohn für die Zeit mitgebracht, damit dieser hier in den Kindergarten gehen kann. Seine Frau war die ersten zwei Monate mit und ist dann zurück nach China.

Ein weiteres Klischee: Während der Zubereitung und dem Essen, werden andauernd Fotos gemacht.

Den Abend des 25. verbrachte ich bei meinem hiesigen Supervisor, David, zuhause. Mit Arbeitskollegen, seiner Familie und engen Freunden aus der Nachbarschaft. Es gab einen riesigen Truthahn, großgezogen von David's ältestem Sohn, sowie einige andere Leckereien. Außerdem haben sie nicht nur eine Heizung in jedem Raum, sondern auch noch einen Kamin, der angefeuert wurde.

 
David's jüngerer Sohn Michael hat gerade seinen Doktor in Clean Engineering an der UBC gemacht und seine Tochter Lauren, die in den letzten Zügen ihres Biologie-Doktors ist. Beide haben für Kanada an den Olympischen Spielen in London als Ruderer (4er-Männer bzw. 8er-Frauen) teilgenommen. David selbst hat - wie schonmal erwähnt - nur einen schwarzen Gürtel im Tae-Kwan-Do und der hat ihn auch nicht daran gehindert vor dem Schwarzbären, den er vor einigen Tagen an der Mülltonne getroffen hat, wegzulaufen. Sie haben sich wohl kurz weniger als 1 m voneinander entfernt angeschaut und sind dann in entgegengesetzte Richtungen davon.
Die Wilkinsons leben am Berghang in North Vancouver, einer reicheren Gegend mit schönem Blick über die Stadt und wenige hundert Meter vom Wald entfernt. Abgesehen von Schwarzbären gibt es dort deswegen auch noch Stinktiere, Waschbären und Pumas.
Weitere Gäste waren Schwester und Bruder von Davids Frau Susan mit jeweiliger Familie und Susans Mutter sowie Nachbar Klaus Teufel (gegen 1975 aus Deutschland ausgewandert) mit seiner Frau Thereza (ursprünglich aus Indonesien). Insgesamt waren wir 14 + 5 Kinder.

Es gab reichlich zu essen, noch mehr zu trinken (zum Abschluss einen Glenlivet) und viel zu erzählen. Knallbonbons mit kleinen Geschenken für jeden und einer Krone, die während dem Essen aufgesetzt werden musste. Alles sehr schön und gemütlich. Habe mich sehr wohl gefühlt. Aber auch hier: gegen 22:00 (immerhin) haben sich alle verabschiedet und uns (alle Kollegen, die mit den öffentlichen da waren) wurde ein Taxi gerufen.

Dieses hat uns dann innerhalb von 35 min zurückgebracht. Einen Weg, der mit den Öffentlichen 1,5 h gedauert hat.

Auf dem Weg sind wir auch durch East Hastings (Man bemerkt oft den britischen Einfluss. Es gibt auch Trafalgar Street und mehrere Straßen sind nach britischen Königshäusern benannt) gekommen. East Hastings ist gefühlt einen Steinwurf vom sauberen Downtown mit seinem Weltstadtimage entfernt, allerdings eines der ärmsten Viertel der Stadt und direkt am Containerhafen gelegen. Es kann dir hier im Bus passieren, dass dein eben zugestiegener Sitznachbar sich erstmal einen Schuss setzt. Extreme Gegensätze.

Jetzt fängt es gerade wieder an sich hier einzuregnen und ich gehe bald mal ins Bett. Euch allen nochmals frohe Weihnachten.

Montag, 23. Dezember 2013

Impressionen vom Nachmittag

Von der Grünfläche aus an der Hastings Mill sieht man die weihnachtlich beleuchteten Containerschiffe.


Auf meinem Weg durch die umliegenden Straßen (bis hoch zur 10th) sind mir drei Dinge aufgefallen. Der Spy Store, die schon fast antik anmutende Dental Clinic und mehrere Käfer, von denen einer sogar offen fuhr. (Die Jogger joggen hier auch bei -2 °C teilweise mit kurzer Hose..)




Achja liebe Berliner: Man kann hier mit einem Busticket zwar nur 1,5 h fahren. Dafür aber in jede Richtung.

Neuigkeiten aus zum Glück nicht Toronto

Vancouver ist in vielerlei Hinsicht eine besondere Stadt in Kanada und nicht unbedingt typisch kanadisch zu sehen. Durch warme Strömungen von Japan aus und die umliegenden Berge ist das Gebiet Vancouver vor all zu kaltem Wetter geschützt und im Durchschnitt 2-8 °C wärmer als der Rest des Landes. Daher schneit es hier normalerweise erst im Januar und dann auch nur ab und zu, wohingegen es schon mal 20 Tage durchregnen kann. Es gibt nur wenige Tage im Winter die kälter als -10 °C sind und wie eine Kollegin neulich beim Mittagessen sagte, es gibt hier eigentlich nur Sommer und Winter, Frühling und Herbst werden übersprungen.

Anders als z.B. im gerade schneesturmgeplagten Toronto, wo es Winters üblicherweise bis zu -30 °C werden und die Leute daran gewöhnt sind durch kniehohe Schneewehen zur Arbeit zu gehen.

In den letzten Tagen war ich mit Kollegen den zweiten Teil vom Hobbit anschauen (werde hier nix dazu sagen, weil ihr den sicherlich auch noch sehen wollt) und habe dabei Vancouvers größtes Shoppingzentrum kennen gelernt. Mit eigenem Essensbereich in Größe einer kleinen Shoppingmall.






Jason erzählt mir noch, dass einige Leute aus der Gruppe regelmäßig Badminton spielen gehen und wir in den Feiertagen jetzt wahrscheinlich mal einen Spieleabend veranstalten werden.

Auf dem Weg dahin fährt man mit der SkyTrain von Downtown aus durch die Stadt und hat aber eher das Gefühl durch verschiedene Vororte zu fahren. Alles sehr klein und grau bis man dann wieder zu ein paar Hochhäusern rund um das Einkaufszentrum kommt. SkyTrain ist ein sehr cooler Name für nichts anderes als eine SBahn, die aber vollkommen autonom zu fahren scheint.

Gestern waren die eingeladenen Kollegen zusammen unterwegs, um ein kleines Dankeschön für den Prof zu kaufen und dabei habe ich die verschiedenen Supermärkte, die es dann doch in direkter Nähe zur Uni bzw. meiner jetzigen Wohnung gibt, kennen gelernt. Man könnte fast von der Uni bis nach Downtown laufen (30 min Busfahrt) und würde nur Einkaufsläden links und rechts sehen. Man kann hier übrigens mit einem einfachen Ticket am Wochenende durch alle Zonen fahren. Sehr praktisch.

Ich dachte bis gestern, heute wäre schon der 24., weshalb ich auf einmal einen Tag geschenkt bekommen habe (Welch besseres Geschenk gibt es als Zeit?) und einen ganz gemütlichen Tage mache. Mit viel Tee, Keksen und einem Buch was ich mir vom Gutschein für den UBC Bookstore geholt habe, den ich bei der Weihnachtsfeier gewonnen habe. The Electrified Sheep. Über witzige und unsinnige Experimente.

In diesem Sinne, ruhige und erholsame Feiertage euch allen.

Freitag, 20. Dezember 2013

Schnee(-chaos?)

Es hat die ganze Nacht durchgeschneit. Schon als gestern bekannt wurde, dass es schneien wird, hat Bonnies Firma eine Mail an alle Mitarbeiter geschickt, dass es in der Verantwortung der Mitarbeiter läge bei Schnee pünktlich zur Arbeit zu erscheinen und dass sonst entsprechend weniger gezahlt werden würde. Scheinbar haben die schlechte Erfahrungen gemacht.

Heute Morgen konnte man noch nicht mal das Wasser hinter den Häusern, geschweige denn die Berge auf der anderen Seite der Bucht sehen. Ich habe sogar keinen einzigen Jogger gesehen. Skandalös. Aber immerhin ein paar hartgesottene Radfahrer haben sich durch den Schneematsch gequält.


Die Straßen sind so einigermaßen geräumt worden, solange man sich auf den Hauptverkehrswegen bewegt. Die Räumfahrzeuge sind auch ca. doppelt so groß wie in Berlin; eben an die breiten Straßen hier angepasst. Die Buslinien zur Uni werden alle über die 8. Straße umgeleitet, weil sie die Hügel an der 4. oder 10. bei dem rutschigen Wetter nicht schaffen würden.
An der Uni angekommen, räumt ein Bagger so gut es geht die Wege und einer der UBC-Campus-Service Pickups versucht mit durchdrehenden Reifen aus der Tiefgarage zu kommen.

Das Schneetreiben wird immer stärker und ich kann vom Büro aus gerade noch 2 Gebäude weit gucken.

Achja, wer genau hinschaut, kann auf diesem Bild das Haustier der Nachbarn schräg gegenüber entdecken.


Gestern war ich mittags mit Jason zusammen essen. Jason ist gebürtiger Kanadier mit chinesischen Eltern, die beide aus unterschiedlichen Teilen Chinas kommen und deswegen zuhause nur Englisch sprechen. Jason war letztes Jahr auf Platz 1 der kanadischen Tetrismeisterschaften und weltweit auf dem 8. Platz. Ansonsten spielt er Magic und geht einmal die Woche ins Casino.

Ich wünsche euch einen guten Ferienstart!