Donnerstag, 26. Dezember 2013

Frohe Weihnachten!

Habe den hiesigen Weihnachtsabend bei chinesischen Kollegen aus dem Institut und deren Freunden verbracht. Dabei gleich gelernt wie man Baozi [bau-tze] macht. So eine Art chinesische Teigtasche mit entweder herzhafter Fleisch- oder süßer Bohnenfüllung. Sehr lustig fand ich auch das Hinweisschild am Fahrstuhl des Wohnheims.


War ein sehr netter Abend, aber wie die meisten Abende hier schon um 21:00 zu Ende. Ich frage mich, woran das liegt.

Auf dem Weg dahin habe ich noch ein bisschen Bier im Liquor Store gekauft. Es gibt ein riesiges Regal alleine mit kanadischem bzw. sogar British Columbia Bier, von denen ich auf jeden Fall eines noch probieren muss. Könnte allerdings ein ziemlicher Fehlgriff werden, mal sehen ;) Deutsches Bier gab es nur Becks und Warsteiner.


Die Chinesen sind alle schon sehr früh verheiratet und viele von ihnen haben Kinder. Beispiel James (die meisten Chinesen haben einen englischen Namen, damit es für uns einfacher ist):  Er ist 27, für ein Jahr hier an der Sauder Business School of Mathematics und hat seinen fünfjährigen Sohn für die Zeit mitgebracht, damit dieser hier in den Kindergarten gehen kann. Seine Frau war die ersten zwei Monate mit und ist dann zurück nach China.

Ein weiteres Klischee: Während der Zubereitung und dem Essen, werden andauernd Fotos gemacht.

Den Abend des 25. verbrachte ich bei meinem hiesigen Supervisor, David, zuhause. Mit Arbeitskollegen, seiner Familie und engen Freunden aus der Nachbarschaft. Es gab einen riesigen Truthahn, großgezogen von David's ältestem Sohn, sowie einige andere Leckereien. Außerdem haben sie nicht nur eine Heizung in jedem Raum, sondern auch noch einen Kamin, der angefeuert wurde.

 
David's jüngerer Sohn Michael hat gerade seinen Doktor in Clean Engineering an der UBC gemacht und seine Tochter Lauren, die in den letzten Zügen ihres Biologie-Doktors ist. Beide haben für Kanada an den Olympischen Spielen in London als Ruderer (4er-Männer bzw. 8er-Frauen) teilgenommen. David selbst hat - wie schonmal erwähnt - nur einen schwarzen Gürtel im Tae-Kwan-Do und der hat ihn auch nicht daran gehindert vor dem Schwarzbären, den er vor einigen Tagen an der Mülltonne getroffen hat, wegzulaufen. Sie haben sich wohl kurz weniger als 1 m voneinander entfernt angeschaut und sind dann in entgegengesetzte Richtungen davon.
Die Wilkinsons leben am Berghang in North Vancouver, einer reicheren Gegend mit schönem Blick über die Stadt und wenige hundert Meter vom Wald entfernt. Abgesehen von Schwarzbären gibt es dort deswegen auch noch Stinktiere, Waschbären und Pumas.
Weitere Gäste waren Schwester und Bruder von Davids Frau Susan mit jeweiliger Familie und Susans Mutter sowie Nachbar Klaus Teufel (gegen 1975 aus Deutschland ausgewandert) mit seiner Frau Thereza (ursprünglich aus Indonesien). Insgesamt waren wir 14 + 5 Kinder.

Es gab reichlich zu essen, noch mehr zu trinken (zum Abschluss einen Glenlivet) und viel zu erzählen. Knallbonbons mit kleinen Geschenken für jeden und einer Krone, die während dem Essen aufgesetzt werden musste. Alles sehr schön und gemütlich. Habe mich sehr wohl gefühlt. Aber auch hier: gegen 22:00 (immerhin) haben sich alle verabschiedet und uns (alle Kollegen, die mit den öffentlichen da waren) wurde ein Taxi gerufen.

Dieses hat uns dann innerhalb von 35 min zurückgebracht. Einen Weg, der mit den Öffentlichen 1,5 h gedauert hat.

Auf dem Weg sind wir auch durch East Hastings (Man bemerkt oft den britischen Einfluss. Es gibt auch Trafalgar Street und mehrere Straßen sind nach britischen Königshäusern benannt) gekommen. East Hastings ist gefühlt einen Steinwurf vom sauberen Downtown mit seinem Weltstadtimage entfernt, allerdings eines der ärmsten Viertel der Stadt und direkt am Containerhafen gelegen. Es kann dir hier im Bus passieren, dass dein eben zugestiegener Sitznachbar sich erstmal einen Schuss setzt. Extreme Gegensätze.

Jetzt fängt es gerade wieder an sich hier einzuregnen und ich gehe bald mal ins Bett. Euch allen nochmals frohe Weihnachten.

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