Freitag, 29. August 2014

High Falls Creek - Wanderklettern in Squamish

Es war einmal, vor langer, langer Zeit (vorletzte Woche)..

..da begaben sich 4 Abenteurer (oder so) aus dem fernen Vancouver in die nördlich gelegenen Ureinwohnergebiete, um den High Falls Creek Trail zu finden. Ein längst vergessener (es sei denn man kennt vancouvertrails.com) Pfad zu den Gipfeln der umliegenden Berge.

Die Postkutsche der Toyotawerke setzt unsere Helden nach holpriger und unbequemer Reise (Zitat Postkutscher Sean: "It has 4 seats, but they were made for asians") an einer Brücke über den High Falls Creek ab. Dieser ist hier unten nur ein schmales Bächlein von ein paar Metern Breite.

Kurz nach der Brücke schlägt sich die Wandertruppe ins Unterholz und erreicht auf geschwungenen, steilen Pfaden die erste Anhöhe. Die Wurzeln gefällter Bäume kriechen wie Seelen von ihrer ehemaligen Behausung davon.
Ja, ab und zu werden in den "unberührten" Wäldern British Columbias doch Bäume gefällt, um Straßen oder eben Wanderwege frei zu halten. Man könnte versuchen das als minimalinvasive Straßenpflege zu verkaufen, oder einfach sagen, dass eben ab und zu doch Bäume gefällt werden.


Gerade 20 min unterwegs wird schon die erste Pause gemacht. Das Wetter ist atemberaubend und die Aussicht wunderschön.


Aber es muss ja weiter gehen, vor allem aufwärts und doch etwas steiler wie man hier sieht.


Wer ohne Berührungsängste ist, findet wie Daryn hier auch mal einen Ersatzbart aus Farn.


Und Zack! nach nur ca 30 min und noch bevor ein Viertel der Strecke geschafft ist, befindet man sich schon auf Höhe der Baumwipfel im Tal.


Interessanter Wurzelwuchs findet sich, wo einem Baum auf halber Strecke der Boden weg gekippt ist.


Und solche Bilder in den Abgrund...


...macht man am Besten so.


Schnell geht es weiter, die Wandertruppe hat noch immer 3/4 des Weges vor sich.


Ein Blick ins Tal..


..der Wasserfall des High Falls Creeks..


.. und das etwas tiefer liegende sehr flache Becken machen Lust auf eine Pause. Leider ist das Wasser vom Pfad aus nicht erreichbar.


Noch mehr Aussichten...


... und eine weitere Pause. Hier kommt unseren Helden ein japanisches Pärchen (beide so um die 50, Respekt!) entgegen. Sie haben weiter oben den Pfad nicht mehr gefunden und sich entschieden, den steilen Aufstieg wieder zurück zu gehen. Ohje..


Während der Pause entdeckt man einen ca. 6 cm großen Käfer, der munter umher fliegt und manchen seine Angst vor Wespen ganz vergessen lässt. Gibt es sowas wie ein Kontertrauma?


Während die einen die Freiheit genießen sich selbst zum König der Welt auszurufen..


..gehen andere auf (erfolglose) Käferjagd..


..oder klettern auf bemooste Steine.

Nach etlichen Aufstiegen geht es durch einen kühleren Wald einen mehr oder weniger abgeflachten Weg entlang. Grünes Moos..


..rotes Holz..


..und roter Pilz säumen den Pfad.


Nachdem man ein Geröllfeld überquert und dieses am Ende hoch geklettert ist (hier ist das Pärchen wohl gescheitert, da viele der Markierungen verwittert sind) führt die restliche Strecke an einer Forststraße/Schotterpiste entlang.

Jedem Gipfel sein Wölkchen:


Ein ganz frisch gestorbener Frosch/Kröterich wird genaustens untersucht und..


..am nächsten Aussichtspunkt..


..findet einer eine Schale aus Baumrinde, die..


..schnell zur Bärenverteidungswaffe umgewidmet wird.


Beim nächsten Geröllabschnitt wird dessen Stabilität ausführlichst getestet..


..für gut befunden und..


..dann die Straße entlang an weiteren moos- und farnbewucherten Steinfeldern der Weg zur Postkutsche beschritten.


12 km Länge, 650 Höhenmeter, 0 Mückenstiche, 3 Bananen und zwei Müsliriegel später sind sich unsere Helden sicher. Es gibt diesen Pfad. Er wird wieder auf der Landkarte vermerkt.

Montag, 18. August 2014

Zeit-Entgleisung in bewegten Bildern

Das bekommt man zumindest wenn man Time-Lapse übersetzt und jeweils die erste angebotene Bedeutung nimmt.

Ein erster Versuch von unserem Balkon im 15. Stock. Alle 5 Sekunden ein Bild, 999 Wiederholungen. Zum Glück per Kameraeinstellung und nicht manuell.
Danach nur noch in Photoshop schmeißen und Konvertieren.

Genießt euren vancouver'schen Sonnenuntergang.


Bald mehr vom High Falls Creek Trail.

Freitag, 15. August 2014

BCMC - Der kleine Bruder des Grouse Grinds

Wer in Vancouver etwas auf sich und seine Wanderkünste hält, muss mindestens einmal den Grouse Grind gelaufen sein.
Auf einer Strecke von 2,9 km erklimmt man auf dem Weg zur Spitze des Grouse Mountains 853 Höhenmeter. Oben gibt es allerlei Touristenattraktionen, im Winter ein Skigebiet und Starts zu vielen neuen Wanderwegen.
Es gibt ein jährliches Wettrennen (The XYZ Annual Grouse Grind Mountain Run - natürlich auch wieder groß gesponsort, aber wir wollen hier keine Werbung machen) bei dem der offizielle Rekord für die Strecke auf irrsinnige 25:01 (min:sec) steht. Der Rekordhalter hat seine Zeit außerhalb des Mountain Runs nochmal unterboten und den inoffiziellen Rekord auf 23:48 gesetzt. Beides 2010 und bisher ungeschlagen. Durchschnittliche Zeit liegt bei einer bis anderthalb Stunden.

Wie man sich vorstellen kann, ist dieser Pfad also ziemlich populär, es gibt ein permanent aktiviertes Zeitmesssystem, für das man sich einen Funkchip kaufen kann und es rennen täglich hunderte von Leuten da hoch.

Es gibt da aber auch noch den BCMC Pfad.
Gleicher Start, gleiches Ende, gleiche Höhendistanz, 3 km Länge.
Weniger Läufer, keine Zeitmessung. Sozusagen der zu wenig beachtete, kleine Bruder.
Sean fragte, ob man den nicht mal laufen wolle. Klar. Los geht's!

Es geht relativ steil bergauf - ach was. Man kommt aber kurz vor der Spitze auf die Sommers umgewidmete Skipiste, wo sich zwei Leute gerade auf dem Frisbee-Golfkurs vergnügen und nebenbei auf die Masten des abgeschalteten Skilifts klettern.





Von dort gibt es auch einen schönen Blick hinab ins Tal und auf die Stadt. Zusammen mit ca 250 Mücken geht es dann weiter auf die Spitze, wo man - wie sollte es anders sein - ehemalige Arbeitskollegen trifft und dann aus Zeit-, Knieschonungs- und Ermüdungsgründen für $ 10 die Gondel nach unten nimmt. Zusammen mit 40 anderen schweißgetränkten Menschen.

Lasst Bilder sprechen!


Nich mit die Dreckbotten in die Gondel!


 Von rechts zieht schon der nächtliche Regen an..



Wir haben auf ca. halber Strecke 10 min Pause gemacht und ungefähr 1:15 (h:min) für den Aufstieg gebraucht.
Danach Sushi am Londsdale Quay.

Sonnenuntergänge sind nicht nur von der UBC aus schön, sondern auch vom 15. Stock in Richmond. Evtl folgt bald ein Timelapsevideo dazu.

Im Dunst erkennt man die Umrisse von Gabriola und Valdes Island, die beide vor der Küste von Vancouver Island liegen.





Samstag, 9. August 2014

Craigslist

Nun lebt man schon fast eine Woche in Richmond. Das ist irgendwie ein Stadtteil von Vancouver aber eigentlich auch ne eigene Stadt, es gibt außer der offiziellen Grenze nur keine Unterschiede zwischen Vancouver und Richmond.

Naja, in der Adresse steht dann auf jeden Fall Richmond, ganz wichtig.

Hier wohnen hauptsächlich Chinesen und deswegen auch mein Kollege Jason, dessen zweites Zimmer jetzt von Rumpelkammer zu meinem Zuhause wurde.

Nach 5 Nächten Feldbett hat sich auf dem hiesigen eBay-Kleinanzeigen namens Craigslist eine IKEA Lycksele Schlafcouch aufgetan, die sogar in dieses Zimmer reinpasst. Inkl. Cargo Van mieten und abholen für unter 100 €.

vorher

nachher tagsüber


nachher nachtsüber (bitte dunkel vorstellen)




Auf dem Weg zur Budget-Vermietung passiert man so wundersame Läden wie den Alu-Zaunverkauf "Andre Aluminium" oder die Zoofachhandlung "Petcetera".

Leider findet zeitgleich zum Sofa abholen im Stanley Park die alljährliche Wasserschlacht statt, von der hier sonst berichtet werden würde. Außerdem gibt es vor der Kunstgallerie in Downtown eine große Demo wegen des Kriegs im Gazastreifen.

Jason hat gestern in unsere beiden Zimmertüren Schlösser einbauen lassen, damit man sein Zimmer während der Abwesenheit abschließen kann. Wer's braucht.

In der Küche muss man einen Ventilator vor den Rauchmelder stellen, wenn man kocht, weil die Dunstabzugshaube nicht mehr genug zieht und der Staubsauger ist nur noch Staub und nicht mehr Sauger. Dafür wird das Wohnzimmer vom 55" TV samt 5 Spielekonsolen dominiert. Irgendwo ist es eben doch eine Studentenbude. ;)

Dienstag, 5. August 2014

Nachts ist schöner als fliegen

BA Flug 0981 von TXL nach LHR:

Die Oberstewardess nuschelt ein wenig und daher klingt das so:
"Welcome you onboard on behalf of the captain and the silly(service, Anm. d. Red.) crew ."

Dafür reicht British Airways selbst auf dem kurzen Flug Frühstück und Kaffee/Tee. Es gibt ein Croissant mit Streichkäse, gebratenem Speck und Tomate.

20 min kreisen wir über London und landen dann endlich. Der erneute Security Check (man könnte ja im Flugzeug eine Bombe erhalten haben) dauert ca 45 min. Es ist extrem voll und das Personal sehr eher unmotiviert. 
Das Gate für den Anschlussflug nach Vancouver wird überpünktlich geöffnet, dafür sitzen wir dann noch eine Stunde in der Sauna/dem Flugzeug, dessen Klimaanlage scheinbar mit den Temperaturen überfordert ist. 
Während wir warten scheint die Startbahn wie ausgestorben und als es dann endlich los geht, gibt es eine riesige Warteschlange von Flugzeugen. . Die spinnen die Briten.

Bei Tag fliehen ist auch schön, aber nicht so toll wie in der Dämmerung und Nacht. 



Lichtbrechung am Flugzeug


Die kanadischen Rockies



Eine ältere Dame in der Sitzreihe vor mir schaut tapfer die kompletten 9:20 h die Reiseinformationskarte auf ihrem Bildschirm obwohl dieser defekt ist und flimmert wie im besten Horrorfilm.  

Auch den Rock-Sender gibt es diesmal nicht, aber man kann trotzdem schlafen.. ;)

Montag, 4. August 2014

Berlin - Es war wie immer ein Fest.

Um mal Till Lindemann zu zitieren.

Die letzten zwei Monate gingen vorbei wie im Fluge und ich habe mich lange nicht bei allen gemeldet, die es verdient hätten. Wird alles nachgeholt.

Highlights der letzten acht Wochen.

Geburtstage in allen Formen und Farben mit großen und kleinen Geschenken.


Teufelsberg am Morgen (bzw. Blick vom)


Keine NSA mehr zu finden.


Immer wieder schöne Wohnungsausblicke




Race 61 in Finowfurt mit leider nicht startendem Rennkäfer vom OSZ KfZ Berlin






Spreewaldpaddeltour mit dem Arbeitskreis sowie Fußballturnier des Instituts für Chemie


Ein Kurzbesuch in München und Sommer- sowie Abschiedsfest in Kladow




So viel schöner Sommer - so viele tolle Leute.
Im Dezember gehts weiter und bis dahin berichtet hier wieder die Außenstelle Kanada.