Samstag, 29. März 2014

Whitehorse II

Flug AC 291 nach Whitehorse

Kurz bevor wir auf die Startbahn rollen, lässt der Pilot die Motoren warmlaufen, dreht richtig hoch und an meinem Fenster wabert eine schwarz-graue Ölwolke vorbei.

Während das Kind hinter mir mit voller Freude in meine Rückenlehne tritt, gelingt der Start dann dennoch ohne Probleme.

Das Entertainmentsystem bietet eine deutlich geringere Auswahl, vllt taugt die Verfilmung der Bücherdiebin ja was. Der Film beginnt mit einer Szene über den Wolken in der einem der Erzähler mitteilt "Akzeptiere es. Du wirst sterben."
Wie ermutigend.

Der Film entstand größtenteils in den Babelsberger Filmstudios und ist in deutscher Fassung hoffentlich besser anzuschauen bzw. zu hören. Dass immer wieder deutsche Wörter eingestreut werden, tut dem Film keinen Abbruch, die englische Synchro der beiden Adoptiveltern ist allerdings - ob gewollt oder nicht - so grauenhaft, dass der Film kein Option ist.

Bleiben noch der Classic Rock Kanal - der sich als überraschend gut, da Podcast eines Radiosenders, herausstellt - und das Krieg der Welten eBook auf meinem Handy.

Ca. auf der Hälfte des Fluges wird die Kabinenbeleuchtung abgeschaltet. Ein Blick nach draußen zeigt Tiefschwarz in alle Richtungen, die Spitze des Flügels und ein riesiges Sternenmeer. Wunderschön.

Mein Sitznachbar erzählt mir bei der Landung, dass Whitehorse geografisch sehr ausgedehnt sei. Erstreckt sich über mehrere Ebenen und die umliegenden kleinen Siedlungen gehören ja auch noch dazu. Fast so als ob er sich rechtfertigen müsste, dass das eben doch keine Kleinstadt ist.
Augenscheinlich ist die Stadt aber klein genug, damit sich fast alle Passagiere beim Namen kennen.

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Chris, mein Vermieter hier, schreibt man braucht auf jeden Fall ein Taxi, da um diese Zeit kein Bus mehr fährt (wir sind gegen 23:20 gelandet) und die von Google Maps vorgeschlagene Laufroute einen kurzen Spaziergang mitten auf dem Highway beinhaltet.

Das Flugzeug spuckt ca. 100 Leute aus. Geschätzte 20 werden abgeholt. Der Rest versucht eines der beiden Taxis zu bekommen. So ergibt sich aus der Reihenfolge der Kofferrückgabe eine nette Schlange am Taxistand.
Glücklicherweise gibt es noch einen Hotel-Shuttleservice, der mit Kleinbus (es läuft YMCA in der Dauerschleife) und für nur $ 10 p.P. alle Hotels in Whitehorse abfährt. Ein Taxi soll ca $ 17 kosten.
Meine Unterkunft ist zwar kein Hotel, aber die Fahrerin ist so nett und nimmt mich trotzdem mit, weil es zwei Straßen weiter ein Hotel gibt, sie in der Nähe wohnt und es ihre letzte Tour ist.

Die Haven Suites von Chris sind zwei einzeln zugängliche Apartments im Gartenhaus auf seinem Grundstück. Im Erdgeschoss liegt mein kleines Ein-Zimmer-Apartment "The Nook".
Wunderbar rustikal eingerichtet, mit kleiner Küchenzeile, für die größe des Bades ausladender Dusche, kleinem Tischchen, Wasserkocher, Tee!, Toaster, Mikrowelle. Einiges Ikea, einiges einifacher Selbstbau, aber sehr gemütlich.
Viel besser als im Wohnheim... komisch





Man beachte unter dem Tisch wieder den typischen Elektroheizer. Taktisch klug direkt neben der Tür angebracht, die die nötigen Luftspalte aufweist, um die gute Isolierung der Fenster auszuhebeln. ;)


Auch nett im Titelbild: Die obligatorischen Hokeyschläger im Schnee neben meinem Fenster.

So. Tasse leer. Kühlschrank immernoch leer. Die Sonne scheint, es sind - 13 °C.
Zeit für Stadterkundung und Supermarktjagd.

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