Freitag, 30. Mai 2014

Seattle

Also auf nach Seattle. Jason kommt mit, Sean hat schon andere Pläne und Amin ist Iraner, wegen der amerikanischen Visabestimmungen muss er sowas immer Monate im voraus planen.

Dennoch ein Full-Size Car gebucht - Enterprise lässt beim Abholen die Auswahl zwischen VW Jetta oder Dodge Charger.
Schwierig, schwierig.

 
Der nette Mitarbeiter versucht ein Upgrade auf Ford Mustang zu verkaufen - für nur $ 200 Aufpreis.
Bei einem Gesamtpreis von $ 89 für zwei Tage Charger natürlich ein echtes Schnäppchen.

Jason einsammeln, Frühstücken, Geld umtauschen. Um 9:30 steht man in der Schlange an der Grenze.

Für die Einreise per Landweg ist das ESTA-Verfahren, dass die Einreise per Flugzeug oder Schiff deutlich vereinfacht, leider nicht gültig. Man bittet also zur secondary investigation zum Ausfüllen des I-94 Formulars.
Der Grenzer ist streng, unfreundlich und versucht möglichst tough zu wirken. Woher wir kommen, wieso wir nach Seattle wollen, wo wir dort unterkommen, was denn die Adresse des Motels wäre und woher wir beide uns überhaupt kennen würden. Fingerabdrücke aller 10 Finger und ein biometrisches Bild kommen auch noch dazu.
Spontane Gemütsänderung im Moment in dem der Stempel in meinem Pass sitzt: Seattle wäre bestimmt toll dieses Wochenende und ob wir schonmal da waren. Viel Spaß jedenfalls und gute Fahrt.

Es ist 11:30 und noch 2 Stunden Fahrt zu bewältigen. Das erste Stück erlaubt immerhin 70 MPH (ca. 120 km/h) aber der Großteil der Strecke ist auf 60 MPH (ca. 100 km/h) abgeregelt.
Die große Kunst der amerikanischen Verkehrserziehung bei sehr geringen Kosten ist oft auch in osteuropäischen Ländern zu finden und evtl. von dort mitgebracht worden: Der Straßenzustand erlaubt einfach keine höheren Geschwindigkeiten :) Lässt den Verbrauch des 3,6 L V6 dann immerhin auch auf fast 10 L / 100 km sinken. Das Auto ist auch schwer genug, dass die 292 PS nicht wirklich auffallen.

Hier und da entlang der Strecke werden kurze Stops eingelegt, unter anderem in Bellevue (was hier aber Belle View ausgesprochen wird).

Gegen 15:30 erreichen wir Seattle.
Man sieht die Skyline immer größer werden, kann die Space Needle und das Stadion erkennen.


Dann fährt man durch die ersten Vororte, erreicht die Stadt, fährt hinein.
Welcome to Downtown Seattle!
Aus Downtown wieder raus?
Irgendwie sieht es hier nach Industrie aus.
Über eine Brücke, man kann plötzlich wieder die Skyline im Rückspiegel erkennen.
Stimmt was mit dem Navi nicht?
Doch hinter der nächsten Kurve liegt dann wirklich das La Hacienda Motel. Online wird die Lage mit "Downtown" beschrieben. Die Straße ist auch wirklich noch dieselbe, die bis nach Downtown führt, aber im Hinterhof des Motels ist ein eher schäbiger Tattoo-Shop, links und rechts sind Lkw-Umschlagplätze und in nicht all zu weiter Ferne hört man die Frachtzüge.
Interessant.

Blick vom Zimmer auf den Parkplatz des Tattoo-Shops. Der Beetle wurde wohl schon länger nicht mehr bewegt.


Straße vor dem Motel


Motelpanorama, mal wieder mit nettem Photoshopfehler.


Die Zimmer sind allerdings extrem geräumig und gemütlich ausgestattet und mit dem Auto sind es wirklich nur fünf Minuten bis nach Downtown - wird's halt nur nichts mit dem Feierabendbier.



Abends ins EMP-Museum neben der Space Needle. Sehr zu empfehlen! Tolle Ausstellungen über Rockmusik, Gitarren, aber auch Science Fiction und Fantasy mit allerlei Exponaten aus bekannten Filmen.





Parkraumbewirtschaftung wird hier übrigens groß geschrieben. Die Preise reichen von $ 6 - 12 pro Stunde.
Nach dem Abendessen eine kleine Hafenwanderung, Jason kauft für $ 10 ein Plastiklaserschwert bei einem Straßenhändler..










Sonntag gibt es kein Frühstück - wer zu spät kommt, den bestraft das Leben und Frühstück ist nunmal um 9:00 rum.






Ich wusste nicht, dass Kohlrabi aufblühen kann ;)



Pike Place Market ist ein sehr großer und lebhafter Markt auf mehreren Etagen direkt am Hafen, mit dem allerersten Starbucks der Welt (wohoo... die Amis stehen jedenfalls Schlange ;) ), mehreren Fischhändlern, Omas hausgemachten Marmeladen und einem mäßig guten Zauberladen. 

Gegen 11:00 treibt der Hunger, also gibt es - laut Jason - die weltbeste Jakobsmuschelsuppe in einem kleinen Restaurant in einer Seitenstraße. Wirklich sehr gut und sättigend.

Zurück in den Markt, der Fischhändler direkt am Eingang hat einen besonderen Marketinggag. Immer wenn ein Kunde etwas kauft, fängt die gesamte Belegschaft an zu singen/brüllen und auf drei wird Fisch/Krebs/Krabbe quer durch den Markt zum Kassierer geschmissen. Sehr eindrucksvoll.








Davon gibt's hier viel zu viele. Einbahnstraßen.




Später wird noch Downtown erkundet, am Grab von Bruce Lee vorbei geschaut und gegen 16:00 Uhr gen Heimat aufgebrochen. Zwei Stunden Zwischenstop in Tulalip beim "Seattle Premium Outlet Center" - dank Memorial Day gibt es 70 % Rabatt auf die schon gesenkten Outletpreise.

Bei der Ausreise aus den USA will man wieder wissen wo wir waren, wo wir wohnen usw. Aber auch ob, einer von uns ein Auto besitzt.
Jason bejaht.
Grenzer runzelt die Stirn.
Wieso wir denn dann mit einem Mietwagen fahren?
"Weil ich fahren wollte" ist glücklicherweise aber eine legitime Antwort.

Samstag, 24. Mai 2014

Lighthouse Park

Letzte Woche Sonntag mit Sean Lighthouse Park am westlichen Ende von North Van erkundet.
Sehr angenehmer Trail ohne viel Höhenmeter und dank schönem Wetter auch sehr viel zu sehen.


Der namensgebende Leuchtturm ist leider nicht öffentlich zugänglich, wurde aber von Generationen einer Familie betrieben. 


Lange bevor Vancouver bis an das Gebiet herangewachsen war und auch lange bevor überhaupt eine Straße dorthin führte. Die Winter müssen schlimm gewesen sein.


Neben etlichen Hunden, die mit ihren Besitzern Gassi gehen, gibt es auch noch ein bisschen Tierwelt.


 Mal wieder einen Adler aus der Ferne..


Bäume, die um Bäume wachsen, und Bäume, die unglaublich alt sind.


Mehr als tausend Jahre sagt die Tafel bei einem umgestürtzten. Sean zum Größenvergleich.


Danach gab es Sushi in North Vancouver und man durfte am Ambleside Beach zugucken, wie ein kleiner Junge zum ersten Mal mit seinem Vater Krabben fischen ging.
Er durfte vom Quai aus das Netz ins Wasser werfen, was auch gut geklappt hat.
Leider hat niemand daran gedacht die Leine festzumachen, sodass Netz, Köder und Seil im Wasser verschwanden.

Montag Victoria Day, also frei und Dienstag nochmal Fotos entwickeln im Fotolabor.

Eine Woche später geht es jetzt mit dem netten Auto von Enterprise gen Seattle.


Samstag, 17. Mai 2014

Son of Rock

Der VOC organisiert mindestens einmal im Jahr ein Lernwochenende zum Klettern. Dieses mal am Wochenende um den 10.05.

Dabei gibt es 4 Kategorien Rock 1 bis Rock 4.
Rock 1 und 2 sind dabei fürs Topropeklettern, Rock 3 Vorstieg und 4 fürs Klettern von unbefestigten Routen.

Also wird in Rock 2 das Ankerbauen und Abseilen gelernt. In Jacks X3 ist noch ein Platz frei, sodass ich mit ihm, Luisa und Mirko (ebenfalls deutsch...) zusammen zum Treffpunkt ca. 1 Stunde außerhalb Vancouvers fahre. Während der Fahrt regnet es noch ein bisschen, die Hoffnung auf trockene Kletterrouten bleibt aber erhalten. Am Parkplatz werden die einzelnen Gruppen eingeteilt. Es gibt immer 2 Anleiter pro Gruppe und maximal 6 Schüler. Da wird so mancher Lehrer neidisch.


Location sind die Smoke Bluffs gegenüber von Chief Mountain, mit dem eigentlich alles angefangen hat, wie man sich vllt erinnert.

Manche Leute klettern ja die Steilwand vom Chief Mountain hoch anstatt den Wanderweg zu nehmen. Das ist mir dann doch zu gefährlich. - Camillo Jan.'14

Die Wand zum Chief Mountain ist mir dann immernoch zu viel, zumal man da mehrere Routen nehmen und auf jeden Fall den Vorstieg beherrschen muss, aber vllt. muss ich meine Aussage, da doch etwas relativieren. Klettern macht einfach Spaß.

Da soll es hoch gehen. Auch wenn der Fokus heute nicht auf dem eigentlichen Klettern liegt.


Erstmal läuft man drumherum und bekommt so den Blick auf den noch nebelumhangenen Chief Mountain. Die von hier sichtbare Wand ist die, die so oft beklettert wird..



Unten im Bild die Ankerbolzen und den durch die ständige Abnutzung und Kletterkreise gebleichte Stelle darunter.


Dann geht es ans Anker bauen. Clemens erklärt, wie man es nicht macht.


Nebel und Wolken ziehen sich immer weiter zurück.



Nachdem wir wissen wie man Anker an Bolzen und/oder Bäumen baut, muss natürlich auch das Abseilen geübt werden. Dabei sichert man sich selbst, am eben aufgehängten Seil und hat aber auch eine Seilbremse, die einsetzt, wenn man das Seil mal loslassen sollte. So kann  man auch nette Fotos von unterwegs machen.




Das Wetter wird immer besser und die Wolken lichten sich.


Unten angekommen kann man dann endlich auch selber hoch klettern. Der Unterricht soll ja oben weitergehen.


Corey erklärt, wie man oben angekommen den Anker abbaut und sich dann trotzdem sicher wieder abseilt.


Dann wird geübt.




Wieder unten werden nochmal Knoten geübt..


..und eine zweite Kletterroute vorbereitet. Ein bisschen Spaß soll ja auch sein.


Streetart am Parkplatz.


Wer genau hinschaut sieht auch einen etwas fortgeschritteneren Kletterer.


Das Wetter wurde dann echt noch sehr schön.


Dabei nochmal ein kleinens Lob an Photoshop, was sehr gut mehrere Bilder wie das über diesem Satz hier zusammenfügen kann. Dass es manchmal allerdings auch schief geht, zeigen diese beiden Versuche: